Matthias Warneke hat für uns die neuen Exzenterschleifer von Bosch getestet.
Foto: Thomas Vahle

Werkzeugtest

Exzenterschleifer von Bosch: Der mit dem Turbo

Bosch hat vor einigen Wochen zwei neue, kabelgebundene Exzenterschleifer der Professional-Reihe auf den Markt gebracht. Matthias Warneke hat sie getestet.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Klein und groß: Die neuen Exzenterschleifer von Bosch heißen GET 75-150 Professional und GET 55-125 Professional. Wie es der Name schon andeutet, unterscheiden sich die beiden Brüder in erster Linie im Schleiftellerdurchmesser: 150 beziehungsweise 125 Millimeter.
  • Positiv: Tischlermeister Matthias Warneke hat beide Geräte mehrere Wochen lang praktisch erprobt. Positiv ist ihm dabei unter anderem die feste Verlängerung der Staubabsaugung aufgefallen. Und auch der Turbo-Knopf hat den Praktiker überzeugt.
  • Negativ: Weniger begeistert ist der Tester von der länglichen Bauform der Schleifer. Kompaktere Maschinen sind nach seinem Dafürhalten ausgewogener in der Handhabung.

GET 75-150 Professional und GET 55-125 Professional heißen die beiden neuen Exzenterschleifer. Der GET 75-150 ist für die groben Arbeiten gemacht, der GET 55-125 soll sich laut Bosch eher für kleine Flächen und konvexe oder konkave Oberflächen eignen. Wie es der Name schon andeutet, unterscheiden sich die beiden Brüder in erster Linie im Schleiftellerdurchmesser: 150 beziehungsweise 125 Millimeter.

Licht und Schatten

„Ich sehe hier gute Ideen, habe aber auch Schwachstellen entdeckt“, sagt Matthias Warneke, der beide Geräte über mehrere Wochen getestet hat. „Eine wirklich gute Idee ist die feste Verlängerung der Staubabsaugung. So stört der flexible Schlauch nicht und er kommt auch kaum mit dem Werkstück in Kontakt“, sagt er.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Absaugstutzen ein Zusatz-Handgriff, ein Inbusschlüssel und ein abnehmbarer Schutzaufsatz, der Schleifteller und Werkstück bei randnahen Arbeiten schützt. Die Schleifteller nehmen alle gängigen runden Schleifmittel im passenden Durchmesser auf und passen tatsächlich für alle Lochbilder und Kletttypen. „Multi-Loch-Teller“ nennt Bosch das. Warneke benutzt die mitgelieferten Schleifnetze. „Die verwenden wir nur noch, es gibt keinen Grund, andere Schleifmittel zu benutzen“, sagt er ganz klar. Die Absaugung funktioniere damit tadellos und die Standzeit sei auch höher.

Der Turboknopf und die Abtragsleistung

Ganz begeistert ist der Tischlermeister vom Turboknopf an beiden Geräten: „So etwas wollte ich schon immer haben“, lacht er. Ist der Turbo zugeschaltet, rotiert der Schleifteller im Direktantriebsmodus. In der Praxis und laut Bosch bedeutet das 45 Prozent mehr Abtragsleistung für den großen und 27 Prozent mehr für den kleinen GET. Bei der kleinen Maschine rotiert der Schleifteller dann mit bis zu 480 Umdrehungen in der Minute, die große kommt sogar auf 640 Umdrehungen.

Aber wie ist es überhaupt um die Abtragsleistung bestellt? Warneke hat gerade ein Bett aus Eichenholz in Arbeit, das Kopfstück muss noch geglättet werden. Mit 750 Watt und einer Exzentrizität von 4,5 Millimetern geht es bei der GET 75-150 mit der Arbeit zügig voran. Die Drehzahlvorwahl steht auf 6 – höchste Stufe. „Der Große macht klaglos seine Arbeit, insbesondere mit Turbo. Der Abtrag ist gut, das Ergebnis auch“, fasst es der Meister knapp zusammen. Eine andere Bauform hätte er sich allerdings gewünscht: „Insgesamt ist mir das Gehäuse zu lang, ich mag die kompakteren Maschinen, die sind ausgewogener in der Handhabung.“ Andererseits funktioniere dann aber die lange Absaugung nicht, stellt er fest. Dabei hat Bosch bereits am Gehäuse gearbeitet und den Durchmesser des Griffs reduziert, um das Handling zu verbessern.