KI, Digitalisierung und Co.: Diese Themen bewegen das Holzhandwerk
Die Zukunft im Blick – hat die Branche derzeit in Nürnberg. Tischler, Schreiner und Zimmerer erfahren dort viel über künftige Arbeitsweisen.
Wenn diese Messen in Nürnberg eines kennzeichnet, dann ist es die Künstliche Intelligenz (KI). Vorträge, Produkte, Gespräche – vieles dreht sich etwa um Large Language Models, Agenten und Bildgenerierung. Die Messen Holz-Handwerk und Fensterbau Frontale in Nürnberg zeigen deutlich, dass KI im Handwerk bereits tief verankert ist.
Und so haben viele der rund 980 Aussteller ihre Produkte und Anwendungen darauf angepasst: Hersteller wie Palette CAD oder Pytha haben ihre bestehenden 3D-CAD-Programme mit Künstlicher Intelligenz versehen. Dadurch vereinfachen sie beispielsweise die fotorealistische Visualisierung ganzer Küchen im Raum plus Lichtkonzept bereits in der Planungsphase. Kunde und Handwerker können so bereits vor Fertigung kleinste Details abstimmen.
Fenster sind auf der Fensterbau Frontale mit KI-basierter Sensorik ausgestattet und passen so das Lüftungsverhalten automatisch an. Zudem erkennen integrierte KI-Systeme, ob Fenster offen sind, um Rollläden entsprechend zu steuern und Einbrüche zu verhindern.
Erleichterung der Arbeit durch KI
Auch die Vorträge auf den Messen widmen sich thematisch der Zukunft: Materialien wie bei Amazon, Zalando und Co. per Mausklick bestellen und am nächsten Tag eine Auswahl in einer Box erhalten? Möglich laut Hannes Bäuerle, Geschäftsführer der Material Bank Studio in Stuttgart. Sein Unternehmen bietet eine schier unbegrenzte Vielfalt an Materialien für das Schreinerhandwerk. „Bei uns kann man passende Materialien digital finden und Muster bestellen. Am nächsten Tag sind sie kostenfrei da“, erzählt er bei seinem Vortrag auf der Bühne der Holz-Handwerk Arena in Halle 11.
„Nicht alles ist ein KI-Problem“, sagt KI-Trainer Patrick Amato vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk. Sein Vortrag in der Holz-Handwerk Arena skizziert die Anfänge von KI im Handwerksbetrieb. Denn KI löste nicht alles, was im Unternehmen schlecht läuft. „Zunächst müssen Sie alle Prozesse im Betrieb anschauen und einen Anforderungskatalog erstellen“, zählt er auf. Die klassische Digitalisierung des Betriebs schaffe das Fundament für KI. Da müsse jede Unternehmerin, jeder Unternehmer durch. Erst, wenn Daten digital aufbereitet, das Team mitgenommen und Betriebsprozesse integriert seien, könnten KI-Assistenten im Unternehmen unterstützen. Diese seien laut KI-Trainer die besten Praktikanten im Betrieb, bräuchten aber vorab eine Struktur.
Soziale Zukunftsthemen wie Mutterschutz für Selbstständige
Neben den technischen Zukunftsthemen nehmen einige Vorträge aber auch die Gegenwart und künftige Themen in den Blick: Tischlermeisterin Johanna Röh, bekannt für ihren Einsatz zum Thema Mutterschutz für Selbstständige, spricht ebenfalls in der Holz-Handwerk Arena. Sie stellt die Frage: „Selbstständig im Handwerk und Mutter sein – wie kann das funktionieren?“ Röh engagiert sich politisch zu diesem Thema und möchte, dass selbstständige Frauen im Handwerk eine Perspektive erhalten.
Handwerk erleben und entdecken
Unter dem Motto „Erleben. Entdecken. Machen.“ wartet die Holz-Handwerk 2026, die sich als führende europäische Fachmesse für Maschinentechnologie und Fertigungsbedarf versteht, mit neuen Formaten und praxisnahen Inhalten auf. Der Fokus liegt dabei auf zukunftsorientierten Themen.
Die Partnermesse Fensterbau Frontale gilt als die Leitmesse für Fenster, Türen und Fassaden. Im Fokus stehen dieses Jahr Themen wie energetische Sanierung, serielles und modulares Bauen, Recycling und Kreislaufwirtschaft, Sicherheit sowie klimasichere Bauweisen.

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