Ob ein Dienstwagen für den Geschäftsführer angemessen ist, entscheidet die Finanzverwaltung.
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Steuern

Wann kann ich einen Luxuswagen von der Steuer absetzen?

Bei Luxuswagen kappt das Finanzamt oft die Betriebsausgaben. Doch was ist schon Luxus? Zwei Orientierungswerte helfen weiter.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Ob ein Luxuswagen als Firmenwagen angemessen ist, hängt vor allem davon ab, ob er für den Betrieb notwendig ist und ob die Firma ihn sich im Verhältnis zu Umsatz und Gewinn wirklich leisten kann.
  • In jedem Streitfall entscheiden Gerichte individuell, wo die Grenze liegt. Streit fängt bei 150.000 Euro Anschaffungskosten an, Ruhe herrscht in der Regel bis 100.000 Euro.
  • Wenn der Fiskus zuschlägt, kürzt er jedoch nur den Teil Anschaffungskosten, der nicht angemessen ist. Die laufenden Kosten betrifft das nicht.

Regelmäßig landen Luxusautos als Streitfall vor Gericht: Ob ein Firmenwagen für den Geschäftsführer oder Firmeninhaber angemessen ist, entscheidet darüber, ob der Betrieb die Anschaffungskosten in voller Höhe von der Steuer absetzen kann.

Wann ist ein Firmenwagen Luxus?

Ob das Finanzamt den Dienstwagen für angemessen hält, hänge von vier Kriterien ab: Umsatz, Bilanzsumme, Zahl der Mitarbeiter und Gewinn. „Ein ordentlicher Geschäftsführer muss abwägen, wie viel Kosten er seinem Unternehmen zumuten kann“, sagt Steuerberater Peter Stieve von der Kanzlei Gensch, Korth & Coll in Hannover. Je größer das Unternehmen und je höher Umsatz und Gewinn, desto eher werde das Finanzamt einen teuren Firmenwagen akzeptieren.

Als zusätzliche Argumente könnten Betriebsinhaber auch Branche und Kundenstruktur anführen, ergänzt der Vizepräsident der Steuerberaterkammer Niedersachsen: Wenn in der Branche teure Autos zu repräsentativen Zwecken üblich sind, werde das Finanzamt das berücksichtigen. Ein Ferrari könnte für eine Marketing-Agentur angemessen sein, für einen Tischlermeister nicht.

Arbeite der Tischler allerdings sehr hochpreisig für eine exklusive Klientel, könnte der Ferrari im Einzelfall doch vertretbar sein. „Dann kommt es darauf an, wie viel Gewinn das Unternehmen erwirtschaftet und in welchem Verhältnis dazu die Fahrzeugkosten stehen.“

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Welche Fahrzeuge sind betroffen?

In allen Streitfällen geht es um die Firmenwagen von Inhabern und Geschäftsführern, die diese teilweise auch privat nutzen. Wagen, die nachweislich rein dienstlich genutzt werden, sind außen vor.

Könnte also ein Unternehmer den Fiskus aushebeln, wenn er mit einem einwandfreien Fahrtenbuch die ausschließlich dienstliche Nutzung beweisen kann? Das sei theoretisch denkbar, sagt Stieve, zumindest hätte so ein Fall eine gewisse Chance vor dem BFH. Aber in der Praxis sei damit nicht zu rechnen, denn „solche Wagen werden immer auch privat genutzt“. Ginge es wirklich nur um Dienstfahrten, würde sich kein mittelständischer Unternehmer einen Wagen für 400.000 Euro auf den Firmenparkplatz stellen.

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