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Baustelle

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Strategie

7 teure Fehler beim Hallenneubau

Geld hat niemand zu verschenken. Deswegen gilt beim Hallenneubau: Detaillierte Planung spart Geld und Ärger.

Auf einen Blick:

  • In der Planung bei einem Hallenneubau sollte jedes noch so kleine Detail geregelt sein.
  • Nachträgliche Änderungen oder im Laufe des Baufortschritts sind meistens sehr kostspielig.
  • In der Erde können die größten Gefahren lauern in Form eines ungeeigneten Untergrunds, Altlasten oder sogar Blindgängern.
  • Als Teil der Altersvorsorge ist die Betriebsimmobilie nur bedingt geeignet.
  • Ein Bauleiter kann beim Hallenneubau bares Geld sparen.

Ein Hallenneubau ist für jeden Handwerksbetrieb ein wichtiges Projekt: Hier werden die Weichen für die nächsten Jahre gestellt und Fehlentscheidungen können richtig viel Geld kosten. Unternehmensberater Werner Broeckmann von der BGC Unternehmensberatung GmbH in Kevelaer leitet die Fachgruppe Bauwirtschaft im Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.“. Er kennt die häufigsten Fehler, die beim Bau eines neuen Betriebs oder einer neuen Halle auftauchen können – und wie man sie verhindert. Für die erste Übersicht hat Broeckmann einen Leitfaden entworfen, den Sie am Ende des Artikels finden.

Fehler # 1: Unzureichende Planung

Eine sehr detaillierte Planung vor Baubeginn macht sich laut Broeckmann immer bezahlt – auch wenn sie zunächst einmal mehr Geld kostet. „In Deutschland plant man eher parallel zur Bauabwicklung, in den Niederlanden zum Beispiel ist man da entschieden weiter: dort ist jedes noch so kleine Detail geregelt“, sagt er. Die Folge sind Kosten, die im Vorfeld nicht kalkuliert waren. Prominentes Beispiel: Der Flughafen BER.

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Fehler # 2: Nachträgliche Änderungen

Nachträgliche Änderungen nach dem Hallenneubau sind eine Konsequenz daraus, wenn der Bauherr seine Pläne nicht zu Ende gedacht hat. Auch sie sind ein hoher Kostenfaktor, weil Änderungen oft den bekannten „Rattenschwanz“ nach sich ziehen.

Beispiel: eine CNC-Maschine soll zwei Meter weiter rechts stehen. Dafür muss zunächst der Elektriker die Zuleitungen verlängern oder austauschen. Als nächster Schritt muss die Absaug-Anlage umgebaut werden. Wenn es ganz dicke kommt, funktionieren die Wege für die Bestückung nicht mehr und es müssen weitere Maschinen ihren Standort wechseln.

Broeckmanns Tipp: Beschließen Sie Änderungen nicht aus dem Bauch heraus und vor allem nicht ohne sehr triftigen Grund. Und sprechen Sie vorher mit den Fachleuten über den möglichen „Rattenschwanz“ an Folgen.

Fehler # 3: Ver- und Entsorgung zu sparsam planen

Bei der Ver- und Entsorgung gílt beim Hallenneubau: lieber eine Nummer größer als zu knapp geplant. Dafür nennt Broeckmann einen einfachen Grund: Kabelkanäle, Wasser-/Abwasserleitungen, Absaugungen oder auch Druckluftanschlüsse kosten während der Bauphase verhältnismäßig wenig Geld. Teuer werden sie erst, wenn sie im Nachhinein ständig geändert werden müssen.

Fehler # 4: Kein Bauleiter für den Hallenbeubau

Ein Punkt, der laut Broeckmann unverzichtbar ist beim Hallenneubau: ein guter Bau- oder Projektleiter muss den Baufortschritt und die Qualität der Arbeiten überwachen. „Wenn es keine Mängel gibt, ist es gut, wenn wir das sicher wissen. Wenn es aber etwas zu beanstanden gibt, dann können Fehler so frühzeitig abgestellt werden“, sagt der Unternehmensberater.

Für die Honorierung des Bauleiters gebe es verschiedene Modelle nach Stunden- oder Tagessätzen oder aber als Pauschalhonorar: „Die Konditionen muss jeder individuell vereinbaren.“

Fehler # 5: Bodenrisiko ignorieren

Nicht jeder Untergrund ist für eine Bebauung mit einer Halle oder einem anderen gewerblichen Gebäude in gleicher Weise geeignet. Um Sicherheit zu schaffen, sollte ein Bodengutachten vorliegen, aus dem die wichtigsten Eckdaten zur Bodenbeschaffenheit hervorgehen, rät Broeckmann. Im Untergrund können aber auch Gefahren lauern, von denen niemand etwas weiß, oder die man absichtlich vergessen hat. Der Super-GAU wäre eine Müllkippe mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen. Ebenso schlimm: es liegen noch Blindgänger in der Erde, die heute noch genau so gefährlich sind wie vor 75 Jahren. Wichtig ist auch, wie das Grundstück vorher genutzt worden ist. Vorsicht bei einer abrissreifen Altbebauung: für gewöhnlich weiß niemand, was darunter steckt.

Tipp: Neben den üblichen Gutachten kann der Bauherr hier eine ganz simple Form der Nachrichtenbeschaffung nutzen – das Gespräch mit den zukünftigen Nachbarn, gerne mit den schon etwas älteren Semestern.

Fehler # 6: Zu groß/zu klein bauen

Die richtige Hallengröße sei „immer eine Gradwanderung“, sagt Broeckmann: „Wenn ich heute zehn Leute beschäftige, kann ich in fünf Jahren vielleicht schon zwanzig haben – oder umgekehrt“, bringt es der Unternehmensberater auf den Punkt. Deswegen muss die Größe des Neubaus stets der geplanten Geschäftsentwicklung entsprechen. Das klingt wie eine Binsenweisheit, die aber hat einen Pferdefuß: „Märkte verändern sich heute schneller, Geschäftsmodelle sind instabiler geworden. Ich kann meine Betriebsentwicklung planen, aber nicht mit Sicherheit vorhersagen“, sagt Broeckmann.

Fehler # 7: Hallenneubau als Altersvorsorge

Viele Unternehmer betrachten ihre Betriebsimmobilie als Teil der Altersvorsorge – und den Hallenneubau als Investition in diese Vorsorge. „Dafür ist sie aber nicht gut geeignet“, gibt Broeckmann zu bedenken. Eine Nachnutzung ist oft schwierig und erschwert daher den Verkauf oder die Vermietung. „Die Frage, ob ich überhaupt neu bauen muss, sollte am Beginn jeder Planung stehen. Eine angemessene Miete kann eine gute Alternative sein.“

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