„Berufsspezialist“, „Berufsbachelor“ und „Berufsmaster“ – laut Referentenentwurf des Bundesbildungsministeriums soll es künftig drei neue Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse geben.
Foto: nicoletaionescu - stock.adobe.com

Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG)

Wird der Meister bald Berufsbachelor?

Die Bundesbildungsministerin will für berufliche Fortbildungsabschlüsse drei neue Bezeichnungen einführen. Das Ziel: mehr Klarheit und bessere Vergleichbarkeit – auch im Handwerk.

Es gibt unzählige Fortbildungsabschlüsse und -bezeichnungen in Deutschland. Diesem Bezeichnungswildwuchs will Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ein Ende setzen. Sie plant die Einführung von drei Abschlussbezeichnungen.

Wie aus dem Referentenentwurf für das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG) hervorgeht, sollen sie „Berufsspezialist“, „Berufsbachelor“ und „Berufsmaster“ heißen. Was die neuen Berufsbezeichnungen für das Handwerk bedeuten, geht aus dem Papier nur zum Teil hervor. So sollen diejenigen, die ihre Meisterprüfung bestehen, künftig den Fortbildungsabschluss „Berufsbachelor“ erlangen.

Viele handwerk.com-Leser sehen dieses Vorhaben der Bundesregierung kritisch.

Was handwerk.com-Leser vom „Bachelor Professional“ halten

Mit dem „Bachelor Professional“ will das Bundeskabinett eine ergänzende Bezeichnung für den Meister einführen. Viele handwerk.com-Leser sehen die Pläne kritisch.
Artikel lesen

Mit den Abschlussbezeichnungen will das Ministerium die Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung stärken. Wünschenswert findet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Bezeichnungen, die eine Vergleichbarkeit mit akademischen Titeln und auch international ermöglichen. Allerdings sieht ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer die Wortschöpfungen „Berufsbachelor“ und „Berufsmaster“ dafür wenig geeignet. Sie seien irreführend.

Herkömmliche Berufsbezeichnungen wie der Meister sollten erhalten bleiben und die neuen Bezeichnungen lediglich als Ergänzung eingeführt werden. Im Gespräch mit der Bundesbildungsministerin habe er sich darauf auch verständigt.

Abweichend vom BMBF brachte der ZDH-Präsident drei andere Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse ins Spiel:

  • Bachelor Professional als Ergänzung für den Meister
  • Master Professional als Ergänzung für den Betriebswirt und
  • Professional Expert als Ergänzung für den Gesellen.

Beschlossene Sache sind die neuen Bezeichnungen noch nicht. Medienberichten zufolge will das Bundeskabinett die Reform des Berufsbildungsgesetzes am Mittwoch beschließen.

Was halten Sie von den Plänen der Bundesbildungsministerin: Wären neue Abschlussbezeichnungen hilfreich oder finden Sie die eher überflüssig? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie uns an redaktion@handwerk.com.

Auch interessant:

Fleischer und Goldschmiede können durch den Erwerb des Meistertitels im Verhältnis die größten Gehaltssprünge machen.

Wie viel Geld mehr verdienen Sie mit dem Meistertitel?

Mit einem Meistertitel verdienen Handwerker mehr Geld als ohne. Wie viel das ausmacht, verrät ein aktueller Gehaltsvergleich.
Artikel lesen

Meister vermisst Wertschätzung

Erst zum Empfang eingeladen, dann wieder ausgeladen. Sebastian Rost empört der Umgang mit Handwerkern nach Abschluss der Bauarbeiten an der Berliner Staatsoper. Seinem Ärger über fehlende Wertschätzung machte er nun Luft.
Artikel lesen
Viele handwerk.com-Leser sehen dieses Vorhaben der Bundesregierung kritisch.
Foto: sebra - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Was handwerk.com-Leser vom „Bachelor Professional“ halten

Mit dem „Bachelor Professional“ will das Bundeskabinett eine ergänzende Bezeichnung für den Meister einführen. Viele handwerk.com-Leser sehen die Pläne kritisch.

Zum Jahreswechsel soll der Azubi-Mindestlohn eingeführt werden. Außerdem soll es künftig neue Abschlussbezeichnungen der höheren Berufsbildung geben, darunter der „Bachelor Professional“.
Foto: 5second - stock.adobe.com

Berufsbildungsgesetz (BBiG)

Bundesrat stimmt für „Bachelor Professional“ und Azubi-Mindestlohn

Die Länderkammer gibt grünes Licht für Änderungen bei der beruflichen Bildung. Was sich zum 1. Januar 2020 ändert.

Azubis haben künftig nicht nur Anspruch auf den Azubi-Mindestlohn, sie müssen nach der Berufsschule auch nicht mehr zurück in den Betrieb.
Foto: Wellnhofer Designs - stock.adobe.com

Azubi-Mindestlohn und „Bachelor Professional“

Bundestag beschließt Reform der Berufsbildung

Einführung des Azubi-Mindestlohns und die Einführung von Bezeichnungen wie dem „Bachelor Professional“. Das soll 2020 auf das Handwerk zukommen.

Im Sommer soll es beim Aufstiegs-BAföG einige Änderungen geben, die Handwerkern zu Gute kommen sollen.
Foto: Cherries - stock.adobe.com

Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes

Aufstiegs-BAföG: Das soll sich im Sommer 2020 ändern

Der Bundestag hat grünes Licht für die Novelle des Aufstiegs-BAföGs gegeben. Profitieren sollen Handwerker, die eine Fortbildung anstreben – etwa zum Bachelor Professional.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.