Minimalistische Gestaltung im Fokus

Der Weg ins Minimalistische

Inneneinrichtungen mit auffälligen Beschlägen gehören der Vergangenheit an. Der Minimalismus ist dagegen auf dem Vormarsch. Das sagt der Tischlermeister Benny Schöps.

4 Min.28.04.2026, 18:41 Uhr (Aktualisiert am 30.04.2026, 09:01 Uhr)
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Grifflose Fronten sind laut Tischlermeister Benny Schöps voll im Trend.
Grifflose Fronten sind laut Tischlermeister Benny Schöps voll im Trend. Christoph Ledder
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Auf einen Blick

Tischlermeister Benny Schöps beobachtet einen klaren Trend hin zu minimalistischem Innenausbau mit grifflosen Fronten, unsichtbaren Beschlägen und reduzierten Oberflächen.

In einem umfangreichen Büroprojekt setzte seine Tischlerei individuelle, technisch durchdachte Lösungen um, bei denen Details wie integrierte Beleuchtung, Zentralverriegelung und versteckte Funktionen im Fokus stehen.

Social Media dient Schöps als Inspirationsquelle für Designtrends, die er gezielt auf die Bedürfnisse seiner Kunden überträgt und so langfristige Kundenbeziehungen stärkt.

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Benny Schöps freut sich, wenn er durch die Räumlichkeiten seines Auftraggebers läuft und sich die Resultate seiner Arbeit und der seines Teams anschaut. Der Innenausbau der Büros eines großen Stahlunternehmens aus Hagen in NRW ist eines der Projekte, das er vor kurzer Zeit mit seinem Team nach insgesamt drei Monaten abschloss. Der Tischlermeister und Inhaber der Tischlerei Individual aus Schwerte begeistert sich auch nach Abschluss des Projektes für den Innenausbau und die Lösungen, die er für seinen Auftraggeber realisieren konnte.

Frei in der Gestaltung

„Insgesamt sollten mehr Arbeitsplätze für die Angestellten geschaffen werden und das war schon eine mittlere Herausforderung. Die Räume des Unternehmens sind nämlich sehr schmal und gleichzeitig lang geschnitten“, erläutert Schöps. In der Planung des Innenausbaus war die Tischlerei sehr frei. Nachdem das klassische Aufmaß stand, wurde alles am Rechner in 3-D visualisiert. So konnte Schöps mit seinem Auftraggeber sehen, wie die Laufbereiche und der spätere Platzbedarf für die Arbeitsplätze ausschauen. „Das Schöne an diesem Projekt war, dass wir völlig frei in der Gestaltung waren. Das betrifft auch die Beschläge und die Oberflächen“, sagt Schöps.

Sämtliche Büros sowie die Küche für die Beschäftigten zeugen von der Handschrift des jungen Schreinermeisters und seines Teams. Charakteristisch für das Projekt sind die „Tip-on-Beschläge für die Hoch- und Oberschränke. Die grifflosen Fronten, nicht nur in der Küche, sondern auch in den einzelnen Büros, sind Ausdruck einer zeitgemäßen Inneneinrichtung, „die meiner Ansicht nach einen echten ‚Wow-Effekt‘ erzielt, ohne dabei das Gesamtbild des Raumes zu zerstören“, so Schöps. Darüber hinaus verweist er auf die motorische Öffnungsunterstützung der Hoch- und Oberschränke, die bei den Kunden immer mehr gefragt sei. Unsichtbare Verbindungstechniken seien ohnehin im Trend. Darüber hinaus sei der minimalistische Innenausbau bei Kunden immer mehr gefragt.

Sinn fürs Detail

Beim Durchgang durch die Räume des Stahlunternehmens fällt eines auf: Die Einrichtung ist personalisiert. In den höhenverstellbaren Schreibtischen ist jeweils ein Lichtschalter integriert, über den sich die Arbeitsplatzbeleuchtung in Lichtfarbe und Helligkeit individuell steuern lässt. Zudem ist die Beleuchtung direkt in eine Drei-Phasen-Schiene integriert, die sowohl die Raumbeleuchtung als auch die Beleuchtung der einzelnen Arbeitsplätze übernimmt. „Eine zusätzliche Beleuchtung ist daher nicht erforderlich“, betont Schöps.

Neben dem Licht ist die Zentralverriegelung der Möbel charakteristisch für das Projekt. Mithilfe eines Transponders und Sensortechnik haben sowohl der Geschäftsführer, der Prokurist sowie die Buchhaltung des Stahlunternehmens die Möglichkeit, vertrauliche Daten zu schützen und sind damit rechtlich auf der sicheren Seite. „Diesen Trend zur Zentralverriegelung von Schränken merken wir mittlerweile nicht nur bei Geschäfts-, sondern auch bei unseren Privatkunden“, betont Benny Schöps.

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Benny Schöps Tischlermeister und Inhaber der Tischlerei Individual.
Benny Schöps Tischlermeister und Inhaber der Tischlerei Individual. Christoph Ledder

Es sind zudem die kleinen Details, die beim Durchgang durch die Räume auffallen. Ein- und ausklappbare Haken für Jacken, Mäntel und Geschirrhandtücher in der Küche sorgen für einen „Aha-Effekt“. Die Haken sind auf den ersten Blick unsichtbar. Das geschulte Auge erkennt sie jedoch. „Bei einem solchen Projekt wie diesem kommt es vor allem auf die kleinen Details an, für die man auch einen Sinn haben muss“, erläutert Benny Schöps. Zu seiner Philosophie gehört es, dass es „viel cooler ist, wenn ich zweimal hinschauen muss, um Details wahrzunehmen.“ Alles, was das Auge oft und viel wahrnimmt, werde dagegen schnell „leidgesehen“.

Designtrends und Beschläge in Social Media

Die Themen Beschläge, Inneneinrichtung und Designtrends gehen zum Teil in den sozialen Netzwerken viral. Vor allem auf Instagram erfreuen sich zahlreiche Influencer einer großen Anzahl an Followern. Ein Beispiel hierfür ist Sarah Profanter, eine Interior Design- und Einrichtungsexpertin. Auf Instagram veröffentlicht sie Reels und Tipps unter dem Namen „sarah.prosainterior“, unter anderem zu Beschlägen. Genau wie Schöps ist sie detailverliebt.

In der Beschreibung eines ihrer Videos schreibt sie: „Diese kleinen Details machen mehr, als man denkt. Sie sind das, was du jeden Tag anfasst, womit du ganz automatisch in Verbindung stehst.“ Darüber hinaus rät sie ihren Followern in einem Video zu Messingbeschlägen, da sie mit der Zeit eine Patina entwickeln „und mit der Zeit altern“, wie sie sagt. Auf Instagram unter instagram.com/sarah.prosainterior veröffentlicht sie regelmäßig Videos und gibt Tipps und Ratschläge für stilvolles und gemütliches Wohnen. Daneben findet man auf Instagram unter dem Hashtag #designtrend eine Vielzahl an Vorschlägen für Seiten, die den User mit neuen Kollektionen zu Inneneinrichtungen und Kollektionen versorgen.

Tischlermeister Schöps macht indes kein Geheimnis daraus, dass er Social Media als Inspirationsquelle nutzt. „Auf den einzelnen Plattformen gibt es zahlreiche Beispiele, die als Anregung für die eigene Arbeit dienen“, betont der Betriebsinhaber. Es ist dabei nicht sein Anspruch, das Rad neu zu erfinden. Dennoch versucht er, die Probleme seiner Kunden zu verstehen und mit trendigen Beschlägen und Oberflächen auf deren Bedürfnisse einzugehen.

Das Konzept sowie die Umsetzung des Projekts konnten die Geschäftsführung des Stahlunternehmens überzeugen. Infolgedessen kamen für Schöps und seinen Betrieb Folgeaufträge. „Der Umgang hier ist auf Augenhöhe und die kommenden Projekte sind spannend“, sagt der Tischlermeister abschließend.

Ein Tischler schleift ein Holzbrett in seiner Werkstatt ab.

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