Exoskelette können den Bewegungsapparat im Handwerk schonen und so Muskelskeletterkrankungen vorbeugen.
Foto: Ottobock SE & Co. KGaA

Personal

Exoskelette: Ausdauernd schmerzfrei arbeiten

Überlastung, Schmerzen, krankheitsbedingte Ausfälle: Mit dem Alter wird körperliche Arbeit zur Belastung. Das Orthopädietechnik-Unternehmen Ottobock hält mit Exoskeletten dagegen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Unser Körper ist zu vielen Kunststücken in der Lage. Kraftraubende Arbeiten in immer gleichen Positionen bereiten ihm jedoch Probleme. Das kann zu chronischen Gesundheitsstörungen führen.
  • Exoskelette können den Bewegungsapparat unterstützen und Belastungen so reduzieren. Sie werden einfach am Körper getragen und erleichtern so gezielt bestimmte Arbeiten.
  • Das niedersächsische Orthopädietechnik-Unternehmen Ottobock entwickelt passive Exoskelette, die unter anderem in Handwerksbetrieben eingesetzt werden. Ziel: Mitarbeiter sollen lange gesund arbeiten können.

Wir können sie fließend in jede Richtung bewegen, Rotationen ausführen und mit Leichtigkeit komplizierte Bewegungsmuster vollziehen. Unsere Arme ermöglichen viele unserer Fähigkeiten. Gerade im Handwerk.

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Wenn Arbeit krank macht

Doch müssen wir sie lange in kraftraubenden Positionen halten – zum Beispiel bei Überkopfarbeit – stößt unsere Muskulatur schnell an ihre Leistungsgrenzen. Die Folgen solcher statischen Beanspruchung sind Überlastungen, Schmerzen, und schließlich chronische Gesundheitsstörungen.

Entlastung durch Exoskelette

Exoskelette können die Belastung reduzieren, indem sie den Bewegungsapparat unterstützen. Wie das funktioniert, weiß Sönke Rössing von Ottobock. Das niedersächsische Unternehmen ist im orthopädietechnischen Handwerk verwurzelt und hat sich mit Entwicklungen im Bereich Prothetik und Orthetik weltweit einen Namen gemacht. Sönke Rössing leitet die Abteilung Industrials, in der Ottobock Technologien entwickelt, die einen gesundheitsschonenden Berufsalltag ermöglichen sollen.

Rössing hält eine schwarze Gurtkonstruktion hoch. Bei einem Gewicht von 1,9 Kilo braucht er dafür nicht mehr als einen Finger. Paexo Shoulder heißt die Entwicklung: ein Exoskelett, das ähnlich wie ein Rucksack aufgesetzt und mit Gurten an Torso und Oberarmen fixiert wird. „Es lässt sich an nahezu jede Körpergröße anpassen“, sagt Rössing.

Zeit für einen Selbstversuch

Rössing legt mir das Exoskelett an, das dauert nicht einmal eine halbe Minute. Einmal angelegt spüre ich das Gewicht der Konstruktion praktisch nicht. Was ich stattdessen spüre: Meine Arme werden seltsam leicht. Das Exoskelett ist für die Überkopfarbeit gemacht und unterstützt seinen Träger bei statischer Beanspruchung, etwa beim langen Halten der Arme in einer Position.

In entspannter Haltung hängen meine Arme auch im Exoskelett locker am Körper herab, doch die Bewegung nach oben fühlt sich nun deutlich leichter an. „Das Exoskelett nimmt etwa 5 bis 10 Kilo vom Armgewicht und nochmal so viel vom zu führenden Werkzeug“, erklärt Sönke Rössing. Die Entwicklung arbeitet passiv, ganz ohne Motoren und Sensoren, mit einem System aus Expander und Seilzug.

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