Foto: Martina Jahn

Cheftypen im Handwerk

"Vertrauen ist die Basis für motivierte Mitarbeiter"

Jan Grünewald will und kann sein Team nicht immer kontrollieren. Er lässt seinen Mitarbeitern viel Freiraum. Das Ergebnis: Sie arbeiten zuverlässig und motiviert, erzählt er im handwerk.com-Interview.

Auf einen Blick:

  • Jan Grünewald ist nach eigener Einschätzung eher ein lockerer Chef-Typ.

  • Er lässt seinem Team viele Freiheiten und fährt gut damit.

  • Dadurch hat sich über Jahre ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut. Das wirkt sich positive auf die Motitvation und die Leistung des Teams aus.

Jan Grünewald ist Chef von rund 30 Mitarbeitern. "Grünewald Planen. Bauen. Leben." setzt mit seinen Kunden vielfältige Bauleistungen um – von der Sanierung über den Umbau bis zum Neubau. Er ist hauptsächlich für die Planung verantwortlich, seine Mitarbeiter arbeiten viel selbstständig auf den Baustellen.

handwerk.com: Wie positionieren Sie sich als Chef gegenüber Ihren Mitarbeitern?

Jan Grünewald: Ich versuche, alle Mitarbeiter gleich zu behandeln – egal, ob jung oder alt, länger dabei oder neu im Team. Ich bin eher der lockere Typ und biete allen Mitarbeitern das Du an. Mit einer Ausnahme: Mit den Auszubildenden im 1. Lehrjahr bleibe ich per Sie. Ich möchte, dass sie zunächst den nötigen Respekt mir gegenüber haben und mit dem nötigen Ernst bei der Sache sind. Wenn das klappt, ergibt sich der Wechsel zum Du von selbst.

Wie halten Sie es mit der Kontrolle des Teams und seiner Arbeit?

Grünewald: Meine Leute haben eigentlich viele Freiheiten. Ich würde es gar nicht schaffen, sie ständig zu kontrollieren und das will ich auch nicht. Sie sollen selbstständig arbeiten und bekommen von mir viel Verantwortung übertragen. Es besteht ein gesundes Vertrauensverhältnis zwischen mir und meinem Team. Das Ergebnis ist, dass sie wirklich gute Arbeit abliefern. Das spiegeln mir die Kunden zurück. Und solange das so ist, behalte ich diesen Führungsstil auch bei.

Was schätzen Ihre Mitarbeiter an Ihnen?

Grünewald: Ich bin wirklich offen für Sorgen und Probleme des Teams. Meine Mitarbeiter wissen, dass ich fair mit ihnen umgehe und sie nicht über den Tisch ziehe. Die Personalchefin meint sogar, ich könnte strenger sein. Das sehe ich aber anders. Ich habe mir in den vergangenen Jahren meinen Ruf gegenüber den Mitarbeitern aufgebaut. Denn ich unterstütze und fördere sie, wenn auch ihre Motivation stimmt. Dass ich damit nicht ganz falsch liege, erkenne ich daran, dass mein Betrieb seit Beginn meiner Selbstständigkeit stetig gewachsen ist. Viele Mitarbeiter sind schon lange Jahre dabei.

Das Interview führte Martina Jahn

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