So entscheiden deutsche Gericht.
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Recht

Urlaub: Diese Urteile sollten Arbeitgeber kennen

Manche Arbeitnehmer verplanen zu wenig Urlaubstage, andere zu viele. Beides kann zu Streit führen. 5 Urteile zum Thema Urlaub im Überblick.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Ob nicht genommener Urlaub, Urlaubsantrag per E-Mail oder die Vererbbarkeit von Urlaubsansprüchen – freie Tage sind manchmal Anlass für Streit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
  • Regelmäßig müssen sich auch Gerichte mit solchen Streitigkeiten auseinandersetzen.
  • In diesem Artikel finden Sie eine Auflistung von Gerichtsentscheidungen zum Thema Urlaub, die wir regelmäßig aktualisieren.

Urlaub ist vor allem dazu da, dass sich Mitarbeiter erholen können. Manche Arbeitgeber greifen deshalb sogar tief in die Tasche und zahlen ihren Angestellten Urlaubsgeld. Trotzdem herrscht nicht immer Einigkeit, wenn es um freie Tage geht. Mal ist es die Urlaubsplanung, die für Streit sorgt, mal sind es handfeste Streitigkeiten um Urlaubsansprüche. Können sich Chefs mit ihren Mitarbeitern nicht einigen, landet ein Streit im schlimmsten Fall vor Gericht. Doch wie entscheiden die Richter in solchen Fällen? Hier ein Überblick.

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Bundesarbeitsgericht: Urlaubstage verfallen nicht automatisch

Wegen 51 verfallener Urlaubstage verklagte ein Mitarbeiter seinen ehemaligen Arbeitgeber. Der Mann forderte rund 12.000 Euro Schadensersatz. Das Bundesarbeitsgericht entschied (Az. 9 AZR 541/15): Der Urlaubsanspruch von Arbeitnehmern erlischt nur dann am Ende eines Kalenderjahres, wenn der Arbeitgeber zuvor über den Anspruch und die Verfallsfristen informiert hat.

Was dieses Urteil für die Praxis genau bedeutet, erfahren Sie im Beitrag „Nicht genommener Urlaub verfällt nicht automatisch“.

Stundenweise Urlaub gewähren? Das müssen Betriebe nicht!

Jahrelang gewährte ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern auch stundenweise Urlaub. Als er diese Praxis einstellte, reichte ein Mitarbeiter Klage ein. Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Az.: 11 Sa 39/17) stellte sich auf die Seite des Arbeitgebers. Aus dem Bundesurlaubsgesetz ergebe sich kein Anspruch auf Bruchteile von Urlaubstagen, sondern auf Werktage, so die Urteilsbegründung.

Im Streit um stundenweisen Urlaub können Arbeitnehmer unter Umständen bessere Karten haben. Wann das der Fall ist, lesen Sie im Beitrag „Betriebe müssen keinen stundenweisen Urlaub gewähren“.

Krank melden aber Urlaub machen? Ein Kündigungsgrund!

Eine Mitarbeiterin meldete sich bei ihrem Arbeitgeber krank und verreiste. Ihr Arbeitgeber kam dahinter und stellte eine fristlose Kündigung aus. Zu Recht, entschied das Landesarbeitsgericht Köln (Az. 4 Sa 936/16). Schließlich können Arbeitgeber kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Warum der Rausschmiss trotz Krankschreibung rechtmäßig war, erfahren Sie im Beitrag „Vorgetäuschte Krankheit ist Kündigungsgrund“.

Urteil

Nicht genommener Urlaub verfällt nicht automatisch

Bundesarbeitsgericht stärkt Rechte der Arbeitnehmer: Künftig müssen Chefs dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter ihren Jahresurlaub nehmen können.

Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts

Arbeitsrecht: Diese 10 Urteile sollten Arbeitgeber kennen

Befristung, Videoüberwachung oder Resturlaub – es gibt viele Gründe für Streit mit Mitarbeitern. Diese Urteile des Bundesarbeitsgerichts sollten Chefs kennen.

LAG-Urteil

Eigenmächtiger Spontanurlaub rechtfertigt fristlose Kündigung

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Urteil

Kein Urlaub für dauerkranke Mitarbeiter

Das Bundesarbeitsgericht entschied, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter auf ihren verfallenden Urlaubsanspruch hinweisen müssen. Das gilt aber nicht immer.