Im Team hat sich jemand richtig reingehängt? Dann ist ein „Danke“ angebracht.
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Im Team hat sich jemand richtig reingehängt? Dann ist ein „Danke“ angebracht.

Inhaltsverzeichnis

Mitarbeiterbindung

Mitarbeitenden Danke sagen – so geht‘s

Mitarbeitende bekommen Lohn für ihre Arbeit. Brauchen sie auch noch ein Dankeschön? Ja, sagt eine Expertin und hat 3 Tipps, wie’s leichter geht.

Auf einen Blick:

  • Auch wenn es vielleicht schwer fällt oder die Zeit knapp ist: Mitarbeitenden für besondere Leistungen zu danken, ist ein Zeichen der Wertschätzung. Das zahlt sich bei der Mitarbeiterbindung aus.
  • Hat jemand etwas Besonderes geleistet oder sich engagiert, bedanken Sie sich am besten, indem Sie das konkrete Beispiel nennen und Ihren Dank daran festmachen. Für Selbstverständlichkeiten müssen Sie sich allerdings nicht bedanken.
  • Bleiben Sie dran und wertschätzen Sie regelmüßig, was Ihre Mitarbeitenden leisten. Dann fällt es Ihnen leichter und die Mitarbeitenden freut’s.

Danke sagen: Warum es uns oft nicht leicht fällt.

Es ist nur ein kleines Wort – und doch fällt es vielen Chefs schwer, es auszusprechen: Danke! Warum eigentlich? „Es ist eine Typfrage“, meint Gesche Gaudszuhn, Trainerin bei der Agentur für Freundlichkeit in Köln. Wer selbst nicht gern um Hilfe bitte, habe oft auch Schwierigkeiten, sich bei anderen für Unterstützung zu bedanken. „Und nicht jeder ist ein emotionaler Typ, dem es leichtfällt, aus vollem Herzen danke zu sagen.“

Der dritte Grund: Nicht jeder Chef weiß genau, was sein Mitarbeiter den ganzen Tag geleistet hat und kommt deshalb nicht unbedingt auf die Idee, sich für das Engagement zu bedanken.

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Danke sagen: Warum es trotzdem wichtig ist

„Dank und Lob sind in der Mitarbeiterführung eng miteinander verbunden“, sagt Gaudszuhn. „Beides drückt Wertschätzung aus: Ich habe Dich und Deine Leistung wahrgenommen.“

Positives Feedback sei Bestandteil des „psychologischen Vertrags“ zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden, betont Gaudszuhn: „Es geht ja nicht nur um Leistung gegen Geld, sondern auch um die emotionale Bindung an den Betrieb. Dafür sind Wertschätzung und Anerkennung des Mitarbeiters sehr wichtig.“

3 Tipps, wie Sie danke sagen können!

1. Tipp: Beziehen Sie sich auf ein konkretes Beispiel

„Danke sagen ist ein positives Feedback und deshalb kann man sich gut an Feedbackregeln halten“, so Gaudszuhn. Bedeutet: Bleiben Sie nicht im Allgemeinen, sondern suchen Sie als Kontext ein konkretes Beispiel. „Mir ist aufgefallen, dass Du gestern dem Azubi sehr geduldig seine Aufgabe erklärt und ihn gut eingeführt hast, obwohl Du selbst viel zu tun hattest. Vielen Dank für dein Engagement“, so könnte eine Formulierung lauten.

„Der Kontext hilft nicht nur dem Chef, sich zu bedanken, sondern auch dem Mitarbeiter, den Dank für sich einzuordnen und anzunehmen“, sagt die Trainerin.

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2. Tipp: Passen Sie den Dank der Leistung an

Sie haben Angst, dass Ihr Dank den Mitarbeitenden peinlich sein könnte? Dieses Problem lösen Sie, indem Sie die Art des Danks an die Leistung anpassen. „Wenn Sie sich für eine eher kleine Sache überschwänglich bedanken, dann wirkt das wenig authentisch und schlimmstenfalls peinlich oder zynisch“, warnt Gaudszuhn. „Der Enthusiasmus sollte zur Situation passen.“

Peinlich kann es auch wirken, wenn Sie sich für Selbstverständlichkeiten bedanken: „Suchen Sie die Leistungen bei Ihren Mitarbeitenden, die eben nicht alltäglich sind und die auch nicht jeder erbringt. Für pünktliches Erscheinen erwartet niemand Dank“, sagt die Beraterin.

Und wenn es nichts zu danken gibt, weil der Mitarbeiter nichts Besonderes leistet? „Dann sollte man sich als Chef ein paar Fragen stellen“, so Gaudszuhn. „Vielleicht kennen Sie Ihren Mitarbeiter nicht gut genug? Wissen Sie, welche Aufgaben ihm Spaß machen und wo seine Stärken liegen? Vielleicht ist er an der falschen Stelle eingesetzt oder er sieht keinen Sinn darin, sich anzustrengen, weil er glaubt, dass es nicht wahrgenommen wird.“

„Sagen Sie nicht nur einmal, sondern regelmäßig Danke“, rät Trainerin Gesche Gaudszuhn.
Foto: Agentur f??r Freundlichkeit
„Sagen Sie nicht nur einmal, sondern regelmäßig Danke“, rät Trainerin Gesche Gaudszuhn.

3. Tipp: Bleiben Sie dran und sagen Sie regelmäßig danke

Die Zeiten sind stressig und viele Dinge gehen im Alltag unter. Sie sollten trotzdem möglichst regelmäßig daran denken, sich für besondere Leistungen zu bedanken. „Machen Sie sich ein Post-it an den Spiegel oder bitten Sie jemanden in Ihrer Familie, Sie daran zu erinnern“, Gaudszuhn.

Helfen können auch andere konkrete Anlässe: ein Jahresrückblick, die Gratulation zum Geburtstag oder ein besonders schwieriges Projekt ist erfolgreich abgeschlossen.

Regelmäßigkeit ist aus zwei Gründen wichtig:

  1. Ihr Mitarbeitenden erwarten, dass Dank und Anerkennung nicht nur im Jahresgespräch stattfinden.
  2. Je öfter Sie sich bedanken, desto einfacher wird es für Sie. Übung macht auch hier den Meister.

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