„Berufsspezialist“, „Berufsbachelor“ und „Berufsmaster“ – laut Referentenentwurf des Bundesbildungsministeriums soll es künftig drei neue Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse geben.
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Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG)

Wird der Meister bald Berufsbachelor?

Die Bundesbildungsministerin will für berufliche Fortbildungsabschlüsse drei neue Bezeichnungen einführen. Das Ziel: mehr Klarheit und bessere Vergleichbarkeit – auch im Handwerk.

Es gibt unzählige Fortbildungsabschlüsse und -bezeichnungen in Deutschland. Diesem Bezeichnungswildwuchs will Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ein Ende setzen. Sie plant die Einführung von drei Abschlussbezeichnungen.

Wie aus dem Referentenentwurf für das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG) hervorgeht, sollen sie „Berufsspezialist“, „Berufsbachelor“ und „Berufsmaster“ heißen. Was die neuen Berufsbezeichnungen für das Handwerk bedeuten, geht aus dem Papier nur zum Teil hervor. So sollen diejenigen, die ihre Meisterprüfung bestehen, künftig den Fortbildungsabschluss „Berufsbachelor“ erlangen.

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Mit den Abschlussbezeichnungen will das Ministerium die Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung stärken. Wünschenswert findet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Bezeichnungen, die eine Vergleichbarkeit mit akademischen Titeln und auch international ermöglichen. Allerdings sieht ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer die Wortschöpfungen „Berufsbachelor“ und „Berufsmaster“ dafür wenig geeignet. Sie seien irreführend.

Herkömmliche Berufsbezeichnungen wie der Meister sollten erhalten bleiben und die neuen Bezeichnungen lediglich als Ergänzung eingeführt werden. Im Gespräch mit der Bundesbildungsministerin habe er sich darauf auch verständigt.

Abweichend vom BMBF brachte der ZDH-Präsident drei andere Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse ins Spiel:

  • Bachelor Professional als Ergänzung für den Meister
  • Master Professional als Ergänzung für den Betriebswirt und
  • Professional Expert als Ergänzung für den Gesellen.

Beschlossene Sache sind die neuen Bezeichnungen noch nicht. Medienberichten zufolge will das Bundeskabinett die Reform des Berufsbildungsgesetzes am Mittwoch beschließen.

Was halten Sie von den Plänen der Bundesbildungsministerin: Wären neue Abschlussbezeichnungen hilfreich oder finden Sie die eher überflüssig? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie uns an redaktion@handwerk.com.

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