Für Kunden ist diese Entscheidung richtig teuer.
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Skonto

Warum sich Skonto lohnt: So teuer sind Lieferantenkredite wirklich!

Wer auf Skonto verzichtet, zahlt Lieferanten praktisch Zinsen – und zwar richtig viel: 30 Prozent und mehr kommen so im Jahr zusammen. 5 Tipps zeigen, wie Sie Skonto ziehen – auch bei knapper Kasse.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Der Verzicht auf Skonto kommt Handwerker teuer zu stehen – die Zinsen liegen schnell bei 30 Prozent pro Jahr und mehr.
  • Die Nutzung von Skonto lohnt sich immer, selbst wenn Sie einen Kredit nutzen müssen, um den Lieferanten schnell zu bezahlen.
  • Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich auch Betriebe mit knapper Liquidität Spielraum verschaffen können, um Skonto zu ziehen: von Umfinanzierungen über Förderkredite bis hin zu Maßnahmen zur schnelleren Abrechnung gegenüber eigenen Kunden.

Viele Lieferanten haben in den letzten Monaten ihre Zahlungsziele verkürzt – mit Folgen für das Skonto. Man könnte auch sagen: Sie haben ihren Kunden die Kreditlaufzeit gekürzt. Denn ein Zahlungsziel von 14 oder 30 Tagen ist nichts anderes als ein kurzfristiger Kredit, den der Lieferant gewährt. Und das lässt er sich bezahlen: Bei schnellerer Bezahlung bieten viele Lieferanten ein Skonto an. Verzichtet ein Kunde auf dieses Skonto, zahlt er praktisch einen Zins für einen Kredit. Und der ist alles andere als günstig.

Wie teuer ist ein Lieferantenkredit wirklich?

Auf 2 oder 3 Prozent Skonto zu verzichten – das klingt nicht nach viel. Doch um die Kosten eines Lieferantenkredits richtig einzuschätzen, muss man sie auf ein Jahr hochrechnen und mit anderen Kreditzinsen vergleichen.

Eine stark vereinfachende Faustformel für die schnelle Umrechnung lautet:

Skontosatz / (Zahlungsziel – Skontofrist) x 365 Tage = Jahreszins

Daraus ergeben sich zum Beispiel bei 30 Tagen Zahlungsziel ohne Skonto je nach Skontosätzen und Fristen folgende Jahreszinsen:

Bei einem Skontosatz von 2 %

  • Skontofrist 8 Tage: 33,18 %
  • Skontofrist 10 Tage: 36,50 %
  • Skontofrist 14 Tage: 45,63 %

Bei einem Skontosatz von 3 %

  • Skontofrist 8 Tage: 49,77 %
  • Skontofrist 10 Tage: 54,75 %
  • Skontofrist 14 Tage: 68,44 %

Ein Beispiel: Sie kaufen bei einem bestimmten Lieferanten regelmäßig Material ein, zum Beispiel für durchschnittlich 10.000 Euro netto im Monat. Der Lieferant gibt Ihnen ein Zahlungsziel von netto 30 Tagen. Alternativ bietet er ein Skonto von 3 Prozent, wenn Sie die Rechnung innerhalb von 10 Tagen zahlen. Wenn Sie das Skonto nie nutzen, haben Sie das ganze Jahr über durchschnittlich 10.000 Euro Schulden beim Lieferanten. Würden Sie jeden Monat das Skonto ziehen, könnten Sie jeden Monat 300 Euro sparen. Das wären 12 x 300 Euro = 3.600 Euro im Jahr. Das entspricht einem Kredit von 10.000 Euro bei einem Zinssatz von 36 Prozent im Jahr.

Tipp: Sofort zahlen – notfalls auf Kredit

„Man kann für seine Finanzen nichts Besseres tun, als Skonto auf Lieferantenrechnungen zu ziehen“, sagt Carl-Dietrich Sander, Finanzierungsexperte vom Verband Die KMU-Berater. Am meisten habe davon, wer das Skonto aus liquiden Mitteln zahlen kann. „Aber auch, wenn ich mir das Geld dafür leihen muss, wird das in der Regel deutlich günstiger sein, als auf das Skonto zu verzichten.“ Zum Vergleich: Ein Kontokorrent-Kredit kostet derzeit maximal 11 bis 12 Prozent im Jahr.

Finanzierungsalternative Nr. 1: Liquide Mittel

Geld auf der Bank bringt keine Zinsen, Skonto schon. Selbst wenn Sie Geld stattdessen irgendwo anlegen würden: Es gibt keine seriösen Geldanlagen, die Ihnen 30 Prozent oder mehr an Verzinsung im Jahr bieten.

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