Funktionieren Maschinen oder Werkzeug auf der Baustelle unerwartet nicht, entstehen unproduktive Leerlaufzeiten.
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Kostenfalle kaputtes Werkzeug

So machen Sie Schluss mit "Funktioniert nicht!"

Wenn Geräte und Maschinen beim Kundeneinsatz nicht funktionieren, kann das richtig teuer werden. Was tun? 3 praktische Tipps von handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Wenn Maschinen und Geräte beim Kundeneinsatz nicht funktionieren, entstehen hohe Kosten durch unproduktive Leerlaufzeiten.
  • Die einfachste Absicherung schaffen Wartungsverträge und Probeläufe, nicht nur vor, sondern auch nach dem Einsatz.
  • Doch es kann auch Aufträge geben, bei denen Sie ein Ersatzgerät unbedingt gleich dabeihaben sollten.


Sie kennen es: "Hallo Chef, wir sind hier vor Ort, der Hochdruckreiniger funktioniert nicht!“ Na toll, wieder einmal hat Sie eine Kostenfalle erwischt – die „Funktioniert-nicht“-Falle. Weil das Gerät ohne Probelauf ins Fahrzeug geladen wurde. Dabei ist ein Probelauf immer zwingend erforderlich. Denn wenn das Gerät am Einsatzort nicht funktioniert, ist es zu spät. Dann entsteht unproduktive Zeit, bis Ersatz bereitsteht oder das Gerät repariert wird.

Wie lässt sich das vermeiden?

Tipp Nr. 1: Ordnen Sie Probeläufe an – vor und nach dem Einsatz

Geben Sie die richtigen Anweisungen, die zwingend notwendigen Informationen an Ihr Team, wie mit Geräten vor und nach dem Einsatz zu verfahren ist:

  • Ein Probelauf ist nicht nur vor der Abfahrt zum Kunden nötig, sondern auch nach der Rückkehr!
  • Stellen Sie sicher, dass das Gerät nach der Rückkehr in einen betriebsbereiten Zustand gebracht wird für den nächsten Einsatz.
  • Für jedes Gerät sollten Einsätze und Probeläufe in einer Maschinenkarte dokumentiert werden, die immer bei jedem Gerät dabei ist.
  • Verantwortlich für ein Gerät ist immer jeweils der verantwortliche Mitarbeiter des Projektes oder der Baustelle, wenn er abends ins Maschinenlager kommt.

Das alles gilt nicht nur für die Großgeräte, sondern auch für die kleinen und kleineren Geräte. Sie alle können bei Ausfall Leerlauf-Kosten erzeugen.

Sorgen Sie dafür, dass die Kostenfalle "Funktioniert nicht!" der Vergangenheit angehört. Wenn Sie es selbst nicht in Ihrem Verantwortungsbereich behalten wollen, delegieren Sie diese Aufgabe an einen kompetenten Mitarbeiter.

Tipp Nr. 2: Wartungsverträge sind günstiger als Ausfallzeiten

Gibt es Wartungsverträge für die Maschinen in Ihrem Unternehmen? Nein? Dann aber los jetzt. Die Kosten, die Ihnen der Maschinenhersteller oder der Wartungsdienst berechnet, sind verschwindend gering im Vergleich zu den unproduktiven Zeiten, die durch den Ausfall einer Maschine entstehen.

Tipp Nr. 3: Doppelt hält besser!

Meine Empfehlung: Je kostspieliger unproduktive Zeiten sind, desto wichtiger ist es, ein Ersatzgerät dabeizuhaben.

Ein Beispiel: Bei meinen Industrie- und Gewerbebodenbeschichtungen war es für meinen Teamleiter Peter eine Pflichtübung, den Ersatz-Zwangsmischer dabeizuhaben. Sie können sich vorstellen, was passiert, wenn das Gerät mitten in der Nacht oder an einem Wochenende ausfällt. Und das noch bei der Verarbeitung von zweikomponentigen Materialien. Die Kosten, die hier entstehen können, vielleicht auch durch Ausfallzeiten beim Auftraggeber, sind unter Umständen höher als der Umsatz des gesamten Projektes.

Über Klaus Steinseifer: Zuerst Bankkaufmann und danach Maler- und Lackierermeister. Er übernahm das väterliche Unternehmen. 1989 startete sein Qualifizierungsunternehmen im Handwerk "Die Steinseifer-Seminare". Heute ist er als Seminarleiter, Referent, Berater und Autor im Handwerk und für Ihren unternehmerischen Erfolg zuständig. Seine Leidenschaft ist das Handwerk und als Praktiker weiß er genau, wo Sie der Schuh drückt und wie Sie mit ihm zusammen Ihre Veränderungswünsche Realität werden lassen. Mehr Infos unter www.steinseifer.com

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