Nach der Arbeit qualmen die Socken und aus dem Schuhen entweicht ein übler Schweißgeruch? Diese 9 Tipps helfen gegen Käsefüße!
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Nach der Arbeit qualmen die Socken und aus dem Schuhen entweicht ein übler Schweißgeruch? Diese 9 Tipps helfen gegen Käsefüße!

Panorama

Die 9 besten Tipps gegen verschwitzte Arbeitsschuhe

Körperliche Arbeit in festen Arbeitsschuhen bleibt nicht ohne Folgen. Die Füße schwitzen und irgendwann müffeln die Schuhe. Wie lässt sich das verhindern?

Wer körperlich stark arbeitet, schwitzt irgendwann – auch an den Füßen. Laut Hautarzt Dr. Wolfgang Lensing ist das normal. „Durch das Schwitzen wird die Körpertemperatur reguliert und konstant auf rund 37 Grad Celsius gehalten“, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes der Dermatologen in Niedersachsen. Schweiß dringt durch die Poren an die Hautoberfläche, sie wird feucht. Doch warum schwitzen besonders  die Füße? „Sie sind kaum behaart und haben eine große Oberfläche“, erläutert der Mediziner. „Damit eigenen sich Füße – und Hände – besonders gut als Wärmetauscher.“

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Warum riechen Schweißfüße unangenehm?

Schweiß riecht eigentlich nicht, da er vor allem aus Wasser besteht. „Der unangenehme Geruch entsteht, wenn der Schweiß die Abwehrfunktion der Haut beeinträchtigt und so das Wachstum bestimmter Bakterien fördert“, sagt Lensing. Dem Hautarzt zufolge zersetzen diese Bakterien wiederum Schweiß und Hautschuppen und erzeugen die ranzig riechende Buttersäure, die für den penetranten Geruch sorgt. Mit der Wahl des richtigen Arbeitsschuhs, guter Hygiene und anderen Tricks können Handwerker Schweißfüßen vorbeugen.

Tipp 1: Möglichst Kleidung aus Baumwolle tragen

Beim Schwitzen entsteht Feuchtigkeit und die muss irgendwo hin. Deshalb rät Hautarzt Lensing Handwerkern, möglichst am ganzen Körper Kleidung aus Baumwolle zu tragen, weil sie die Feuchtigkeit gut aufnimmt. „Achten Sie deshalb bei der Unterwäsche und den Socken auf einen möglichst hohen Baumwollanteil“, sagt der Mediziner. Wenn die Haut in Kunstfaser eingehüllt werde, die oft einen Wärmestau erzeugt und Feuchtigkeit nicht aufnimmt, werden die Hände und besonders die Füße vermehrt zur Kühlung eingesetzt und beginnen zu schwitzen.

Schwitzen ist (k)ein Problem

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Tipp 2: Beim Schuhwerk möglichst auf Leder setzen

Wie bei der Kleidung sollten Handwerker  beim Schuhwerk auf das Material achten. „Am besten sind Einlegesohlen und Arbeitsschuhe aus Leder, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen können“, sagt Lensing. Wenn das bei Sicherheitsschuhen nicht möglich ist, empfiehlt er Handwerkern, Schuhe aus möglichst atmungsaktiven Materialien anzuschaffen.

Tipp 3: Mit dem Rauchen aufhören

„Rauchen ist einer der Hauptfaktoren für starkes Schwitzen“, sagt Lensing. Denn Nikotin erhöhe den Körperenergieumsatz und somit  die notwendige Kühlung durch Schwitzen. Im Kampf gegen den Fußschweiß empfiehlt der Mediziner einen vollständigen Rauchstopp: „Schweißtreibend wirkt nicht nur die Zigarette, sondern Nikotinkonsum insgesamt“, erläutert er. Das gelte auch für E-Zigaretten.

Tipp 4: Desinfizierende Fußbäder machen

Dem Hautarzt zufolge hilft  gute Fußhygiene gegen den lästigen Gestank im Arbeitsschuh. Er empfiehlt Handwerkern, die unter „Käsefüßen“ leiden, regelmäßig desinfizierende Fußbäder. Die Bakterien auf der Haut werden reduziert, dadurch die Produktion der Buttersäure ebenfalls. „Für das Fußbad eigenen sich viele freiverkäufliche Präparate – man sollte sich in der Apotheke beraten lassen“, sagt Lensing.

Tipp 5: Schuhe desinfizieren

Die Bakterien im Schuh lassen sich mit Desinfektionsmitteln vermindern, sagt der Dermatologe. Allerdings ist bei der Behandlung des Schuhwerks Vorsicht geboten: „Passen Sie auf, dass Ihre Schuhe die Behandlung  vertragen“, empfiehlt Lensing. Spezielle Desinfektionsmittel für Schuhe gibt es in Drogerien. Manche Schuhe lassen sich auch bei 60° in der Waschmaschine reinigen, so der Mediziner.

Tipp 6: Arbeitsschuhe und Socken wechseln

Bei starken Schweißfüßen hilft laut Lensing auch, den Schuhen regelmäßig eine Pause zu gönnen, damit sie vor dem nächsten Gebrauch vollständig trocknen können. „Ideal ist es deshalb, wenn Handwerker mindestens zwei Paar Arbeitsschuhe haben“, sagt der Hautarzt. „Dann können sie ihre Schuhe regelmäßig wechseln, notfalls  während ihrer Schicht“. Tipp: Beim Wechsel des Schuhs sollten immer  die Socken gewechselt werden.

Tipp 7: Einlegesohlen nutzen

Dem Hautarzt zufolge können  Einlegesohlen im Schuh helfen, das Problem „Fußgeruch“ einzudämmen. Er empfiehlt Handwerkern, Sohlen aus Leder zu nutzen, die den Schweiß aufnehmen können. Damit die Einlegesohlen gut trocknen, rät Lensing, sie nach der Arbeit aus dem Schuh zu nehmen. Zudem sollten sie regelmäßig erneuert werden.

Tipp 8: Strümpfe mit Silberfäden anziehen

Im Kampf gegen Fußgeruch können Handwerker  Socken mit Silberfäden einsetzen. Dem Hautarzt zufolge setzten sie durch verschiedene chemische Reaktionen auf der Haut  antiseptische Silberverbindungen frei, sodass die geruchsbildenden Bakterien beseitigt werden.

Tipp 9: Erkrankungen und andere Faktoren ausschließen

Wenn alle bisher genannten Maßnahmen nicht gegen verschwitzte Arbeitsschuhe helfen, kann sich laut Lensing ein Besuch beim Arzt lohnen. Denn starkes Schwitzen könne  ein Krankheitssymptom sein. Vor allem Schilddrüsenerkrankungen und neurologische Erkrankungen hätten oft eine übermäßige Schweißbildung zur Folge, sagt der Mediziner.

Eine wertvolle Hilfe bei der Suche nach den Ursachen könne ein Beschwerdetagebuch sein. Denn damit könnten zum Beispiel Unregelmäßigkeiten, äußere Einflüsse oder  Zusammenhänge wie Medikamenteneinnahmen aufgedeckt und maßgebliche Auslösefaktoren beseitigt werden.

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