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Beschäftigt im Familienbetrieb

So lohnt sich der Minijob für den Partner

Minijobs für mitarbeitende Ehe- oder Lebenspartner bringen echte Vorteile – vor allem, wenn Sie alle Extras ausnutzen und ein paar Regeln beachten.

Inhaltsverzeichnis

Es gibt gute Gründe, mitarbeitende Partner einzustellen und ordentlich zu bezahlen: Geld zum Beispiel, Sicherheit und Vorsorge. Braucht es da zusätzlich noch Steuervorteile? Anscheinend ja: „Diese Frage taucht relativ oft in der Beratung auf“, berichtet Steuerberater André Strunz von der Kanzlei Ecovis in Hannover. Und bestätigt: Es gibt sie.

Fall I: Minijob – Stundenweise im Betrieb

Wenn der Partner nur stundenweise mitarbeitet, dann lohne sich ein 450-Euro-Vertrag „in jedem Fall schon aus finanziellen Gründen“, berichtet Strunz. Das gelte ganz besonders, wenn der Betrieb die Möglichkeiten der Gehaltsextras voll ausschöpft. Denn Lohn plus Extras sind für den Partner steuer- und abgabenfrei, der Betrieb kann sie hingegen als Betriebsausgaben absetzen. Für den Arbeitgeber kommen zwar noch pauschale Beiträge und Steuern auf die 450 Euro hinzu – inklusive aller Umlagen rund 152 Euro. Doch unter dem Strich ist der gemeinsame Vorteil deutlich höher als die Kosten für den Betrieb, wie das Beispiel in der Tabelle zeigt.

Wie groß der Vorteil ist, hängt vom persönlichen Steuersatz des Unternehmers und der Höhe der Gehaltsextras ab. Je niedriger beides ausfällt, desto geringer ist der finanzielle Vorteil.

Fall II: Vollzeit im Betrieb

Auch bei sozialversicherungspflichtigen Vollzeitverträgen entfalten die steuerfreien Gehaltsextras ihre Wirkung. Sie falle jedoch gering aus im Vergleich zu den auf das Gehalt fälligen Abgaben und Steuern. Daher gebe es „keine relevante echte Steuerersparnis, außer vielleicht bei der Gewerbesteuer“, erklärt der Experte. „Grob vereinfacht haben wir dann lediglich eine Verschiebung der Einkünfte vom Unternehmer auf den Ehegatten.“ Steuerliche Überlegungen seien bei solchen Arbeitsverhältnissen daher nicht entscheidend.

Entscheidend: die Vertragsgestaltung!

Damit der Vertrag steuerlich anerkannt wird, sind indes andere Aspekte wichtig. Drei Punkte prüft der Fiskus durch, bevor er die Betriebsausgaben aus dem Arbeitsverhältnis anerkennt:

  • Zivilrechtliche Wirksamkeit: Haben Sie einen korrekten Vertrag geschlossen? In einem Arbeitsvertrag müssen die Aufgaben, Wochenstunden, Arbeitszeiten und die Höhe des Gehalts geregelt sein.
  • Fremdvergleich: Sind die Vertragsbedingungen marktüblich? Ehegatten und andere Angehörige dürfen nicht besser gestellt werden, als es bei einem fremden Dritten üblich wäre.
  • Tatsächliche Durchführung: Halten sich beide Seiten an den Vertrag? Erbringt der Partner die vereinbarten Leistungen regelmäßig und wird sie auch wie vereinbart bezahlt?
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Steuersparmodell Familie

Auf Nummer Sicher gehen

Bernhard Steck aus Bremen, selbständiger Handwerksmeister, stand vor etwa einem Jahr vor der entscheidenden Frage: "Stelle ich nun eine neue Bürokraft ein, oder kann meine Frau die anfallenden Schreibarbeiten übernehmen?" Auf Anraten einiger Geschäftsfreunde und nicht zuletzt auf Drängen seines Steuerberaters entschied er sich dafür, seine "bessere Hälfte" anzustellen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Niemand anderes als der eigene Ehegatte würde bei schwankendem Arbeitsanfall kurzfristig zur Stelle sein und auch einmal in den späten Abendstunden arbeiten.

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In guten wie in schlechten Zeiten

Verluste unter Verwandten: Was ist steuerlich zu beachten?

Finanzielle Hilfe für den Betrieb kommt oft von Verwandten des Inhabers. Doch was passiert, wenn so ein Kredit nicht zurückgezahlt oder die Bürgschaft fällig wird? Kann der Verlust von der Steuer abgesetzt werden?

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Sozialversichert oder nicht?

Risiken in der Pflichtversicherung

Manche sind pflichtversichert in der Sozialversicherung und haben keinen Anspruch auf Leistungen. Manche sind es nicht und müssen später vom Arbeitgeber teuer nachversichert werden. Wie kann das passieren?

Bei Verträgen mit Angehörigen schlagen die Betriebsprüfer besonders gerne zu.
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Steuern

Verträge mit Verwandten – leichte Beute für den Fiskus

Verträge mit mitarbeitenden Familienangehörigen sind für die Betriebsprüfer des Finanzamts ein gefundenes Fressen. So vermeiden Sie die 5 größten Fallen!

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