Denn eine Vielzahl von Kunden informiert sich im Internet, bevor sie einen Handwerker beauftragt.
Foto: kange_one - Fotolia.com

Marketing und Werbung

Website-Nutzung: Betriebe haben Nachholbedarf

Websites sind ein wichtiger Marketingkanal und tragen zur Nachwuchsgewinnung bei. Doch viele Betriebe nutzen dieses Potenzial nicht, zeigt eine aktuelle Studie.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Etwa 30 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland nutzen eine Homepage, ergibt eine Untersuchung des ifh in Göttingen.
  • Die Nutzung variiert von Branche zu Branche: Spitzenreiter sind die Gesundheitshandwerke.
  • Auch regional gibt es Unterschiede: Betriebe in Städten sind doppelt so häufig mit einer Website vertreten wie Handwerker in ländlichen Regionen.
  • In Sachen Social Media sind einige Branchen gut aufgestellt. In den meisten Betrieben gibt es der Studie zufolge aber Nachholbedarf.

Nicht alle Betriebe im Handwerk betreiben eine Website. Die Studie „Homepage-Nutzung im Handwerk“ des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen belegt das. Die Untersuchung beruht auf 345.000 Gelbe Seiten-Einträgen und den damit verknüpften 105.000 Homepages. Die Ergebnisse:

Meister macht 60 Prozent seines Umsatzes über die Website

Für Meister Jan Voges läuft es rund. Doch das ist für den Unternehmer kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Er sorgt im Netz für schlechtere Zeiten vor.
Artikel lesen >

Social-Media-Nutzung: Facebook klare Nummer Eins

Facebook ist das soziale Netzwerk, das Handwerksbetriebe am häufigsten nutzen, hat die Studie ergeben. Insgesamt bindet etwa jeder zehnte Betrieb, der eine Website nutzt, Social-Media-Aktivitäten dort ein.

  • Am häufigsten binden Betriebe aus dem Kfz-, Lebensmittel- und Gesundheitsgewerbe Facebook auf ihrer Homepage ein, am seltensten Betriebe aus dem Bauhaupt- und Ausbaugewerbe.
  • Instagram wird deutlich weniger verwendet. Je nach Branche variiert der Anteil zwischen zwei und 13 Prozent. Das Lebensmittelgewerbe führt die Instagram-Einbindung an.
  • Die Autoren der Studie vermuten, dass Instagram ein spezieller Werbekanal ist, der nur von wenigen Gewerken genutzt wird.

Empfehlung: Wer nicht digital nachrüstet, geht unter

Ein niedriges Niveau der Digitalisierung des Marketings in Betrieben könnte langfristig eine Entwicklungsschwäche und ein Risiko darstellen, bemerken die Autoren der Studie: „Eine Zurückhaltung von Handwerksbetrieben kann zu einem substanziellen Wettbewerbsnachteil werden“, heißt es im Fazit der Erhebung. Sobald sich der Wettbewerb um Aufträge aufgrund einer schwächeren Konjunktur verschärft, könne eine nicht vorhandene digitale Vertriebsstrategie problematisch werden.

Die Empfehlung der Autoren: Der Ausbau einer digitalen Präsenz im Internet sei in der jetzigen konjunkturellen Hochphase sinnvoll und wünschenswert. Denn wer jetzt schon an Zeiten schwächerer Konjunktur denke, müsse nicht erst in Phasen des verstärkten Wettbewerbs mit dem Aufbau digitaler Reichweite beginnen.

Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels raten die Autoren zu digitalem Engagement der Betriebe: Handwerksinteressierten Nachwuchs vermuten sie auf digitalen Kanälen. Eine Internetpräsenz sei für Bewerber ein Indikator für Modernität und Leistungsfähigkeit.

Tipp: Sie wollen mehr zum Thema Marketing & Werbung erfahren? Mit dem handwerk.com-Newsletter versorgen wir Sie regelmäßig mit interessanten Infos. Hier geht es zur Anmeldung!

Auch interessant:

Marketing-Praxisbericht: „Wir sind regelmäßig aktiv!“

Erst eine neue Website – und dann ganz klassisch Flyer? Handwerksmeister Thorben Werner erläutert, worin der Schlüssel seines Marketingerfolgs lag.
Artikel lesen >

Warum mobil-optimierte Websites immer wichtiger werden

Mehr als die Hälfte aller Seiten in den Google-Suchergebnissen stammen inzwischen aus Googles Mobile-First-Index. Andere Seiten haben das Nachsehen.
Artikel lesen >

Sichtbarkeit im Netz

4 Tipps: So schöpfen Sie die Potenziale Ihrer Website aus

Kleine Betriebe sollten mehr tun, um sichtbarer im Internet zu werden, ergibt eine neue Studie. Mit diesen Tipps der Marketing-Experten können Sie nachhelfen.

Digitalisierung + IT

Digitalisierungsindex: So digital sind Handwerker

Was macht Digitalisierung im Handwerk aus und in welchen Schritten läuft sie ab? Eine neue Untersuchung liefert Antworten.

Marketing

10 Marketing-Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Beim Marketing für kleine und mittlere Handwerksbetriebe kommt es vor allem auf das „Wie“ an. Was machen viele Betriebe dabei falsch?

Zahlen vom Statistischen Bundesamt

Handwerk erzielt 2017 deutliches Umsatzplus

Die Konjunktur brummt. Und das Handwerk profitiert davon, wie die neuesten Umsatzzahlen zeigen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Gewerken.