Schmuckstück für die Zukünftige

Tischler aus Tansania fertigt Meisterstück in Eisleben

Meisterschüler Asifiwe Kilumbe aus Tansania hat sein Meisterstück in der Tischlerei Timme in Eisleben gefertigt. Für ihn hat es eine ganz besondere Bedeutung.

2 Min.11.03.2026, 11:56 Uhr
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Meisterschüler Asifiwe Kilumbe aus Tansania mit seinem Meisterstück – einem Schmuckschrank - in der Tischlerei Timme in Eisleben.
Meisterschüler Asifiwe Kilumbe aus Tansania mit seinem Meisterstück – einem Schmuckschrank - in der Tischlerei Timme in Eisleben. Anne-Kristin Gotot/ Handwerkskammer Magdeburg
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Als Asifiwe Kilumbe an diesem Morgen die letzten Handgriffe an seinem Meisterstück setzt, liegt in der Werkstatt der Tischlerei Timme in Eilsleben in Sachsen-Anhalt eine besondere Spannung in der Luft. Es ist Abgabetag. Der Blick richtet sich auf einen Schmuckschrank – sein Meisterstück. Gebaut mit Liebe zum Detail und mit einer Geschichte, die bis in den Südwesten Tansanias nach Tandala reicht.

Eine Verbindung, die 1987 begann

Denn die Verbindung zwischen der Tischlerei Timme und Tandala ist über Jahrzehnte gewachsen. Alles begann 1987, als zwei Diakonenschüler aus Tansania während ihres Studiums in Deutschland für eine kurze Tischlerausbildung in die Werkstatt von Rüdiger Timme kamen.

Aus dieser Begegnung entwickelte sich ein enger Kontakt nach Tandala, einem Ort auf rund 1.800 Meter Höhe, wo ein Diakoniezentrum entstanden ist.

In Tandala ist das Handwerk eng mit sozialer Verantwortung verbunden: Auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen werden dort ausgebildet – ein inklusiver Ansatz, der handwerkliche Qualität und Teilhabe zusammenbringt.

Die Tischlerei Timme unterstützte die Diakonie, eine Werkstatt vor Ort aufzubauen. Als das Gebäude zu klein wurde, entstand von 2012 bis 2015 ein größerer Werkstattbau mit Holzlager. Seit der Einweihung 2015 fertigt die Tischlerei Türen, Fenster und Möbel.

Vom Freiwilligenjahr zum Handwerk – und weiter zum Meister

Aus diesem Netzwerk heraus fand auch Asifiwe Kilumbe den Weg nach Sachsen-Anhalt. 2018 kam er für ein freiwilliges Jahr in die Werkstatt der Tischlerei Timme.

Aus dem Freiwilligenjahr wurde ein Plan: Kilumbe entschied sich für die Tischlerausbildung und absolvierte sie von 2019 bis 2022. Danach blieb er der Werkstatt treu – und ging zugleich seinen Weg in der Diakonie: Ende 2022 begann er seine Ausbildung zum Diakon, die er 2024 abschloss.

Der nächste Schritt war für ihn „selbstverständlich“: der Meister. Zum Teil konnte er diesen durch die Begabtenförderung der Handwerkskammer Magdeburg finanzieren.

Ein Schmuckschrank mit Liebe zum Detail

Der Schmuckschrank wirkt elegant und durchdacht - Schubladen, die den Raum optimal nutzen, und ein Kosmetikspiegel, der sich aus- und einklappen lässt. „Ich wollte etwas Besonderes bauen“, sagt Kilumbe. „Etwas, das man später brauchen kann.“ Mit einem Lächeln sagt er: Wenn er seine zukünftige Partnerin findet, soll der Schmuckschrank für sie sein.

Rückkehr nach Tandala – und Ausbilder vor Ort

Für Kilumbe geht der Blick nach vorn – und zurück nach Tandala. Dort will er im Diakoniezentrum in der Tischlerwerkstatt ausbilden und Verantwortung übernehmen. Die Verbindung nach Deutschland soll dabei nicht abreißen.

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