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Inhaltsverzeichnis

Work-Life-Balance

So bekämpfen Sie Ihre Existenzängste in 4 Schritten

Die Corona-Krise bringt viele Unternehmer an ihre Grenzen. Wenn Ihnen Existenzängste den Schlaf rauben, müssen Sie handeln. So schaffen Sie es!

Auf einen Blick:

  • Wenn Ihnen die Sorgen um Ihren Betrieb den Schlaf rauben und Sie nicht mehr abschalten können, gestehen Sie sich ein, dass Sie Existenzängste haben.
  • Schaffen Sie Klarheit darüber, wie die Situation ist: Welchen Lebensbereich betreffen Ihre Existenzängste? Suchen Sie eine Vertrauensperson, der Sie sich öffnen können – und holen Sie sich Hilfe.
  • Ihre Probleme sind riesig und deshalb nicht zu bewältigen? Dann zerhacken Sie die Probleme in lösbare Aufgaben und gehen sie an.
  • Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken! Sicher haben Sie schon manche Klippe umschifft. Warum sollten Sie also jetzt scheitern?

Lockdown, wegbrechende Geschäftsmodelle, Mitarbeiter in Kurzarbeit oder Quarantäne: Die Corona-Krise macht auch vor Handwerksbetrieben nicht halt und bringt so machen Unternehmer in Existenzängste. Unternehmensberater Axel Schröder erklärt, wie solche Ängste entstehen und wie man sie am besten bekämpft.

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1. Schritt: Existenzängste und Kontrollverlust eingestehen

Sie können nachts schlecht schlafen, weil Ihnen die Sorgen um den Betrieb keine Ruhe lassen? Tagsüber checken Sie mehrfach Ihr Konto, um zu prüfen, ob die Bank Ihre Überweisung überhaupt noch durchführt? „Wer soweit ist, muss sich eingestehen, dass er ein ernstes Problem hat“, sagt Schröder. Das ist nicht immer leicht, aber die wichtigste Voraussetzung, mit Existenzängsten fertig zu werden.

„Existenzängste entstehen oft aus einem Gefühl des Kontrollverlustes“, erklärt der Unternehmensberater. „Man fühlt sich Dingen ausgeliefert, die man nicht handhaben kann - so wie die Corona-Krise.“ Statt aktiv zu agieren, werde nur noch defensiv reagiert.

2. Schritt: Klarheit schaffen: Wo genau liegt das Problem?

Wer sich darüber im Klaren ist, dass er ein ernstes Problem hat, sei schon einen wichtigen Schritt weiter, so Schröder. „Nun geht es darum, Klarheit zu schaffen: In welchem Bereich meines Lebens habe ich das Gefühl von Existenzangst und Kontrollverlust?“ Fragen Sie sich:

  • Wie ist Ihre persönliche und gesundheitliche Lage?
  • Wissen Sie, wie es um Ihr Unternehmen bestellt ist?
  • Haben Sie die Zahlen schwarz auf weiß und können Sie sie deuten?
  • Können Sie einschätzen, ob Sie Hilfe brauchen, und wenn ja, in welchem Bereich?

Eine weitere Möglichkeit, sich Klarheit zu verschaffen, ist ein Gespräch mit einer Vertrauensperson, die am besten nichts mit Ihrem Hauptproblemfeld zu tun hat. „Besser als jemand aus der Familie oder dem Betrieb ist jemand Unabhängiges: ein Freund, der Steuerberater, ein Unternehmensberater oder auch ein Pfarrer“, mein Schröder. „Das Wichtigste ist, dass Sie sich öffnen können.“

Aber auch im Betrieb kann Offenheit helfen – sofern Ihr Problem mit dem Betrieb zusammenhängt. „Mitarbeiter haben oft gute Ideen, wie eine Krise bewältigt und ein Problem gelöst werden kann“, meint Schröder.

3. Große Probleme in lösbare Stücke zerhacken, um aus der Defensive zu kommen

Nun müssen Sie ins Handeln kommen. Aber das Problem, vor dem Sie stehen, ist riesig, und deshalb nicht zu bewältigen? Dann hacken Sie es klein. „Wenn viele Rechnungen offen sind und Sie nicht wissen, ob sie alle bedienen können, dann sortieren Sie: Welche kann ich auf jeden Fall zahlen? Und damit beginnen Sie“, rät Axel Schröder. So können Sie einen doppelten Effekt erzielen:

  1. Statt wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, kommen Sie aus der Defensive und Ihre Liste wird kürzer.
  2. Bei Gesprächen mit Kreditgebern und Gläubigern können Sie belegen, dass Sie leisten, was möglich ist und so neues Vertrauen aufbauen.

Auch wenn es darum geht, ein neues Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen, hilft die Zerhack-Taktik. So berichtet Schröder von einem Kunden, einer Tischlerei, die auf Geschäftseinrichtungen spezialisiert war und wegen der Corona-Pandemie starke Umsatzeinbrüche verkraften musste. „Wir haben dann relativ zügig erkannt, das Tiny Houses eine gute Chance sind.“ Bei der Kalkulation wurde klar, wie viele von diesen Mini-Häusern verkauft werden müssen, um den Betrieb über Wasser zu halten. „Doch statt uns von dieser Zahl schrecken zu lassen, haben wir sie zerlegt: Wie viele Menschen muss ich in meinen Betrieb holen, damit ich die gewünschte Zahl der Häuser verkaufen kann? Wie viele muss ich vorher interessieren, damit sie kommen? Wie viele müssen also auf meiner Website landen, um sich zu informieren? Und wie kann ich dann ganz konkret meine Website gestalten?“

4. Bei Existenzängsten auf eigene Stärken besinnen

Vergessen Sie auch in der Krise nicht, was Sie zu leisten im Stande sind und was Sie schon geschafft haben. „Blicken Sie zurück: Welche Krisen haben Sie schon überstanden? Seien Sie stolz auf sich“, sagt Schröder. Jeder, der einen erfolgreichen Betrieb aufgebaut habe, habe Großes geleistet. „Wenn Sie sich darauf besinnen, tanken Sie Zuversicht, Gelassenheit und Selbstvertrauen“, meint Schröder.

Außerdem rät er, sich zu fragen: Wie schlimm steht es wirklich? Und was ist das Schlimmste, was mir passieren könnte? „Wenn wir uns das Schlimmste ausmalen, dass wir uns vorstellen können – beispielsweise ohne Rechtsbeistand in Guantanamo einzusitzen – erscheint die eigene Situation nicht mehr so ausweglos. Denn immerhin sind Sie in der Lage, sich Hilfe zu holen und zu handeln.“

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