Miss & Mister Handwerk 2026: Das sind die Finalisten
Diese zwölf Handwerkerinnen und Handwerker haben es ins Finale von Miss & Mister Handwerk geschafft. Das Online-Voting für den Vorentscheid läuft bereits.
Auf einen Blick
Von Gerüstbau über Gebäudereinigung, Konditorei oder Schneiderei – die Vielfalt der Berufe, aus denen die 12 Finalisten des Wettbewerbs „Miss & Mister Handwerk 2026“ kommen, ist groß. Ebenso die Altersstruktur: Von Auszubildenden über Gesellen bis hin zu Meistern und Betriebsinhabern ist alles vertreten.
Nun geht es ins Publikums-Voting: Noch bis zum 23. Februar ist das Online-Voting möglich hier möglich. Danach geht es in die Endphase, bevor am 4. März auf der Zukunft Handwerk im München Siegerin und Sieger gekürt werden.
Doch wer sind die Kandidaten und wofür stehen Sie? Hier stellen wir die sechs Handwerkerinnen und Handwerker vor, die noch im Rennen um die begehrten Titel sind:
Anne-Katharina Blatter-Miredin: „Bunt und voller Kreativität“

Die 31-jährige Konditormeisterin führt seit 2021 eine Auftragskonditorei in Gottmadingen. Sie ist Mutter eines einjährigen Kindes und liebt „das süße Leben“. In ihrer Freizeit verbringt sie gern mit ihrer Familie Zeit in der Natur, reist und zeichnet. Ihr Leben würde sie als bunt und voller Kreativität beschreiben.
Ihre Social-Media-Kanäle nutzt sie intensiv dazu, „den Konditorberuf und das Handwerk im Allgemeinen modern und cool zu repräsentieren“. Sie zeigt ihrer Community den Arbeitsalltag in der Selbstständigkeit. Zudem setzt sich Blatter-Meredin für die Gleichberechtigung selbstständiger Mütter in Deutschland ein. „Der Titel Miss Handwerk wäre eine wunderbare Chance, um diesen wichtigen Themen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken und einen echten Unterschied zu machen“, sagt sie.
Andrei-Christian Török: Autoschrauber mit Vision

Schon als Kind hat Andrei-Christian Török gern an Autos geschraubt. Mit 15 Jahren ist der gebürtige Rumäne nach Deutschland gekommen. Den Realschulabschluss holte er hier innerhalb von zwei Jahren nach. Nach der Suche nach einer Ausbildungsstelle als Kfz-Mechatroniker erhielt er zunächst eine Absage nach der anderen. Doch dann gab ihm ein Mercedes-Händler in Hannover eine Chance.
Heute ist Török zwar Meister, aber der Weg dahin war nicht einfach. „Ich habe aber nie ans Aufgeben gedacht, auch wenn ich die Prüfungen zweimal wiederholen musste“, sagt er. Seine persönliche Handwerks-Philosophie. „Ich wünsche mir, dass das Handwerk auch wirklich ein Handwerk bleibt. Wo es möglich ist, will ich die Teile reparieren, statt sie einfach durch neue zu ersetzen“, sagt er. Wichtig ist ihm auch, nie zu vergessen, wo er herkommt.
Evelyne Pfundstein: „Handwerk wird unterschätzt“

Am Schornsteinfeger-Handwerk schätzt Evelyne Pfundstein den großen Abwechslungsreichtum und dass kein Tag dem anderen gleicht: Beratung, Kundenkontakt und Lösungsfindung. Zu ihrem Handwerk ist die junge Frau aus Oberharmersbach durch ihre Familie gekommen. In ihrer Freizeit ist sie in der Freiwilligen Feuerwehr und einem Tanzverein aktiv.
Die 25-jährige Gesellin wünscht sich, dass die Gesellschaft endlich sieht und wertschätzt, was sie am Handwerk hat. Beruflich ist ihr Ziel, den Menschen das Glück ins Haus zu bringen. „Zum anderen aber möchte ich Menschen für das Handwerk, und natürlich vor allem für meinen eigenen Beruf, begeistern“, sagt die Schornsteinfegerin. Als „Miss Handwerk“ würde sie jungen Menschen zeigen, dass Handwerk cool ist und nichts mit schlechter Bildung zu tun hat.
Sebastian Richter: Starke Stimme für die Gebäudereiniger

Sebastian Richter ist Gründer und Inhaber der SR Gebäudereinigung in Strausberg. Nach seiner Ausbildung und einer Zwischenstation bei der Bundeswehr machte er sich selbstständig. Sein Schwerpunkt liegt auf chemiefreier Reinigung, bei der er bis zu 90 Prozent Wasser einspart. Als Problemlöser unterstützt der 41-Jährige Unternehmen bei besonders anspruchsvollen Reinigungsfällen.
Seit über zehn Jahren engagiert sich Sebastian ehrenamtlich für das Handwerk – unter anderem bei den Handwerksjunioren und in der Vollversammlung der Handwerkskammer. Er will zeigen, was Handwerk leisten kann: praxisnah, innovativ und ohne unnötige Bürokratie. Mit seiner Bewerbung will der Handwerksmeister das Image des Gebäudereiniger-Handwerks verändern. „Gebäudereiniger sind mehr als „Reinigungskräfte“: Sie sind Fachkräfte, Innovatoren und Umweltschützer zugleich“, sagt er. Zudem setzt er sich für mehr Respekt, Sichtbarkeit und Stolz im Handwerk ein.
Dorit Schmitz: „Frauen können im Handwerk Großes leisten“

Für Dorit Schmitz ist das Handwerk ein Wirtschaftssektor, in dem Menschen mit ihren Händen und ihrem Fachwissen Produkte herstellen, reparieren oder gestalten. Aber es ist für die Zimmerer-Gesellin aus dem Raum Aachen auch das Bewahren und Pflegen von Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Schon als Kind hat sie „Zimmerer-Luft“ geschnuppert, denn ihr Vater hat auch in den Beruf gearbeitet. „Handwerk ist durch Individualität definiert. Alles wird von Hand gemacht, jedes Produkt ist somit ein Unikat“, sagt Schmitz.
Sie beschreibt sich als selbstbewusst und durchsetzungsstark. Vor dem Hintergrund freut sie sich besonders über das Weiterbildungsstipendium, mit dem sie die Meisterausbildung angehen will. Als Miss Handwerk will Dorit sich für Frauen im Handwerk stark machen. Denn sie findet, dass sich auch Frauen in Männerdomänen behaupten können und sollten.
Hannes Graf von Brühl: „Beruf kommt von Berufung“

Hannes Graf von Brühl ist „Gerüstbauer mit Leib und Seele“, wie der 35-Jährige selbst über sich sagt. Obwohl er eigentlich Meister im Metallbauer-Handwerk ist, hat er sein Herz seit acht Jahren an den Gerüstbau verloren. Nach Feierabend verbringt er gern Zeit mit seiner Familie oder entspannt beim Darts-Spielen.
Den möglichen Titel „Mister Handwerk“ möchte der Handwerksmeister aus Köthel in Schleswig-Holstein nutzen, um das Handwerk zu präsentieren. Auf Tiktok und Instagram ist der unter „Der Gerüstbauer“ schon fleißig dabei. Über die Sozialen Medien will er nicht nur zeigen, was Handwerker drauf haben. Sondern er will dem Nachwuchs nahebringen, wie „geil“ das Handwerk ist. Wer seine Videos kennt, sollte sofort sehen, wie er seinen Beruf liebt. „Beruf kommt einfach von Berufung“, sagt der Gerüstbauer.
Emily Maichle: Mit Freude und viel positiver Energie

Emily Maichle arbeitet im Bestattungsunternehmen mit ihren Eltern und ihrem Bruder zusammen. Durch die Berührungspunkte mit den Themen Tod, Trauer und Abschied hat Emily gelernt, wie kostbar jeder Moment ist. Sie selbst hat jeden Tag Freude im Leben, sieht das Schöne, selbst im Schweren. Ihr Antrieb ist eine positive Energie, die ihr Kraft gibt und sie antreibt. Das Leben ist für die 25-Jährige aus Geislingen nicht selbstverständlich, sondern ein Geschenk.
Ihre Freizeit verbringt sie beim Sport, mit Freunden oder ihrem Hund. Miss Handwerk 2026 möchte sie werden, weil sie zeigen möchte, „wie viel Lebensfreude in einem Beruf steckt, der oft nur mit Trauer und Abschied in Verbindung gebracht wird“. Das Bestatterhandwerk sieht sie als Berufung – voller Tiefe, Menschlichkeit und Anerkennung. „Ich möchte das Bild dieses Handwerks modernisieren und sichtbar machen, dass auch junge Menschen diesen Weg mit ganzem Herzen gehen können“, sagt Emily.
Maximilian Buerger: Mit Arbeit und Teamgeist zum Erfolg

Schon mit 19 Jahren hat Maximilian Buerger seinen Meister im Stuckateurhandwerk gemacht und ist Inhaber des Betriebes „Buerger-Meister“ im nordrhein-westfälischen Wetter. Davor sammelte der 21-Jährige Wettbewerbserfahrungen auf Kammer-, Landes- und Bundesebene und gehört zum deutschen Stuckateur-Nationalteam. In seinem Betrieb verbindet er traditionelle Handwerkskunst mit modernen Techniken und einem frischen Blick auf Gestaltung und Ausführung. „Qualität, Zuverlässigkeit und die Begeisterung für jedes einzelne Projekt stehen bei mir im Mittelpunkt“, sagt der Meister.
Wenn er mal frei hat, schaltet er beim Fußballspielen oder –schauen ab, ein guter Ausgleich zum Alltag für ihn. Der Titel Mister Handwerk wäre für ihn nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Verantwortung: Werte wie Zusammenhalt, Engagement und Professionalität nach außen zu tragen. „Ich möchte zeigen, dass Leidenschaft, harte Arbeit und Teamgeist der Schlüssel zum Erfolg sind – und damit ein Vorbild für andere sein“, sagt er.
Thea Scholz: Handwerk mit spannenden Wurzeln

Thea Scholz betreibt als Müllermeisterin die Hegnacher Mühle in Waiblingen. Im Handwerk sind aus ihrer Sicht „die ältesten und spannendsten Berufe verwurzelt“. Die Mutter von drei Kindern wurde in einer Müllerfamilie geboren und wollte immer in diesem Beruf arbeiten. Die 31-Jährige beschreibt sich als „musikalischen Bücherdrachen mit großer Wanderlust“. Im persönlichen Kundenkontakt bekommt sie direkte Wertschätzung für ihre Arbeit und ihre Produkte. Das Kulturgut Brot sei etwas, „um das Deutschland in der ganzen Welt beneidet wird“.
Für Thea ist ihr Gewerk sinnstiftend. Das möchte sie auch anderen jungen Menschen ermöglichen. Aus ihrer Sicht sollte das Handwerk in der Gesellschaft mehr gefragt und gehört werden. „Und es wäre schön, wenn sich nicht mehr so viel nur beschwert würde, sondern vielmehr Politik, Gesellschaft und Medien gemeinsam mit dem Handwerk über ihre Themen sprechen würden“, sagt sie.
Danilo Kneiss: „Handwerker zu sein ist eine Lebenseinstellung“

Fliesenlegermeister Danilo Kneiss baut für Kunden im hochpreisigen Segment Bäder. Über das Handwerk sagt er: „Es ist das wichtigste Bein der Gesellschaft. Ein Handwerker zu sein, das ist für mich eine Lebenseinstellung.“ Das beinhaltet für den Leipziger auch, sie auf vielfältige Art und Weise zu präsentieren. In den Sozialen Medien ist er mit Bildern und Bewegtbildern als „Fliesenlegermeister_Kneissl“ unterwegs.
Seine Freizeit verbringt Kneiss mit seinen Töchtern und seiner Frau. Außerdem teilt er sein Wissen im Fliesenlegerhandwerk in Videos auf Instagram und Tiktok, die er selbst dreht und schneidet. Mister Handwerk möchte der34-jährige Leipziger werden, weil er das Fliesenlegerhandwerk mehr präsentieren möchte, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und mehr Nachwuchs für das Handwerk zu begeistern. Die Faszination, die er im Handwerk sieht, sollen auch andere endlich wieder erkennen.
Anabel Fuchs: „Frauen verdienen genauso viel Respekt wie Männer“

Die Auszubildende Tischlerin Anabel Fuchs ist nach ihrem Wirtschaftsstudium ins Handwerk gekommen. Die 24-Jährige will später mal ihren eigenen Betrieb leiten und hat ihre Bachelorarbeit zum Thema „Fachkräftemangel im Handwerk“ geschrieben. Sie liebt den Werkstoff Holz und ist stolz darauf, Dinge zu erschaffen, die ein Teil des Zuhauses für andere Menschen werden.
Fuchs ist überzeugt: Die Zukunft im Handwerk birgt jede Menge Potenzial und Chancen – durch KI, Social Media oder die Entwicklung der Technik. Aber: „Es hat nach wie vor ein Imageproblem“, sagt die junge Frau aus dem brandenburgischen Angermünde. Dass im Handwerk nur etwa zehn Prozent Frauen arbeiten, möchte sie mit ihrer Bewerbung bei Miss & Mister Handwerk ändern. Ihr Ziel: „Ich möchte als Miss Handwerk dafür werben, mehr Frauen zu motivieren, ins Handwerk zu gehen, und helfen, veraltete Vorurteile aus dem Weg zu räumen.“
Thomas Borgmann-Hartmann: „Handwerk ist generationenübergreifend“

Das Nähen hat Herrenmaßschneider Thomas Borgmann-Hartmann von seiner Oma gelernt. Seither ist er Feuer und Flamme dafür. „Es ist für mich zugleich Tradition und Zukunft – und es ist generationenübergreifend“, sagt der 53-Jährige, der das Atelier „Die Zaubernadel“ im brandenburgischen Bad Saarow betreibt.
Wichtig ist für Borgmann-Hartmann, dass kein Handwerksberuf über einem anderen steht, wichtiger oder besser ist, als ein anderer. „Nur gemeinsam und auf einer Linie können und werden wir gestärkt weitermachen können“, sagt der Handwerker, der sich in sechs Vereinen und Verbänden engagiert. Ihn erfüllt besonders, dass er Stoffe in Kleidungsstücke verwandeln und Kunden deren Träume erfüllen kann. Er selbst träumt von einer Landesinnung Brandenburg des textilschaffenden Handwerks und dass mehr Inklusion im Handwerk wirklich umgesetzt wird.
„Miss & Mister Handwerk 2026“ ist ein Wettbewerb der Verlagsanstalt Handwerk in Kooperation mit der IKK classic und der Signal Iduna.
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