Arbeitgebermarketing kann auch über Social Media-Apps wie Tiktok erfolgen.
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Arbeitgebermarketing

Mitarbeitersuche auf neuen Social-Media-Kanälen

Die Social-Media-Netzwerke Tiktok, Snapchat und Instagram sind bei jungen Leuten angesagt. Das können Sie für die Mitarbeitersuche nutzen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Jugendliche sind nicht mehr bei Facebook, sondern auf Plattformen wie Tiktok, Whatsapp, Instagram und Snapchat unterwegs.
  • Wer seinen Betrieb auf Social-Media-Plattformen präsentiert, muss authentisch sein, um nicht lächerlich zu wirken.
  • Wer nicht selbst posten will, sollte seinen Mitarbeitern eine Zielrichtung vorgeben und No-Gos festlegen, aber nicht in die Gestaltung eingreifen.
  • Auf jeden Fall müssen rechtliche Vorgaben wie die DSGVO und Urheberrechte beachtet werden.

Jugendliche sind längst nicht mehr auf Facebook unterwegs. Whatsapp, Instagram, Snapchat, Pinterest und Tiktok – so heißen die Plattformen, auf denen sich Teenager und junge Erwachsene bewegen. Damit rücken sie auch in den Fokus von Unternehmen, die händeringend nach Auszubildenden und Fachkräften suchen. Doch welche App bietet sich an? Und wie nutzt man sie erfolgreich? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Personalsuche per Social-Media-App.

Welche Apps sind gerade besonders angesagt?

Ein Blick in die Statistik der Download-Raten zeigt: Ganz vorn lag im Oktober die App Tiktok, die früher musical.ly hieß, mit mehr als 890.000 Downloads. Aktuell sind mehr als neun Millionen – vorwiegend junge Nutzer – in Deutschland registriert. Danach folgen Instagram und Snapchat bei den Downloads, erst auf Platz vier liegt Facebook.

„Alle diese Apps haben eine sehr spezielle Zielrichtung, auf die die Personalmarketing- oder Recruiting-Aktivitäten ausgerichtet werden müssten“, sagt Stefan Scheller, Personalmarketing-Verantwortlicher der DATEV eG und HR-Blogger auf Persoblogger.de. „So sind Whatsapp und Snapchat interessant für die 1:1 Kommunikation mit Job-Interessenten oder Bewerbern. Snapchat und Instagram sind darüber hinaus durch die Nutzung der sogenannten Storys ebenso wie Pinterest stark auf Bilder fokussiert.“ Tiktok ist dagegen eine reine Video-Plattform, bei der zu den angesagtesten Hits getanzt und performt wird. „Bei entsprechend professioneller und kreativer Nutzung bieten alle Potenzial für die Suche und Ansprache von Azubis und jüngeren Mitarbeitern“, meint der HR-Experte.

Welche App eignet sich für welche Berufsgruppe?

Ganz klar, für alle, die schöne Bilder zu zeigen haben, eignen sich Instagram oder Pinterest, um auf sich aufmerksam zu machen. Nicht nur Friseure oder Kosmetikerinnen sind hier aktiv, auch Fliesenleger, Möbeltischler oder das Lebensmittelhandwerk kann mit Bildern für sich werben. „In anderen Berufen geht es eher um die Kommunikation mit Dritten, was für Whatsapp oder Snapchat spricht“, so Scheller. „Interessanterweise sind mir gerade aus dem Baugewerbe zahlreiche Videos auf Tiktok begegnet, die Einblicke in das Leben auf der Baustelle ermöglichen.“

Wie kann ich als kleiner Betrieb Apps wie Tiktok oder Snapchat nutzen?

Wer sich als Erwachsener unter Jugendliche begibt, gerät schnell in die Gefahr, sich lächerlich zu machen. Das gilt natürlich auch für Social-Media-Plattformen. „Das Zauberwort lautet Authentizität“, betont Stefan Scheller. Denn auf diesen Plattformen bilden sich schnell Communities mit eigenen Regeln und eigener Nutzungskultur. „Hier als Unkundiger einzusteigen und bewusst oder unbewusst gegen diese Nutzungskultur zu verstoßen, rächt sich bitter“, warnt Scheller. „Es beginnt mit dem Blocken von unliebsamen Nutzern, dem Melden von solchen Accounts als Spam, bis hin zum kompletten Wechsel der Plattform. Letzteres geschieht dann, wenn der Kommerzialisierungsgedanke von Unternehmen aus dem Blickwinkel der App-Nutzer überhandnimmt.“

Trotzdem könne ein Betrieb einen Versuch wagen. Dabei sei „Lächerlichkeit“ gar nicht unbedingt ein Problem: „Insbesondere auf Tiktok gehört es durchaus dazu, Memes oder selbstironische Videos zu posten. Über sich selbst lachen zu können, erzeugt bei vielen Anwendern echte Sympathie. Aber Vorsicht, der Grat ist sehr schmal!“

Sollte ich als Chef selber aktiv werden?

Wer im Betrieb am ehesten die nötige Authentizität verkörpert, sollte verantwortlich für das Bespielen der App sein. Sind Sie das als Inhaber – bestens, dann legen Sie los. Aber es könnte auch eine Möglichkeit sein, einfach Ihre Azubis machen zu lassen, die ohnehin schon auf Snapchat oder Tiktok unterwegs sind.

„Tiktok bietet zum Beispiel zahlreiche Möglichkeiten, um neben Benutzern und Sounds auch Hashtags zu folgen“, so Scheller. „Das Hashtag #lovemyjob liefert satte 13,5 Millionen Treffer. Ein Blick auf einige der mit diesem Hashtag veröffentlichten Videos zeigt, dass Nutzer bereits heute für ihre Arbeitgeber Employer Branding betreiben. Teils sicherlich ohne es zu wissen.“

Achtung: Wer seine Mitarbeiter oder Azubis beauftragt, sollte vorher klarstellen, in welchem Rahmen sie sich bewegen dürfen. „Am besten geschieht das dadurch, dass der Betrieb nur das Ziel oder die Zielrichtung vorgibt sowie klare No-Gos definiert – etwa ein Fotografierverbot in datenschutzrelevanten Umgebungen. Das „wie“ sollte den Umsetzern und Profi-App-Nutzern überlassen werden“, rät Scheller. Sehr schnell werde ansonsten aus der gewollten authentischen Nutzung ein weisungsgebundenes Auftragswerk mit negativen Auswirkungen auf die Erfolge bei der Personalsuche.

Welche rechtlichen Fallstricke muss ich beachten?

Wer geschäftlich Apps nutzt, sollte sich vor allem um Datenschutz kümmern und sichergehen, dass die Apps keine Adressbücher auslesen. „Elektronisch gespeicherte Kundendaten ungefragt Dritten zur Verfügung zu stellen, ist mit Blick auf die DSGVO ein ernsthafter Verstoß“, warnt Stefan Scheller. Dieses Problem kann umgangen werden, indem ein Handy ausschließlich für Social Media genutzt wird, auf dem sonst keine personenbezogenen Daten gespeichert sind.

„Bei einer Nutzung von Tiktok sollten zudem bestenfalls die Rechte an der für das Video verwendeten Musik vorliegen, um rechtlich sauber zu sein“, so Scheller. „Gleiches gilt für Bildrechte bei Postings in Apps wie Instagram oder Snapchat. Wobei in letztgenannter App das Risiko deswegen etwas geringer einzustufen ist, da Beiträge nach Ablauf von 24 Stunden wieder gelöscht werden.“

Lohnt sich der Aufwand?

Eine Social-Media-Plattform zu bespielen, kostet Zeit. Lohnt sich diese Investition? „Die Antwort steht und fällt mit der Qualität der Inhalte“, sagt Stefan Scheller. „Gerade bei langfristigen und immer wiederkehrenden Recruiting-Bedarfen lohnt sich der Aufbau eines Arbeitgeberimages via App deutlich mehr, als bei einmaligen oder kurzfristigen Bedarfen.“ Schließlich muss der Kanal auch regelmäßig bespielt werden. „Eine individuelle Kosten-Nutzen-Bewertung können Sie nur für sich selbst vornehmen. Hier gibt es kein Patentrezept.“

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