KfW-Mittelstandspanel

Mittelstand: Warum Unternehmen immer weniger Kredite aufnehmen

Insgesamt ziehen immer weniger Mittelständler eine Kreditfinanzierung in Betracht, zeigt eine aktuelle Studie. Wer bei der Kreditaufnahme besonders zurückhaltend ist.

3 Min.20.04.2026, 18:21 Uhr
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Grund für die Ablehnung von Kreditfinanzierung: 63 Prozent der Unternehmen gaben beim Mittelstandspanel an, dass sie Schulden vermeiden wollen.
Grund für die Ablehnung von Kreditfinanzierung: 63 Prozent der Unternehmen gaben beim Mittelstandspanel an, dass sie Schulden vermeiden wollen. Zerbor - stock.adobe.com
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Immer weniger mittelständische Unternehmen interessieren sich für eine Kreditaufnahme bei ihrer Bank oder Sparkasse. Zu diesem Ergebnis kommt die Förderbank KfW im aktuellen Mittelstandspanel. Demnach sind aktuell nur 27 Prozent der Mittelständler in Deutschland grundsätzlich bereit, einen Bankkredit aufzunehmen, um damit Investitionen zu finanzieren. Laut KfW ist das der niedrigste Wert seit zehn Jahren. 2023 hätten noch 42 Prozent der Mittelständler eine Kreditfinanzierung in Betracht gezogen, 2017 seien es sogar 66 Prozent der Unternehmen gewesen.

„Die mittelständischen Unternehmen haben derzeit einen sehr ausgeprägten Wunsch nach finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit“, kommentiert KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher die Ergebnisse des aktuellen Panels. „Die schwierige konjunkturelle Lage und die unsicheren wirtschaftlichen Zukunftsaussichten führen dazu, dass viele Unternehmen sehr vorsichtig agieren und auf Neuverschuldung verzichten.“

KfW-Mittelstandspanel: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Beim Mittelstandspanel wurden die Unternehmen auch danach gefragt, warum sie eine Kreditfinanzierung ablehnen. Ergebnis:

  • 63 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie Schulden vermeiden wollen.
  • Die Hälfte der Unternehmen sagte, grundsätzlich keine Fremdfinanzierung in Anspruch nehmen zu wollen (2017: 15 Prozent und 2023: 27 Prozent).
  • Und 36 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie keinen Kreditbedarf haben, weil sie über genügend Eigenmittel für Investitionen verfügen.
  • Zudem beklagten sich 30 Prozent der befragten Unternehmen über die zu hohen Offenlegungspflichten – also darüber, dass Banken und Sparkassen zu viele Informationen von den Unternehmen verlangten.
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Der Rückgang der Bereitschaft zur Kreditfinanzierung wird laut KfW fast ausschließlich von Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten getrieben. Das liege daran, dass sie aufgrund ihrer hohen Anzahl den Gesamttrend dominieren. Nur 27 Prozent der Kleinunternehmen zögen eine Kreditfinanzierung in Betracht (2017: 69 Prozent und 2023: 41 Prozent). Bei größeren Mittelständlern mit mehr als zehn Mitarbeitenden bleibe das Kreditinteresse mit 56 Prozent dagegen über die Jahre hinweg recht stabil.

Vom Rückgang des Kreditinteresses sind laut KfW alle Wirtschaftszweige betroffen. Allerdings sei der Einbruch im Dienstleistungssektor besonders stark. Dort käme eine Kreditaufnahme aktuell nur noch für 21 Prozent der Unternehmen in Betracht (2017: 73 Prozent und 2023: 39 Prozent).

„Positiv zu vermerken ist, dass mehr Unternehmen als noch vor einigen Jahren ihre Eigenmittelausstattung als ausreichend für ihre Investitionsvorhaben ansehen“, sagt Dirk Schumacher. Allerdings geht der KfW-Chefvolkswirt davon aus, dass der Investitionsbedarf im Mittelstand insgesamt so hoch ist, dass externes Kapital unverzichtbar sein dürfte, um die Zukunft vieler Unternehmen zu sichern. „Ohne die grundsätzliche Bereitschaft mittelständischer Unternehmen, auch Kredite aufzunehmen, drohen notwendige Investitionsvorhaben auszubleiben“, warnt Schumacher.

Wen die KfW für den Mittelstandspanel befragt

Für den Mittelstandspanel werden laut KfW regelmäßig kleine und mittlere Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro befragt. Die Ergebnisse des aktuellen Panels basieren auf repräsentativen Befragungen, die im Januar 2026 durchgeführt wurden, teilt die Förderbank mit.

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