Jugendwörter 2025 erklärt: So sprechen Azubis heute
Von „das crazy“ bis „checkst du“: Wir erklären zehn Jugendwörter, die 2025 im Trend liegen – mit Anwendungsbeispielen aus dem Handwerksalltag.
Das Jugendwort des Jahreszeit 2025 lautet „das crazy“. Der Begriff setzte sich bei der diesjährigen Abstimmung durch, wie der Langenscheidt-Verlag mitteilt. Von den knapp zwei Millionen Jugendlichen, die an der Wahl teilgenommen haben, hätten sich 35,7 Prozent für “das crazy” ausgesprochen. Auf den Plätzen zwei und drei schafften es die Jugendwörter „goonen“ (35,5 Prozent) und „checkst du“ (28,8 Prozent).
Wer mit allen drei Begriffen etwas anfangen kann, hat wohl den direkten Draht zu seinen Azubis. Damit auch alle anderen mitreden können, haben wir neben den Top-drei-Begriffen noch sieben weitere aktuelle Jugendwörter gesammelt und erklären, was dahintersteckt – mit bildhaften Beispielen aus dem Arbeitsalltag im Handwerk.
1. Das crazy
Die Redewendung „das crazy” ist die verkürzte Form von „Das ist crazy“ und heißt auf Deutsch „Das ist verrückt“. Je nach Kontext kann es echtes Erstaunen ausdrücken, wenn etwas besonders krass oder heftig wirkt.
Oft wird “das crazy” aber auch gelangweilt oder beiläufig verwendet. Die Redewendung nimmt dann eine Lückenfüller-Funktion ein. Beispiel: Wenn Sie eine in Ihren Augen spannende Geschichte erzählen und „das crazy“ als Antwort bekommen, kann das zwei Bedeutungen haben: Ihr Gegenüber ist wirklich beeindruckt oder er hofft nur auf das Gesprächsende.
2. Goonen
Knapp hinter dem Sieger belegt „goonen“ den zweiten Platz bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres 2025. Der Begriff steht für stundenlanges, exzessives Masturbieren. Wenn ein Azubi morgens völlig übermüdet zu spät zur Arbeit kommt und sagt: „War gestern die ganze Nacht am Goonen“, dann wissen Sie nun, was gemeint ist – auch wenn Sie von einigen Freizeitaktivitäten lieber nichts wissen möchten.
3. Checkst du
Auf dem dritten Platz landete „checkst du“ – ein Ausdruck, mit dem Jugendliche prüfen, ob ihr Gegenüber im Gespräch noch mitkommt. Der Begriff wird zwar in der Alltagssprache schon länger verwendet, 2025 erlebt er aber offenbar ein Comeback.
Im Arbeitsalltag könnte das so klingen: „Der Meister meinte, wir montieren erst die Profile, sonst hält die Trockenbauwand nicht, checkst du?“
4. Lowkey
Heißt so viel wie unterschwellig, ein bisschen oder auch eigentlich. Ein typischer Satz im Betriebsalltag wäre etwa: „Ich bin lowkey nervös vor der Gesellenprüfung.“
Das Gegenteil ist „highkey“ – also eindeutig oder offensichtlich.

5. Schere
„Schere“ kann mehrere Bedeutungen haben: Am häufigsten wird es jedoch genutzt, um einen Fehler einzugestehen oder die Schuld auf sich zu nehmen.
Ursprünglich kommt der Slang aus der Gaming-Szene. In Schere, Stein, Papier wird die Schere oft als Symbol für eine Niederlage gesehen. Daher nutzen Spieler den Begriff, wenn das Team durch den eigenen Spielzug eine Niederlage erleiden musste – als knappes Eingeständnis des eigenen Fehlers.
Hier noch ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Wenn ein Friseur-Azubi die Farbe zu lange einwirken lässt und „Schere“ sagt, brauchen Sie sich nicht zu sorgen, dass er Ihnen gleich einen Kurzhaarschnitt verpasst. Was er stattdessen meint: Dem Azubi ist bewusst, dass er die Zeit nicht im Blick hatte und die Farbe schnell auswaschen muss.
6. Aura
Das 2024 zum Jugendwort des Jahres gekürte „Aura“, gehört auch in diesem Jahr noch zum Wortschatz vieler Jugendlicher. Gemeint ist damit die persönliche Ausstrahlung, das Charisma oder der Eindruck, den eine Person hinterlässt. Durch gewisse Aktionen oder Handlungen sammelt eine Person dann Plus- oder Minuspunkte bei ihrer Aura.
Ein mögliches Anwendungsbeispiel: Passiert ein Missgeschick, wie ein verschütteter Kaffee bei einem Kundentermin, kann das bis zu „minus 500 Aura“ bedeuten.
7. Rede
Auch „Rede“ ist ein häufig genutztes Jugendwort. Dahinter verbirgt sich ein Ausruf der Zustimmung – besonders dann, wenn jemand dabei mit einer selbstbewussten Art überzeugt. Es funktioniert ähnlich wie „Du sprichst mir aus der Seele!“.
Ein Praxisbeispiel: „Die Mittagspause ist immer viel zu kurz.“ – „Rede!“
8. Pick-me
Als „Pick-me“ wird eine Verhaltensweise bezeichnet, die darauf abzielt, die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts zu gewinnen und sich dadurch beliebt zu machen.
Dabei stellen sich Pick-me-Personen gerne als jemand Besonderes dar – etwa mit der Haltung, sie seien nicht wie andere Frauen oder Männer – und werten zu diesem Zweck häufig Personen des eigenen Geschlechts ab. Ursprünglich vor allem als „Pick-me-Girl“ bekannt, wird der Begriff inzwischen genauso für Männer genutzt: Dann spricht man von einem „Pick-me-Boy“.
Im Arbeitsalltag wäre es in diesem Sinne ein Pick-me-Verhalten, wenn ein Kollege zu einer Auszubildenden sagt: „Mit Frauen kann man echt viel besser zusammenarbeiten, die machen nicht so viel Dreck wie Männer.“
Typisch finden Jugendliche bei Pick-me-Personen außerdem, dass sie versuchen, Komplimente zu provozieren, indem sie sich selbst schlecht reden. Sie stellen etwa Fragen wie: „Ist es, weil ich dir zu langweilig bin oder nicht gut genug aussehe?“, in der Hoffnung, dass der Gesprächspartner widerspricht.
9. Alpha und Sigma
Die Begriffe „Alpha“ und „Sigma“ tauchen im Netz auf, wenn es um unterschiedliche Männlichkeitsbilder geht. Alphasteht dabei für den klassischen Anführer, der dominant und durchsetzungsstark auftritt. Die Bezeichnung lehnt sich an das Konzept des Alpha-Männchens in einer Tiergruppe an.
Sigma hingegen beschreibt eher den unabhängigen Einzelgänger, der seinen eigenen Weg geht und sich nicht an Hierarchien orientiert.
Und wie könnten die beiden Begriffe im Arbeitsalltag genutzt werden? Ein Kollege, der bei Baustellenbesprechungen dominant auftritt, wäre ein Alpha. Hingegen ist ein Kollege, der für sich im Hintergrund arbeitet und seine Projekte souverän abschließt, ein Sigma.
10. Delulu
Abgewandelt vom englischen „delusional“, bedeutet „delulu“, dass etwas realitätsfern wirkt oder man sich etwas einbildet. Es werden damit also allzu optimistische Hoffnungen oder unrealistische Aussagen beschrieben.
Im Bäckerei-Alltag könnte das zumBeispiel so aussehen: Ein Azubi zieht die ersten perfekt goldbraunen Brötchen aus dem Ofen und sagt: „Ich eröffne safe bald meine eigene Bäckerei. Ich bin wieder voll delulu.“
Zum Verständnis: „Safe“ kommt aus dem Englischen und bedeutet umgangssprachlich bestimmt oder aufjeden Fall.
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