Müssen Handwerker nicht mehr an der Auslastungsgrenze arbeiten, können sie freiwerdende Kapazitäten nutzen, um sich strategisch für die Zukunft aufzustellen.
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Strategie

Richtig positioniert in die nächste Konjunkturphase

Das Handwerk brummt und das soll noch eine Weile so bleiben. Doch sollten Sie sich jetzt für die nächste Konjunkturphase rüsten. Mit diesen Tipps.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Die Konjunktur in Deutschland erlebt derzeit eine Schwächephase. Im Handwerk seien die Konjunkturaussichten hingegen alles in allem positiv, sagt Wissenschaftler Jörg Thomä vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen.
  • Von einer zwar abgeschwächten aber stabilen Entwicklung spricht auch Peter Beckmann, Geschäftsführer Betriebsberatung und Strukturförderung an der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.
  • Wenn Unternehmen künftig nicht mehr an der Auslastungsgrenze arbeiten, haben sie laut Betriebsberater eine Chance, sich strategisch für die Zukunft aufzustellen.
  • Betriebsberater Beckmann nennt 4 Bereiche, in die Unternehmen freiwerdende Kapazitäten stecken können: Digitalisierung, Geschäftsmodelle, Qualifizierung und das Spezialthema Energiewende.

Die medial forcierten Sorgen um die Konjunkturentwicklung reißen nicht ab. Das kann Unternehmen verunsichern – auch im Handwerk. Wie es um die Handwerkskonjunktur tatsächlich bestellt ist, ordnet ein Wissenschaftler des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk der Universität Göttingen für Sie ein. Und ein Betriebsberater gibt Tipps, worauf Sie sich in Ihrem Unternehmen als Nächstes konzentrieren könnten.

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Konjunkturaussichten: ungebrochen positiv

Jörg Thomä ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen und beobachtet fortwährend die Entwicklung des Marktes. Laut seiner Einschätzung gibt es zwar vermehrt Hinweise auf eine Rezession in der deutschen Industrie, gesamtwirtschaftlich könne man derzeit aber eher von einer Schwächephase als von einem Einbruch sprechen. Dabei sei insbesondere zwischen der Außenwirtschaft und der Binnenkonjunktur zu unterscheiden. Auftragsrückgänge ließen sich derzeit vor allem bei der exportorientierten Industrie verzeichnen. „Für das Gros der Handwerksunternehmen ist jedoch die Binnenwirtschaft relevant“, sagt Thomä. „Da sind die Konjunkturaussichten alles in allem nach wie vor positiv, gerade auch im Bau“, erläutert der Wissenschaftler.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte und die Nachfrage nach Bauleistungen seien in Deutschland weiterhin hoch. Der Arbeitsmarkt habe sich bisher als robust erwiesen und so lange die starke Lohnentwicklung anhält, würden die Menschen ihr Geld auch ausgeben – unter anderem für Handwerksleistungen. „Derzeit wirkt das Handwerk in Deutschland als Konjunkturstabilisator“, erklärt Thomä. Er geht in nächster Zeit nicht von einem Rückgang aus. Eher werde sich die Handwerkskonjunktur auf einem hohen Niveau einpendeln, auch wenn die Zukunftserwartungen im Handwerk weniger optimistisch ausfallen dürften als zuletzt.

Viele Betriebe sind optimistisch

Auch für Peter Beckmann, Geschäftsführer Betriebsberatung und Strukturförderung an der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim deutet aktuell vieles auf stabile Konjunkturaussichten hin. Das spiegelt etwa die Konjunkturumfrage unter den Handwerksbetrieben des Kammerbezirks wider. „Die Betriebe bewerten die aktuelle Lage positiv“, sagt Beckmann, „knapp 65 Prozent sprechen von einer guten Auftragslage, 33 Prozent beurteilen sie als befriedigend.“ Für das nächste halbe Jahr würden die Unternehmen laut Umfrage mit einer abgeschwächten aber stabilen Entwicklung rechnen.

Laut dem Betriebsberater komme jetzt aber ein guter Zeitpunkt für Handwerksbetriebe, sich mit ihren Unternehmen zu beschäftigen: „Arbeiten die Unternehmen nicht mehr an der Auslastungsgrenze, haben sie die Chance, freiwerdende Kapazitäten zu nutzen und sich strategisch gut für die Zukunft aufzustellen.“ Peter Beckmann sieht insbesondere vier Bereiche, in die Unternehmen freiwerdende Kapazitäten stecken sollten.

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