Imageprobleme des Handwerks erschweren die Entscheidung.
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Politik und Gesellschaft

Ihre eigenen Kinder sollen studieren? Warum?

Jetzt mal ehrlich: Würden Sie Ihren eigenen Kindern eine Lehre im Handwerk empfehlen? Nein? Da haben wir den Salat.

Inhaltsverzeichnis

„Mama, ich will Schreinerin werden.“ Die Journalistin Sabrina Fritz hat unlängst in der Tagesschau die Eltern in Deutschland gefragt, was sie darauf antworten würden. Verbreitete Möglichkeiten: „Ach, studier` doch lieber auf Lehramt.“ Oder: „Wie wär’s mit einer Banklehre?“

Fritz stellt fest, dass wir für unseren Alltag „Männer und Frauen brauchen, die ihr Handwerk verstehen“. Es gebe nur ein Problem: Das Ansehen des Handwerks sei in den vergangenen Jahren „abgeblättert wie eine verwitterte Gartentür“.

Falsche Vorstellungen vom Handwerk halten sich hartnäckig

Dass die meisten Menschen ein falsches Bild vom Handwerk hätten, sagt der Geschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertags. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk Kultur beklagt Reiner Nolten, dass Schulbücher immer noch Bäcker vor Backöfen mit offenem Feuer zeigen würden. Oder den Hammer statt der CNC-Maschine. „Und dass auf den Baustellen vieles elektronisch läuft, ist auch nicht bekannt."

Es gebe heute Handwerksmeister, die besser verdienen als Akademiker, sagt Nolten. Und: „Es ist nicht mehr so körperlich anstrengend wie früher." Die Imagekampagne "Die Wirtschaftsmacht von nebenan" arbeite zwar seit Jahren am neuen Bild der Branche: "Aber ein Image zu verändern, braucht immer eine Generation."

Und wie ist es bei Ihnen?

Studieren Ihre Kinder? Sollen Ihre Kinder studieren? Oder haben sie bereits den Weg ins Handwerk gefunden? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

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