Vergessen Sie dabei nicht, Ihr Team mitzunehmen.
Foto: Aleksey Stemmer-stock.adobe.com

Strategie

So setzen Sie Ziele für Ihr Leben und den Betrieb

Wie Sie private und Unternehmensziele in Einklang bringen, erklärt handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer – und wie Sie Ihr Team dabei mitnehmen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Prioritäten setzen: Nur wer seine privaten Ziele kennt, kann auch dauerhafte Unternehmensziele entwickeln. Wer hingegen die betrieblichen vor die privaten Ziele stellt, gerät schnell ins Wanken und muss unnötig oft Ziele korrigieren.
  • Systematisch vorgehen: Leiten Sie aus den Unternehmenszielen die Jahresziele mit konkreten Aufgaben ab und informieren Sie Ihre Mitarbeiter über diese Ziele und Aufgaben.
  • Korrekturen kommunizieren: Sind Änderungen der Jahresziele tatsächlich nötig, dann informieren Sie Ihr Team über die Gründe und die sich daraus ergebenden Änderungen der Aufgaben.

Kennen Sie Ihre Visionen und Wünsche in Ihrem Leben, haben Sie diese schriftlich formuliert – und haben Sie Ihr Unternehmen darauf ausgerichtet?

In der Praxis ist es oft umgekehrt: Zu viele Unternehmer richten ihr Privatleben an ihren unternehmerischen Zielen aus. So vernachlässigen sie sich selbst, werden unzufrieden – und versuchen dann, mit ständigen Kurskorrekturen gegenzusteuern, um ihr Privatleben doch irgendwie unterzubringen. Damit verunsichern Sie sich selbst und ganz besonders Ihre Mitarbeiter.

So erstellen Sie einen Jahreszielplan

Halten Sie jetzt inne und denken Sie über Ihr Leben und Ihr Unternehmen nach. Gehen Sie dabei schrittweise vor:

1. Schritt: Als Erstes müssen Sie genau wissen, welche privaten Ziele Sie haben und wann Sie diese erreichen werden.

2. Schritt: Formulieren Sie jetzt darauf ausgerichtet Ihre Vorhaben in Ihrem Unternehmen: „Was muss ich in meinem Unternehmen tun, um meine privaten Ziele zu erreichen?“

3. Schritt: Für diese schriftlich formulierten Unternehmensziele erstellen Sie Checklisten mit Aufgaben, die Sie mit Ihrem Team erledigen wollen. So entstehen neue Strategien und Pläne für neue Strukturen in Ihrem Unternehmen.

Ziele: „Ein 10-Stunden-Tag wäre toll“

Nach 5 Jahren als Chef: Wir haben einen jungen Dachdeckermeister gefragt, ob er seine Ziele erreicht hat. Die Antwort: „Im Prinzip schon.“ Dann folgt ein „aaaber“.
Artikel lesen >

4. Schritt: Teilen Sie Ihre Aufgaben über mehrere Jahre auf. Denn Sie werden nicht alles in einem Jahr schaffen können!

5. Schritt: Formulieren Sie jetzt den ersten Jahreszielplan und beziehen Sie Ihr Team mit ein. Besprechen Sie die Ziele, die Sie im kommenden Jahr gemeinsam erreichen wollen.

6. Schritt: Schauen Sie gemeinsam regelmäßig auf die erreichten Ziele und schreiben Sie Ihr gemeinsames Erfolgsjournal dazu.

Kurskorrekturen klar begründen und kommunizieren

Im Idealfall haben Ihre Jahresziele Bestand. Doch selbstverständlich sollten sie nicht in Stein gemeißelt sein: Wenn Veränderungen nötig sind, weil sich zum Beispiel der Markt verändert, dann besprechen Sie das mit Ihrem Team. Erklären Sie, warum eine Kurskorrektur zwingend nötig ist für den wirtschaftlichen Erfolg und was das in der Praxis bedeutet. So werden Ihre Mitarbeiter nicht verunsichert, sondern auf dem Weg zum gemeinsamen Erfolg klarer und beständiger.

Wann entsteht Ihr unternehmerischer Jahreszielplan?

Erstellen Sie Ihren Jahreszielplan dann, wenn in Ihrem Unternehmen die notwendige Zeit dafür zur Verfügung steht. Dabei müssen Sie sich nicht am Geschäftsjahr orientieren.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: In den Sommermonaten von Ende Juli bis Mitte September ruht mein Seminar- und Beratungsgeschäft. Ich nutze diese Zeit für meine Sommerpause aber auch für die Erstellung meines unternehmerischen Jahreszielplans.

Auch in Ihrem Unternehmen wird es Phasen geben, in denen Sie das Tagesgeschäft nicht so stark fordert. Nutzen Sie diese Zeit.

Rückschau nicht vergessen!

Wenn Sie einen Jahreszielplan schreiben, sollten Sie immer eine schriftliche Rückschau auf das vergangene Jahresziel halten: Was ist Ihnen gut gelungen, was nicht so gut, wo muss nachgearbeitet werden, was wurde gar nicht erledigt und warum? Was sagt Ihr gemeinsames Erfolgsjournal dazu?

Über Klaus Steinseifer: Zuerst Bankkaufmann und danach Maler- und Lackierermeister. Er übernahm das väterliche Unternehmen. 1989 startete sein Qualifizierungsunternehmen im Handwerk "Die Steinseifer-Seminare". Heute ist er als Seminarleiter, Referent, Berater und Autor im Handwerk und für Ihren unternehmerischen Erfolg zuständig. Seine Leidenschaft ist das Handwerk und als Praktiker weiß er genau, wo Sie der Schuh drückt und wie Sie mit ihm zusammen Ihre Veränderungswünsche Realität werden lassen. Mehr Infos unter www.steinseifer.com

Auch interessant:

Mehr Erfolg – mit den richtigen Zielen

Kurs setzen, loslegen, nicht beirren lassen. Klare Ziele führen zum Erfolg. Wie Sie die richtigen Unternehmensziele setzen, lesen Sie hier.
Artikel lesen >

Dank digitalen Helfern: Arbeiten ohne Leerlauf

Christian Hannebohms Ziel ist ein zettelloses Büro. Auf dem Weg dorthin hat er seine Effektivität schon erheblich gesteigert.
Artikel lesen >

So arbeiten Handwerker erfolgreich im Netzwerk

Wer sich an einer Handwerkskooperation beteiligt, kann sehr profitieren. Was dabei zu beachten ist, erklärt Julia Maxi Bauer vom ITB.
Artikel lesen >

Work-Life-Balance

9 Tipps für ein zeitgerechtes Selbstmanagement

Wer als Unternehmer über seine Zeit bestimmen will, muss einiges dafür tun. handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer verrät, wie Sie die Herausforderungen erfolgreich angehen.

Strategie

5 Tipps für Ihre Notfallplanung: Damit Ihr Ausfall nicht zur Katastrophe wird!

Eine Notfallplanung sollte jeder Handwerksbetrieb haben. Wie Sie sich die Arbeit etwas leichter machen, verrät handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer.

Strategie

Diese 10 Fragen sollten Sie jedem Betriebsnachfolger stellen!

Passt der Betriebsnachfolger zu meinem Unternehmen? Diese 10 Fragen von handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer helfen Ihnen bei der Einschätzung.

Strategie

Checkliste: So machen Sie Ihren Betrieb nachfolgefähig!

Ist Ihr Betrieb (schon) nachfolgefähig? Diese Checkliste von handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer hilft Ihnen dabei.