Lieblingsprojekt: Ein Dach, das lebt und Strom produziert
Photovoltaik, Dachbegrünung und mediterrane Kräuter – Bauunternehmerin Silke Ewald zeigt, wie aus einer Sanierung in Hannover ein ökologisches Gesamtkonzept wird.
Silke Ewald hat mit ihrem Team die Dächer einer Doppelhaushälfte aus den 1930er-Jahren energetisch, nachhaltig und mit Liebe zum Detail saniert. Die Bauingenieurin führt gemeinsam mit ihrem Mann Jörg den Betrieb Heinz Ewald Bedachungen in Hannover.
Energie, Artenvielfalt und mediterraner Duft
„In Zusammenarbeit mit einem Energieberater wurde eine Potentialanalyse der Dachflächen erstellt“, erklärt Silke Ewald. Danach seien die Dachflächen multifunktional mit Energieerzeugung und Dachbegrünung ausgebaut worden.
Neben der Photovoltaikanlage auf der Süd- und Westseite des Steildachs erhielt das angrenzende Flachdach eine besondere Begrünung. „Im Gespräch erzählten mir die Bauherren, dass sie gerne mit Rosmarin und Salbei kochen“, erinnert sich die Bauingenieurin. Sie habe den Kunden daher empfohlen, auf dem Gründach Totholz, Sand und Lehm einzusetzen, um die Artenvielfalt zu fördern, und mediterrane Kräuter zu pflanzen. „Und damit die Kräuter auch geerntet werden können, haben wir von der Küchenseite einen Dachaustritt mit Geländer montiert”, erläutert sie.
Ökologie und Klimaanpassung
Silke Ewald betont, dass die Begrünung nicht nur den Hausherren zugutekommt: „Die verwendeten Materialien schaffen auch Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere.“ Die Dachabdichtung halte außerdem länger, wenn sie durch die Begrünung geschützt ist.
Ein weiterer Vorteil sei der sommerliche Hitzeschutz: „Die Begrünung kühlt das darunterliegende Wohngeschoss – und die Dachfläche speichert Starkregen“, betont die Bauingenieurin.

Technisch anspruchsvoll – kreativ gelöst
Auch wenn ein Gebäude aus den 1930er-Jahren spezielle Anforderungen stellt, gehört die Sanierung solcher Dächer für den Betrieb zum Tagesgeschäft. „Da die vorhandene Lastreserve der Konstruktion begrenzt war, wurde die Begrünung um die PV-Module herum verlegt“, sagt Ewald. Die Lösung: eine PV-Insel in der Mitte, umgeben von der bepflanzten Fläche.
„Entsprechend der vorhandenen Statik wurde die Fläche in verschiedene Nutzungsbereiche aufgeteilt. Für ein langlebiges Dach sind eine fachgerechte Planung, eine saubere Ausführung und hochwertige Materialien entscheidend“, erläutert sie.
Klimaschutz am Bau ist ökonomisch
Mit Projekten wie diesem will die Unternehmerin zeigen, was handwerkliche Klimaanpassung leisten kann. „Wir haben die Dachflächen so ausgebildet, dass sie resilient gegen Starkregen, Hagel, Sturm und Hitze sind“, sagt sie.
Ewald berichtet, dass die Bauherren vor der Sanierung aus ihren Fenstern auf eine kahle, schwarze, Fläche geblickt haben – heute sehen sie stattdessen ein Stück lebendiges Grün. „Das liefert Energie und sorgt für ein angenehmes Raumklima“, so die Bauingenieurin.
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