Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie dem neuen Mitarbeiter helfen können. Zum Beispiel, indem Sie ihm bei seinen Schwächen helfen.
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Passt nicht? Gibt’s nicht!

So geben Sie neuen Mitarbeitern eine zweite Chance!

Nicht jeder neue Mitarbeiter passt sofort nahtlos in den laufenden Betrieb. Wenn Sie Zweifel haben, können Sie kündigen – oder gegensteuern! Wie das geht, verrät handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Bei Problemen mit neuen Mitarbeitern ist der Chef gefragt: Er muss die Sache in die Hand nehmen und entscheiden, ob sich eine zweite Chance für den Neuen lohnt.
  • Dazu müssen Sie zunächst die Ursachen für zwischenmenschliche Probleme herausfinden und die Stärken und Schwächen des Neuen analysieren.
  • Wenn Sie ihm eine Chance geben, dann sollten Sie ihn richtig einsetzen, mit ihm an seinen Schwächen arbeiten und für ihn ansprechbar sein.

Das Bewerbungsgespräch mit dem Mitarbeiter verlief super, alles hat gepasst – und jetzt: Es passt nicht! Der neue Mitarbeiter eckt an, kommt mit seinen Kollegen nicht klar. Die wollen ihn gar nicht mehr mitnehmen. Neben zwischenmenschlichen Problemen gibt es auch fachliche Mängel.

Chefsache: Gegensteuern in 3 Schritten!

Führen Sie ein Gespräch mit Ihrem neuen Mitarbeiter und bereiten Sie dieses Gespräch gut vor.

1. Gehen Sie zwischenmenschlichen Problemen auf den Grund:

  • Warum "funkt" es zwischenmenschlich nicht?
  • Ist er besser in einem anderen Team aufgehoben?
  • Wollen Sie mit dem Team, in dem er bisher mitgewirkt hat, ein Gespräch führen? Lassen sich hier Lösungen finden?

2. Überprüfen Sie Ihre Erwartungen und die Realität, was sind seine Stärken und Schwächen:

  • Was waren damals die Gründe, warum Sie ihn eingestellt haben?
  • Was hat sich aus heutiger Sicht verändert?
  • Erstellen Sie schriftlich und gemeinsam mit dem neuen Mitarbeiter eine Stärken- und Schwächenanalyse. Jetzt können Sie die einzelnen Punkte im Detail mit ihm besprechen.
  • Setzen Sie Ihren neuen Mitarbeiter nach seinen Begabungen ein?

3. Geben Sie ihm eine zweite Chance:

  • Positionieren Sie den Neuen richtig – wenn es noch möglich ist.
  • Verschaffen Sie ihm wieder "Luft" für einen kleinen Neustart in einem anderen Team, mit anderen Menschen.
  • Arbeiten Sie mit ihm an den gemeinsam ermittelten Schwachpunkten, sowohl fachlich, als auch persönlich. Bieten Sie ihm Ihre Hilfe dafür an!
  • Lassen Sie es nicht schleifen, bleiben Sie dran, immer mit offenen Augen für ihn, und suchen Sie immer wieder das Gespräch.

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Teamlösung: „Ich schau' mir den mal bis Dienstag an“

Manchmal ist aber doch die Lösung im Team die beste Variante. Ich erinnere mich dabei sehr gerne an Geschichten aus meinem Handwerksunternehmen: Wenn es nicht so gepasst hat, wie wir uns das alle im Vorstellungsgespräch gedacht hatten, kam mein Vorarbeiter Bernd, mit seiner hohen fachlichen und persönlichen Kompetenz zum Einsatz: „Gib' mir den Neuen mal mit. Ich schaue mir den mal bis Dienstag an, dann reden wir noch mal und dann entscheiden wir abschließend, was passieren soll und was wir gemeinsam tun können.“

Die Worte „bis Dienstag“ wurden bei uns im Team zu geflügelten Worten und kamen immer dann zum Einsatz, wenn etwas nicht klappte: „Pass auf, der Bernd nimmt dich mit und dann hast du noch bis Dienstag!“ Bitte, nicht negativ verstehen: Es war immer sehr lustig dabei und alle im Team konnten sich mit diesem Satz identifizieren. Und geholfen hat es vielen Mitarbeitern auch, denn es wurden keine Probleme gewälzt, sondern vielmehr gemeinsam nach Lösungen gesucht!

Trennen können Sie sich immer noch

Den perfekten Mitarbeiter gibt es sowieso nicht. Es ist unsere Aufgabe, als Unternehmer, gemeinsam mit unserem Team, daran zu arbeiten, dass alle im Team jeden Tag ein wenig besser werden.

Warum sollen Sie den neuen Mitarbeiter und die Chancen, die sich dem Unternehmen durch ihn bieten, frühzeitig und ohne weitere Versuche mit ihm aufgeben?

Wenn es dann gar nicht klappt, bleibt, am langen Ende, immer noch die Trennung.

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Über Klaus Steinseifer: Zuerst Bankkaufmann und danach Maler- und Lackierermeister. Er übernahm das väterliche Unternehmen. 1989 startete sein Qualifizierungsunternehmen im Handwerk "Die Steinseifer-Seminare". Heute ist er als Seminarleiter, Referent, Berater und Autor im Handwerk und für Ihren unternehmerischen Erfolg zuständig. Seine Leidenschaft ist das Handwerk und als Praktiker weiß er genau, wo Sie der Schuh drückt und wie Sie mit ihm zusammen Ihre Veränderungswünsche Realität werden lassen. Mehr Infos unter www.steinseifer.com

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