Mit kleinen Beträgen können auch Handwerksbetriebe mit der Suchmaschinenwerbung gezielt Dienstleistungen vermarkten und mehr Klicks einfahren.
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Suchmaschinenwerbung

Werbung mit Google Ads: Bezahlte Klicks mit großer Wirkung

Wer bei Google zu bestimmten Leistungen gefunden werden will, kann mit kleinen Beträgen Großes erreichen: mit Google Ads. Wie Sie die Suchmaschinenwerbung gezielt angehen, lesen Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Google Ads sind Anzeigen auf den Ergebnisseiten der Google-Suche. Schalten kann sie jeder Betrieb selbst, man braucht dafür ein Google Ads-Konto.
  • Ob mehr Aufmerksamkeit für bestimmte Dienstleistungen, die Erschließung neuer Zielgruppen oder Mitarbeitersuche – Google Ads sind vielseitig einsetzbar.
  • Jedoch sollten Sie vor dem Schalten von Google-Anzeigen konkrete Vorstellungen davon haben, was Sie damit erreichen wollen.
  • Wichtig auch: Eine gut aufgestellte Website mit Kontaktdaten. Zudem sollten Sie sicherstellen, dass jemand im Betrieb erreichbar ist, wenn Anfragen von potenziellen Kunden oder Mitarbeitern eingehen.

Mehr Aufmerksamkeit, mehr Klicks und ein besseres Google-Ranking: Wer eine Website betreibt, hat diese Ziele ständig vor Augen. Mit einer gut sichtbaren Website, die aktuelle Inhalte hat, guten Fotos und einer sauberen Technik, ist das auch möglich. Diese Komponenten sind auch eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Werbung mit der Website.

Bezahlte Werbung als Trafficbringer

Denn wer gezielt bestimmte Dienstleistungen hervorheben will und das in einem festgelegten Zeitraum, dem stehen auch andere Möglichkeiten offen: Was jahrelang Google Adwords hieß, heißt seit dem Spätsommer Google Ads – sprich: bezahlte Werbung auf Google für Suchanfragen, die zu Ihren Dienstleistungen passen.

Wozu eignen sich die Google-Anzeigen? Beispielsweise dazu, folgende Ziele zu erreichen, weiß Christina Nehls, SEA-Kampagnen-Managerin bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft in Hannover:

  • Mehr Nutzer auf Ihre Website zu holen.
  • Ihren Internetauftritt bekannter zu machen.
  • Eine spezifische Zielgruppe zu erschließen.
  • Auf Sonderaktionen hinzuweisen: zum Beispiel Mitarbeitersuche, Rabattaktionen, besondere Dienstleistungen.

Legen Sie Ihre Ziele vorab fest!

Bevor Sie mit Google Ads loslegen, sollten Sie sich genau überlegen, auf wen und worauf die Kampagne abzielen soll. Wen wollen Sie erreichen? Was genau wollen Sie erreichen? Wenn Sie beispielsweise Kunden zu einem ganz bestimmten Angebot lenken wollen, müssen Sie auch sicherstellen, dass Sie die Nachfrage abdecken können.

Beispiel: Sie sind Dachdecker und bewerben aus Ihrem Leistungsportfolio die Dachsanierung. Es melden sich Kunden, zu denen Sie mehr als 100 Kilometer fahren müssten. „Solche Fälle sollten Sie von vornherein ausschließen und die Anzeigen gezielt einsetzen und eingrenzen“, betont Nehls. Denn es besteht die Möglichkeit, den Radius, in dem die Anzeige bei Nutzern angezeigt wird, einzuschränken.

Dazu gehören auch Überlegungen wie: Wer sind meine Kunden? Wie ticken sie? Gehen sie eher stationär ins Internet oder mit mobilen Geräten? Wann sind sie wahrscheinlich online? Wann sollen sie auf meine Werbung aufmerksam werden? Wie viel Geld möchte ich überhaupt investieren?

Je nachdem, welche Ziele Sie mit den Werbeanzeigen verfolgen, können Sie verschiedene Parameter auswählen und genau auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden.

Keywords gezielt festlegen: Beim Start einer Kampagne sollten Sie wissen, welche Keywords (sprich: Schlüsselwörter) Sie festlegen wollen. Also unter welchen Suchwörtern Ihre Kunden wahrscheinlich suchen und mit welchen Begriffen Sie gefunden werden wollen.

Beispiel 1: Sie haben eine Tischlerei und sind auf Massivholzmöbel spezialisiert. Wenn Sie diesen Bereich besonders hervorheben wollen, werben Sie mit den Begriffen Massivholzmöbel, Massivholzmöbel nach Maß oder handgefertigte Massivholzmöbel – lassen dabei aber andere Schlagworte, wie Fenster- oder Türeneinbau außen vor. Auch wenn Sie diese Dienstleistungen mit im Portfolio haben.

Beispiel 2: Sie suchen nach Mitarbeitern. Dann ist es sinnvoll, sich auch nur darauf zu konzentrieren und eine eigene Werbekampagne nur für die Mitarbeitersuche zu starten. Die Zielseite ist die Unterseite Ihrer Website, auf der Sie Stellenanzeigen veröffentlicht haben oder Ihre Firma und die Vorzüge für potenzielle Mitarbeiter vorstellen.

Seien Sie für Kunden erreichbar!

Zeitraum eingrenzen: Wenn Sie sich ein Google Ads-Konto angelegt haben, können Sie auch auswählen, zu welcher Tageszeit die Anzeigen eingeblendet werden. Tipp: Wählen Sie bei einem eingeschränkten Tagesbudget die Veröffentlichung der Anzeigen so, dass zu der Zeit auch das Büro besetzt ist. Sonst laufen Anfragen von Kunden ins Leere.

Handwerksbetrieben empfiehlt Christina Nehls generell, Google Ads zu schalten – unabhängig von Aktionen oder saisonabhängigen Kampagnen. Das hat folgende Vorteile: „Google Ads erhöhen die Sichtbarkeit der Website und damit auch die Anfragen von Kunden bei dem Unternehmen“, sagt sie. Aber zu welchen Themen die Anfragen kommen, können Sie selbst durch die Auswahl der Keywords steuern. Aktionen können Sie zusätzlich in einem abgeschlossenen Zeitraum bewerben.

Erreichbarkeit sicherstellen: Wenn Sie Google-Anzeigen schalten und einen Bereich Ihrer Dienstleistung bewerben, müssen Sie damit rechnen, dass sich vermehrt Interessenten bei Ihnen melden. Aus diesem Grund sollten Sie sicherstellen, dass Sie einen Anrufbeantworter angeschaltet haben, wenn niemand persönlich ans Telefon gehen kann.

Kosten kalkulieren – Budget verteilen

Für jede Kampagne können Sie ein bestimmtes Tagesbudget festlegen. Eine einheitliche Preistabelle gibt es nicht: „Preise bei Google Ads werden pro Klick abgerechnet“, sagt Nehls. Sie variieren von Branche zu Branche – je nachdem, wie umkämpft der Markt zu einem bestimmten Keyword ist.

Hintergrund: In der Google-Suche gibt es insgesamt 7 Anzeigenplätze. Vier liegen oberhalb der organischen (unbezahlten) Suchergebnisse, drei darunter. „Wer die maximale Aufmerksamkeit für seine Website will, kommt um Google Ads nicht herum“, betont Nehls. Jeder legt den Einsatz für ein viel umkämpftes Keyword selbst fest. Je mehr Nutzer ein Keyword bewerben, desto teurer werden die Anzeigen.

Alternativ kann man auf ein anderes Keyword ausweichen. Der Vorteil: Man wird dort vielleicht häufiger gesucht und es kostet weniger. „Im Laufe der Zeit entwickelt man eine Strategie für die Gebote“, sagt Christina Nehls.

Beispiel 1: Sie können für eine Kampagne, die eine Dienstleistung aus Ihrem Portfolio bewirbt, ein Tagesbudget festlegen. Wenn Sie nur testen wollen, wie die Nachfrage ist, legen Sie das Budget auf 5 oder 10 Euro fest. Sie erhalten mit Sicherheit einige Klicks auf die Anzeige. „Damit ist mehr Traffic auf Ihrer Website, als wenn Sie gar keine Anzeigen laufen haben“, betont Nehls.

Beispiel 2: Sie legen für eine Anzeige zur Mitarbeitersuche ein Gesamtbudget von 200 Euro für einen Zeitraum von zwei Wochen fest. Je mehr Nutzer auf die Anzeige klicken, desto schneller ist das Budget aufgebraucht.

Überprüfen und nachjustieren

„Eine regelmäßige Auswertung der Suchergebnisse und der erreichten Klicks zu den Keywords ist unbedingt notwendig“, sagt Christina Nehls. Denn wer nicht nachprüfe, ob die Kampagnen ihre Ziele erreichen, verschwende Geld und Zeit. Oder lenke die Aufmerksamkeit auf Bereiche seines Betriebs, die gar nicht beworben werden wollen. Zu Beginn einer Kampagne sollten Sie einmal in der Woche schauen, ob die Aktion läuft. Später reiche es einmal im Monat, sagt die Online-Marketing-Expertin.

Unter anderem gilt es, Folgendes nachzuprüfen:

  • In welchem Zeitraum wird nach den Stichwörtern gesucht, die Sie festgelegt haben?
  • Sind die Keywords richtig ausgewählt oder müssen sie geändert oder noch detaillierter formuliert werden?
  • Wie wird das Budget belastet? Muss ich das Budget anders verteilen?
  • Ist mit der Technik alles in Ordnung?

Das Nachprüfen ist nicht nur wichtig, um nachzubessern, sagt Nehls. Es dient auch dazu, Ihre Kunden besser kennenzulernen. Denn die Auswertung liefert Erkenntnisse über das Suchverhalten von Kunden und potenziellen Kunden. Die Zahlen liefern beispielsweise Aussagen darüber, auf welchem Bereich Ihrer Website die Nutzer schauen und wie lange sie auf der Website bleiben.

„Allein das ist schon ein Pluspunkt, der dafürspricht, dauerhaft in Google Ads zu investieren“, betont Christina Nehls. Im Laufe der Zeit entwickele man ein Gespür dafür, wann es angebracht ist, das Budget für ein bestimmtes Keyword zu erhöhen oder wann ein neues Thema beworben werden kann.

Website als Dreh- und Angelpunkt der Marketingaktivitäten

Grundlage für die erfolgreiche Werbung mit Google Ads ist laut Nehls eine Website, die als Aushängeschild des Betriebs dienen sollte. Gerade wenn Unternehmen um Mitarbeiter und Kunden werben, ist die Website „wie die Auslage in einem Ladengeschäft“, sagt die Kampagnen-Managerin.

Gut sichtbare Kontaktinformationen auf der Startseite und den Unterseiten seien ebenso wichtig wie eine Unterseite mit Referenzen und Informationen über das Team. „Damit bauen Sie Vertrauen zu Ihren potenziellen Kunden und Mitarbeitern auf“, betont sie.

Ohne eine gut funktionierende und mobil optimierte Website sei das Geld für Google Ads fast rausgeschmissen, meint Nehls. Wer sich nach dem Klick auf eine Anzeige auf der Website weiter umschauen möchte und keine Informationen findet, klicke wieder weg. Und Kunden, die wegklicken, kommen so schnell nicht wieder.

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