Weibliche Fachkräfte gibt es noch selten in traditionellen Männerberufen.
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Neue Studie

Fachkräftemangel erreicht Höchststand

Besonders gesucht: Qualifizierte Mitarbeiter in Metall- und Elektroberufen. Potenziale bei der Rekrutierung sind noch nicht ausgeschöpft.

Nahezu alle Metall- und Elektroberufe sind inzwischen vom Fachkräftemangel betroffen. Das zeigt eine neue Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am Institut der deutschen Wirtschaft. Die gute Nachricht: Bei der Rekrutierung von Mitarbeitern sind noch nicht alle Potenziale ausgeschöpft.

Deutschlandweit fehlten vor allem Mitarbeiter mit abgeschlossener Berufsausbildung, konstatiert die Studie. 2017 waren in der Metallbranche 94,3 Prozent der Stellen für qualifizierte Fachkräfte ausgeschrieben. Gleichzeitig nahm die Zahl der arbeitslosen Fachkräfte deutlich ab. „Für Unternehmen wird es daher immer schwerer, geeignete Bewerber zu finden“, erklärt Kofa-Wissenschaftlerin Lydia Malin.

Als Reaktion hätten die Unternehmen ihr Ausbildungsangebot ausgebaut. In Energie-, Elektro- und Mechatronikberufen wurden im Vergleich zu 2012 knapp 1.000 Stellen mehr angeboten. Doch wird es auch hier immer schwerer, geeignete Bewerber zu finden, so die Studie. 2017 blieben rund 7.155 der insgesamt 120.105 Ausbildungsstellen in den Metall- und Elektroberufen unbesetzt.

Trotz eines gestiegenen Frauenanteils seien weibliche Fachkräfte noch Mangelware, stellt die Studie fest. Noch sind also nicht alle Potenziale ausgeschöpft: „Eine gezielte Ansprache der entsprechenden Personengruppen in Stellenanzeigen, eine noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Unterstützung bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen sind dafür hilfreich“, rät Lydia Malin.

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