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eine Gruppe von Menschen drückt die Fäuste aneinander
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Strategie

7 Tipps für gelungene Kommunikation im Team

Jeder will mitreden – und niemand hört mehr richtig zu? Wie Sie die Kommunikation im Team verbessern, weiß handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer

Auf einen Blick:

  • Ob Kommunikation gelingt, hängt von vielen Faktoren ab: Körpersprache, Aufmerksamkeit, Zeitpunkt und Verständlichkeit. Wer das beachtet, kann viel zu wirkungsvoller und effizienter Kommunikation beitragen.
  • Vor allem das Zusammenspiel aus Botschaft und Körpersprache, aus Anliegen und erstem Eindruck hat entscheidenden Einfluss.
  • Ebenso wichtig ist es allerdings, dass Sie sich Zeit nehmen, um zu beobachten und zuzuhören, denn nur dann werden Sie alle relevanten Informationen erhalten und werden zum richtigen Zeitpunkt selbst das passende Wort ergreifen.

Nie wurde mehr kommuniziert als heute: Jeder will gehört werden und umfassend zu Wort kommen. Das hat Folgen: Die Kommunikation mit Mitarbeitern und Azubis kostet immer mehr Zeit – doch was bei ihnen davon hängen bleibt und umgesetzt wird, scheint immer weniger zu werden.

Was können Sie als Chef eines Handwerksbetriebs dagegen unternehmen? Wie schaffen Sie es, dass Ihr Team vor lauter Kommunikation nicht gleich alles wieder vergisst? Diese 7 Tipps helfen Ihnen dabei, dass die Kommunikation mit Ihrem Team nicht wirkungslos verhallt.

1. Es gilt nicht nur das gesprochene Wort!

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, wusste schon der große Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. Was er damit meinte: Kommunikation besteht aus Botschaften zwischen mindestens zwei Menschen – und wenn man nicht miteinander redet, dann ist das auch eine Botschaft. Wenn der Chef keine Zeit für sein Team hat, dann ist das eine Botschaft. Nur wie sie verstanden wird, das entscheidet dann jeder Mitarbeiter für sich selbst. Der eine interpretiert das vielleicht als „der mag uns nicht“, ein anderer als „der interessiert sich nicht“, und so weiter …

Und Watzlawick meinte noch einen zweiten Aspekt von Kommunikation: Auch wenn Sie nichts sagen, kommunizieren Sie mittels Mimik, Haltung, Gestik und Ausstrahlung. Die Botschaften senden Sie nicht nur sprachlich, sondern mit dem ganzen Körper. Diese Botschaften senden Sie nicht nur bewusst, sondern auch unbewusst aus. Und diese Botschaften nehmen Ihre Mitarbeiter bewusst und unbewusst auf und interpretieren sie umso freier, je unklarer diese Botschaften sind.

Für eine gelungene Kommunikation, die zugleich persönlich, wirkungsvoll und effizient ist, können wir daraus zwei Dinge lernen:

  • Wir können uns Kommunikation nicht verweigern. Wer nichts sagt, sagt auch etwas.
  • Wir haben viele Möglichkeiten, um unsere Kommunikation so zu gestalten, dass unsere Botschaften möglichst einfach, klar und wirkungsvoll ankommen. Dabei geht es nicht nur um das gesprochene Wort.

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2. Ausstrahlung: Der erste Eindruck muss sitzen!

Ohne etwas zu reden, einen Satz zu sagen, kommunizieren wir mit unserer Mimik, Haltung, Gestik und ganz besonders durch unsere Auftrittskompetenz.

Das haben Sie schon einmal gehört: „Die ersten drei Sekunden entscheiden!“ Das stimmt: Findet Ihr Gegenüber Sie sympathisch? Kommen Sie mit dem, was Sie äußerlich vermitteln, kompetent bei Ihrem Gegenüber an?

Sie kommunizieren immer mit Ihrem Körper, Ihrer Ausstrahlung und Ihrer Auftrittskompetenz – und haben schon gewonnen oder verloren, ohne ein Wort gesagt zu haben.

Jetzt werden Sie sagen: „Man sollte ja die Menschen nicht nach Äußerlichkeiten beurteilen!“ Da gebe ich Ihnen recht. Aber was tun wir alle jeden Tag und ständig? Wir beobachten Menschen und beurteilen Äußerlichkeiten. Es ist in uns drin, im Unterbewusstsein, ein Bauchgefühl und ein wichtiges Kommunikationswerkzeug! Darum raten ich Ihnen: Achten Sie auf Ihre Auftrittskompetenz mit Ihrer Körpersprache und Ihren Äußerlichkeiten.

3. Beobachten: Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Thema?

Wie nehmen wir die Kommunikation von Menschen aus unserem Umfeld wahr? Mit allen Sinnen, meist mit unseren Augen. Wir sehen und fühlen dadurch, was passiert und wie Kommunikation stattfindet.

Beobachten Sie Ihre Mitmenschen: Ihre Familie, Ihr Team, Ihre Geschäftspartner und ihre Kunden. Was strahlen sie aus? Wie ist unser Gegenüber drauf? Macht es Sinn, mit ihm gerade jetzt das geplante Gespräch zu führen oder warte ich einen anderen, besseren Gesichts- und Körperausdruck von ihm ab?

4. Zuhören zahlt auf Ihre Kompetenz ein!

Mein Vater sagte einmal zu mir: „Klaus, bevor Du Dein Wort erhebst, hör' zu, was alle anderen zu sagen haben, schalte Deinen Kopf ein, mach' Dir Dein Bild und dann sprichst Du!“ Ja, es stimmte genau so. Plötzlich war ich der kompetente Gesprächspartner. Einfach weil ich erst einmal meine Ohren, meine Augen und meinen Kopf benutzt habe.

5. Sprache: verständlich statt Fachchinesisch!

Wenn Sie mit Ihrem Mund, Ihrer Sprache kommunizieren, sprechen Sie klar und deutlich. Benutzen Sie kein Fachchinesisch, weil es Ihr Gegenüber nicht versteht. Verzichten Sie auf Begriffe, die nicht Ihrer Sprache entsprechen. Bei vielen Menschen katapultieren Sie sich mit Floskeln und ach so tollen Wörtern aus anderen Sprachräumen ins Abseits!

6. Persönlich: Wählen Sie die richtige Kommunikationsart!

Die persönliche Kommunikation, Auge in Auge, hat den Vorteil, dass wir alles sehen, beobachten und hören können. Es ist die angenehmste Art der Kommunikation, der Sie nach Möglichkeit immer den Vorrang einräumen sollten. Je wichtiger ein Thema, desto wichtiger ist die persönliche Kommunikation.

Die telefonische Kommunikation hat den Nachteil, dass wir unser Gegenüber nicht sehen. Aber trotzdem spüren wir (fast immer), ob er oder sie gut oder schlecht drauf ist. Aber wir müssen schon sehr genau und zwischen den Worten hören, da wir nicht auf Gestik und Mimik achten können.

Die schriftliche Kommunikation ist die unpersönlichste aller Kommunikationsarten – wenn sich Sender und Empfänger nicht sehr genau kennen. Hier wirkt jedes Wort besonders schwer. Deshalb wählen Sie Ihre Wörter und Ihre Sätze in einer schriftlichen Kommunikation, egal ob per Brief oder E-Mail, sehr behutsam aus.

7. Sie haben das „gar nicht so gemeint“?

„Ich habe das nicht so gemeint.“ Missverständnisse sind nicht zielführend, wenn unser Gegenüber uns falsch verstanden hat. Der Schaden ist angerichtet und lässt sich vielleicht mit viel Aufwand und Überzeugungskraft noch beheben – oder auch nicht. Darum sollten Sie es nicht so weit kommen lassen, indem sie auf klare Kommunikation und einen fairen Umgang miteinander achten.

Das schützt Sie allerdings nicht vor absichtlichen Missverständnissen. Doch solche Absichten werden Sie durch aufmerksames Beobachten und Zuhören immer schnell erkennen und angemessen darauf reagieren: Durch klare, verständliche Ansagen, eine selbstbewusste Ausstrahlung und zum Beispiel diesem Satz: „Ich muss mich schon wundern, dass Sie meine klaren Aussagen so dermaßen falsch verstanden haben. Was glauben Sie, woran das liegt?“

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Über Klaus Steinseifer: Zuerst Bankkaufmann und danach Maler- und Lackierermeister. Er übernahm das väterliche Unternehmen. 1989 startete sein Qualifizierungsunternehmen im Handwerk "Die Steinseifer-Seminare". Heute ist er als Seminarleiter, Referent, Berater und Autor im Handwerk und für Ihren unternehmerischen Erfolg zuständig. Seine Leidenschaft ist das Handwerk und als Praktiker weiß er genau, wo Sie der Schuh drückt und wie Sie mit ihm zusammen Ihre Veränderungswünsche Realität werden lassen. Mehr Infos unter www.steinseifer.com

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