Duale und triale Studiengänge

Studieren im Handwerk? Diese Möglichkeiten gibt es

Wer dual oder trial im Handwerk studiert, sucht einen Betrieb für die praktische Ausbildung. Diese Hochschulen kooperieren mit Handwerksbetrieben.

3 Min.24.02.2026, 15:09 Uhr
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Engagierter Nachwuchs kann mit dem richtigen Betrieb und dem passenden Bildungsangebot zur qualifizierten Fach- und Führungskraft werden.
Engagierter Nachwuchs kann mit dem richtigen Betrieb und dem passenden Bildungsangebot zur qualifizierten Fach- und Führungskraft werden. Freepik
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Handwerksbetriebe, die heute in die Zukunft investieren wollen, stehen vor einer zentralen Herausforderung: qualifizierte Fach- und Führungskräfte finden und halten. Kombinierte Bildungswege wie duale oder triale Studiengänge bieten hier eine interessante Option zur Förderung des Nachwuchses. Sie verbinden die handwerkliche Ausbildung oder Weiterbildung mit einem betriebswirtschaftlichen Studium – und machen so aus jungen Gesellinnen und Gesellen leistungsfähige Führungskräfte mit Praxisbezug.

Trial oder dual? Ein Überblick über verschiedene Modelle und Angebote

Der größte Unterschied zwischen einem dualen und einem trialen Studium ist die Zahl der Abschlüsse. Wer sich für ein duales Studium entscheidet, kann zwei Abschlüsse erzielen. Zum Beispiel:

  • einen Gesellenbrief und einen Bachelor-Abschluss oder
  • einen Meister und einen Bachelor-Abschluss.

Wer ein triales Studium absolviert, erhält am Ende drei Abschlüsse: den Gesellenbrief, den Meisterbrief und den Bachelor-Abschluss.

  • Betriebe können mit Hilfe von dualen oder trialen Studiengängen gezielt Führungskräfte aufbauen.
  • Außerdem können sie Jugendlichen dadurch ein attraktives Ausbildungsangebot machen sowie auf neuem Wege Mitarbeitende gewinnen und binden.
  • Für Studierende wird das Einkommen während der (Hochschul-)Ausbildung gesichert.
  • Und die Nachwuchskräfte lernen sowohl Praxis als auch Theorie. Zudem bekommen sie unternehmerisches Denken und zeitgemäße Methoden vermittelt.

Beispiele für kombinierte Studienangebote im Handwerk

Freepik
Das Studium an der FHM verläuft parallel zur Ausbildung. Alle zwei Wochen finden freitags und samstags Präsenzphasen statt, ergänzt durch einen Onlineabend. https://www.handwerk.com/sites/default/files/ww/2026-02/Artikel-Bilder%20Blog-hwc.jpeg
  • Standorte: Bielefeld, Hannover, Bamberg, Köln
  • Abschlüsse: Gesellenbrief + Meister + Bachelor of Arts Handwerksmanagement
  • Gewerke: Alle anerkannten Ausbildungsberufe im Handwerk
  • Zugang: (Fach-)Abitur oder 5 Jahre Berufserfahrung + Ausbildungsvertrag
  • Besonderheit: Kooperation mit den oben genannten Handwerkskammern sowie der HWK Münster

Tipp aus unserem Gespräch mit Studiengangsleiter Ralf Brüning:

Weitere Informationen: fh-mittelstand.de

Zum Partnerbetrieb werden: Um eine Kooperation zu erfragen, sollten Betriebe Kontakt mit der jeweiligen Handwerkskammer aufnehmen.

Der Studiengang Craft Design soll dazu befähigen, über das eigene Material hinauszudenken.
Der Studiengang Craft Design soll dazu befähigen, über das eigene Material hinauszudenken. Hermann Kolbeck
  • Gewerke: vor allem gestaltungsnahe Handwerke (z. B. Tischler oder Goldschmiede)
  • Abschlüsse: Bachelor of Arts Craft Design + Gesellenbrief (ausbildungsabhängig) + Meister
  • Zugang: Verschiedenste Qualifikationen können den Zugang ermöglichen – auch ohne Abitur ist das Studium möglich, beispielsweise durch eine künstlerische Begabtenprüfung der Diploma Hochschule.
  • Besonderheit: Entweder als Präsenzstudium in Hannover oder als Fern- beziehungsweise Onlinestudium. Außerdem ist das Studium berufsbegleitend möglich, denn  die Online-Vorlesungen finden samstags statt.

Tipp aus unserem Gespräch mit der Studiengangsleiterin Bärbel Kühne:

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Weitere Informationen: diploma.de/bachelor/craft-design

Tipp für Handwerksbetriebe: Unter diploma.de/kooperationen erfahren Sie, wie Sie zum Partnerbetrieb werden.

„Nicht jedes Unternehmen legt heute noch Wert auf eine Gesellenprüfung“, so Studiengangsleiter Michael Knittel.
„Nicht jedes Unternehmen legt heute noch Wert auf eine Gesellenprüfung“, so Studiengangsleiter Michael Knittel. DHBW
  • Ziel: Ausbildung von kaufmännischen Führungskräften für das Handwerk
  • Abschlüsse: Bachelor of Arts + ggf. Meister
  • Zugang: (Fach-)Hochschulreife + Eignungstest oder alternative Qualifikationen
  • Dauer: drei Jahre im Wechsel zwischen dreimonatigen Theorie- und Praxisphasen
  • Besonderheit: Eine vorherige Ausbildung wird empfohlen. Nach Absprache zwischen Betrieb und Lehrling kann eine Ausbildung aber auch nebenbei absolviert werden.

Studiengangsleiter Michael Knittel:

Weitere Informationen: dhbw-stuttgart.de

Tipp: Wie Sie zum Partnerbetrieb werden, erfahren Sie unterdhbw-stuttgart.de/duale-partner.

In diesem Studiengang wird die Zimmererausbildung mit dem Studium Bau-Projektmanagement kombiniert.
In diesem Studiengang wird die Zimmererausbildung mit dem Studium Bau-Projektmanagement kombiniert. Momentfilm
  • Gewerk: Zimmerei
  • Abschlüsse: Gesellenbrief + Polier + Meisterbrief + Bachelor of Engineering
  • Zugang: allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife
  • Besonderheit: Studierende können direkt Start ins zweite Lehrjahr starten. Die Gesellenprüfung wird am Ende des dritten Lehrjahrs vor der HWK Ulm abgelegt. Die Bewerbung erfolgt über das Bildungszentrum-Holzbau-Baden-Württemberg.

Weitere Informationen: im Ablauf-Flyer und unter hochschule-biberach.de

Zum Partnerbetrieb werden: Betriebe können unter vertieftepraxis-b@hochschule-bc.de Kontakt mit der Hochschule aufnehmen.

  • Gewerke: Baugewerbe (z. B. Maurer:in, Straßenbauer:in)
  • Abschlüsse: Gesellenbrief + Bachelor of Engineering
  • Zugang: allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife oder andere Hochschulzugangsberechtigungen
  • Besonderheit: Ein Teil der Ausbildungsvergütung wird laut HBC von der Soka-Bau erstattet. Die Studierenden lernen im Wechsel Theorie und Praxis.

Studiendekanin Patricia Hamm betonte den Vorteil des Modells:

Weitere Informationen: hochschule-biberach.de

Zum Partnerbetrieb werden: Betriebe können unter vertieftepraxis-b@hochschule-bc.de Kontakt mit der Hochschule aufnehmen.

Fazit: Nachwuchskräfte im eigenen Betrieb ausbilden

Ob zur Betriebsnachfolge oder zur Stärkung des Führungsteams – kombinierte Studiengänge bieten Handwerksunternehmen die Möglichkeit, junge Talente langfristig zu binden und sie gezielt zu qualifizieren. Wer frühzeitig auf passende Kooperationsmodelle setzt, kann die Entwicklung eigener Fach- und Führungskräfte mitgestalten.

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