Langfristig planen und kalkulieren lohnt sich: Denn es gibt mehrere Fördertöpfe, die Handwerker mit Geld für die Gebäudesanierung ausstatten.
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Langfristig planen und kalkulieren lohnt sich: Denn es gibt mehrere Fördertöpfe, die Handwerker mit Geld für die Gebäudesanierung ausstatten.

Inhaltsverzeichnis

Sanierung von Gebäuden

Energiesparen: Diese Förderungen lohnen sich für Handwerker

Zuschüsse und Förderkredite können Betriebe für die Sanierung von Betriebsstätten beantragen. Welche lohnen sich für Sie und wofür genau gibt es Gelder?

Auf einen Blick:

  • Beim Thema Energiesparen spielen auch die Firmengebäude eine Rolle. Wer geschickt investiert, kann sparen und sich Teile der Sanierung finanzieren lassen.
  • Förderkredite zahlt beispielsweise die KfW aus und Zuschüsse für kleinere konkrete Sanierungsvorhaben können Handwerker über die Bafa beantragen.
  • Schornsteinfegermeister und Gebäudeenergieberater Sebastian Hund rät Betrieben, Sanierungen zu priorisieren  – und keine vorschnellen Projekte zu starten.

Nicht nur in den täglichen Arbeitsabläufen können Handwerksbetriebe Energie sparen. Auch mit einer Investition in die Sanierung von Firmengebäuden können sie langfristig Kosten reduzieren. Doch welche Sanierungsmaßnahmen fördert der Staat und welche Zuschüsse lohnen sich?

„Generell muss man unterscheiden zwischen Förderkrediten und direkten finanziellen Zuschüssen für konkrete Sanierungsvorhaben“, sagt Schornsteinfegermeister Sebastian Hund. Förderkredite vergebe beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Finanzielle Zuschüsse für konkrete einzelne Sanierungsvorhaben könnten beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt werden.

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„Für Handwerker, die ihren Unternehmenssitz nicht im Wohnhaus haben, ist beides attraktiv - je nachdem, welche Energiefresser sie ausgemacht haben“, sagt Hund, der auch als Gebäudeenergieberater tätig ist. Die nach seiner Beratungserfahrung momentan meist genutzten Förderungen sind diese beiden:

Günstiger Kredit: Die Effizienzhausförderung

In älteren Gebäuden gebe es viele Energiefresser: von undichten Fenstern, über ein marodes Dach, ungedämmte Fassaden bis hin zu einer nicht mehr zeitgemäßen Heizung. „Wer gerade einen hohen Energiekostenverbrauch in alten Firmengebäuden hat, der kann hier ordentlich einsparen“, sagt Hund. Die Effizienzhausförderung sei ein zinsvergünstigter Kredit, bei dem es zudem einen Tilgungszuschuss gebe. „Die Zinsen sind derzeit günstig, die Werte ändern sich aber monatlich“, weiß er. Derzeit sei der Kredit ab 0,14 Prozent Zinsen möglich.

Ebenfalls lohnend an dieser Förderung: „Man kann einen Teilschuldenerlass von bis zu 25 Prozent erhalten.“ Der Anteil des Schuldenerlasses richte sich danach, wie viel Energie durch die Effizienzhaussanierung tatsächlich und nachweislich eingespart werde.

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Zuschüsse vom Bafa für Einzelvorhaben an Gebäuden

Eine weitere finanziell attraktive Förderung – die Bundesförderung für effiziente Gebäude - gebe es vom Bafa. „Damit können Sie alles sanieren, was unter den Begriff ‚Gebäudehülle‘ fällt“, sagt der Handwerksmeister. Also beispielsweise den Fußboden, die Kellerdecke, Fenster, Türen oder die Fassade. Aber auch Neuerungen, die mit der Anlagentechnik eines Gebäudes zu tun haben, könnten damit finanziert werden. Das umfasse zum Beispiel Heizungs- oder Lüftungsanlagen.

Diese Förderung werde pro Einzelmaßnahme beantragt und ausgezahlt. Für den Austausch von einfach- zu dreifach verglasten Fenster gebe es beispielsweise eine Förderung von 15 bis 20 Prozent, berichtet Hund. Es lohne sich, für Teilsanierungen nach und nach den finanziellen Zuschuss zu beantragen.

Wer nicht sicher sei, ob das Dach oder die Fassade wirklich viel Energie frisst, sollte sich an einen Energieberater wenden. „Viele Handwerker sind auch Energieberater. Nutzen Sie das Wissen, das da vorhanden ist und lassen Sie sich Ihre Sanierung durchdenken und durchrechnen“, betont er.

Tipp: Erstellen Sie einen „Sanierungsfahrplan“

Unternehmern, die durch Gebäudesanierung Energie einsparen wollen, rät Schornsteinfegermeister Hund, einen „Sanierungsfahrplan“ zu erstellen. „Schauen Sie sich an, was in den kommenden Jahren gemacht werden muss und wägen Sie ab, was am Dringendsten ist“, sagt er. Wichtig sei immer, die Maßnahmen sauber aufeinander abzustimmen.

Um zu entscheiden, welcher Schritt der erste ist, rät Hund: „Rechnen Sie aus, welche Maßnahme den größten Return-of-Invest bringt.“ Also welche Sanierung zahlt sich am schnellsten so aus, dass sie wirklich Energie und Kosten einsparen. „Auch wenn die Heizung gefühlt als erstes ausgetauscht werden sollte, schauen Sie, ob nicht vielleicht die Fenster dringender erneuert werden müssen, sodass weniger Energie nach draußen entweichen kann.“ Die Heizungsanlage könne dann kleiner und effizienter ausgelegt werden.

Wichtig sei auch, nichts zu überstürzen und sich einen realistischen Sanierungsplan über mehrere Jahre zu machen. „Beachten Sie dabei die äußeren Umstände, wie Materialengpässe und die Auslastung der Handwerksbetriebe“, sagt der Meister. Umfassende Beratung sei die Grundlage für jede Sanierung. Wer einfach drauf los plane, könne schnell verkalkulieren.

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Tipps vom Handwerker für Handwerk: Schornsteinfegermeister und Energieberater Sebastian Hund kennt die besten Förderprogramme.
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