DIW-Studie

Selbstständige: 93 Prozent sorgen für das Alter vor

Eine Altersvorsorgepflicht für alle Selbstständigen wird politisch immer wieder diskutiert. Auch Forscher schlagen jetzt eine Vorsorgepflicht vor – aber nicht für alle.

2 Min.25.03.2026, 17:21 Uhr
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Fast jeder fünfte Selbstständige, insbesondere diejenigen mit geringen Einkommen, ist nicht gut für das Alter abgesichert.
Fast jeder fünfte Selbstständige, insbesondere diejenigen mit geringen Einkommen, ist nicht gut für das Alter abgesichert. Liubomir - stock.adobe.com
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In Deutschland gibt es bislang keine verpflichtende Altersvorsorge, die für alle Selbstständigen greift. Seit Jahren wird daher politisch diskutiert, ob und in welcher Form eine Vorsorgepflicht eingeführt werden sollte.

Eine aktuelle Studie des Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) bietet nun einen Einblick, wie es um die Altersvorsorge von Selbstständige bestellt ist. Grundlage ist eine neue, repräsentative Umfragezur wirtschaftlichen Lage von Selbstständigen, für rund rund 2.000 Selbstständige befragt wurden. Ergebnis: Die große Mehrheit der Selbstständigen sorgt bereits eigenständig für das Alter vor.

DIW-Umfrage: So sorgen Selbstständige für das Alter vor

Demnach nutzen 93 Prozent mindestens eine Form der Altersvorsorge – etwa Kapitalanlagen, Immobilien oder klassische Versicherungen. Rund zwei Drittel kombinieren mehrere Vorsorgeformen, 30 Prozent sogar drei. Im Durchschnitt investieren Selbstständige mehr als ein Fünftel ihres Nettoeinkommens in nicht verpflichtende Altersabsicherung. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Selbstständige grundsätzlich eine hohe Bereitschaft haben, für das Alter vorzusorgen“, so Studienautor Maximilian Priem.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung auch Risiken: Eine kleine Gruppe sorgt überhaupt nicht vor und könnte im Alter auf Grundsicherung angewiesen sein. Zudem fühlt sich knapp ein Fünftel der Selbstständigen nicht ausreichend abgesichert – besonders häufig betrifft dies Personen mit niedrigen Einkommen.

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Altersvorsorge für Selbstständige: Was die Forscher vorschlagen

Vor diesem Hintergrund schlagen die Forschenden eine gezielte Vorsorgepflicht vor, die vor allem jene erfasst, die bislang keine Absicherung betreiben. Ergänzend könnten staatliche Zuschüsse für Geringverdienende eingeführt werden, etwa bis zu einer Einkommensgrenze von 36.000 Euro jährlich.

Zusätzlich könne auch die Einführung einer Vorsorgequote eine Überlegung Wert sein, so die Forscher vom DIW „Als Untergrenze für die Altersabsicherung für alle Selbstständigen könnte sich diese Vorsorgequote an der Höhe des gesamten Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung bis zur Beitragsbemessungsgrenze orientieren“, so ihr Vorschlag. „Dabei sollten alle Vorsorgeformen – gesetzliche Rentenversicherung, private Rentenprodukte und andere Kapitalanlagen – anerkannt werden.“

Die Studienautoren betonen, dass flexible Modelle und gezielte Förderung entscheidend seien, um sowohl Eigenverantwortung als auch soziale Absicherung zu gewährleisten.

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