Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks

Materialpreissteigerungen: Das steht im offenen Brief der Dachdecker

Stark gestiegene und oft kurzfristig angekündigte Preise für Bedachungsmaterialien? Laut ZVDH setzt das viele Betriebe unter Druck. Was im offenen Brief an Industrie und Fachhandel steht.

2 Min.13.04.2026, 12:56 Uhr
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Offener Brief wegen Materialpreissteigerungen: Darin appelliert der ZVDH an Industrie und Bedachungsfachhandel „Preissteigerungen mit Augenmaß und in angemessener Relation zu den tatsächlichen Kostenentwicklungen weiterzugeben.“
Offener Brief wegen Materialpreissteigerungen: Darin appelliert der ZVDH an Industrie und Bedachungsfachhandel „Preissteigerungen mit Augenmaß und in angemessener Relation zu den tatsächlichen Kostenentwicklungen weiterzugeben.“ Kzenon - stock.adobe.com
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„Viele Betriebe geraten durch kaum nachvollziehbare Preisanpassungen in wirtschaftliche Schwierigkeiten“, teilt der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) mit. Mit einem offenen Brief richtet sich der Verband deshalb an Industrie und Bedachungsfachhandel. Er wurde gemeinsam von ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk, ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx und den ZVDH-Vizepräsidenten Jan Voges, Dirk Sindermann und Felix Schneider unterzeichnet.

ZDVH-Brief an Industrie und Fachhandel: Das steht drin

Im Brief heißt es: „Das Dachdeckerhandwerk verfolgt mit großer Sorge die aktuell zu beobachtenden, teils erheblichen Preissteigerungen bei zahlreichen Bedachungsmaterialien und Lieferkosten. Viele unserer Betriebe sehen sich dadurch kurzfristig mit erheblichen wirtschaftlichen Belastungen konfrontiert, da bereits kalkulierte und beauftragte Leistungen unter veränderten Rahmenbedingungen ausgeführt werden müssen. Dies führt in der Praxis nicht selten zu nicht mehr auskömmlichen Ergebnissen.“

Der ZVDH weist in dem  Schreiben darauf hin, dass die gestiegenen Energie-, Rohstoff- und Transportkosten die gesamte Lieferkette betreffen. Das führe auch auf Seiten von Industrie und Handel zu Mehrbelastungen. Doch aus Sicht des Dachdeckerverbandes seien die „Preisanpassungen nicht immer in ihrer Höhe und zeitlichen Entwicklung nachvollziehbar“.

Daher appelliert der ZVDH an Industrie und Bedachungsfachhandel „Preissteigerungen mit Augenmaß und in angemessener Relation zu den tatsächlichen Kostenentwicklungen weiterzugeben.“ Zudem macht der Verband deutlich, dass „Transparenz, Nachvollziehbarkeit sowie verlässliche und ausreichende Ankündigungsfristen dabei von zentraler Bedeutung“ sind. Nur so könnten Handwerksbetriebe ihre Leistungen weiterhin seriös kalkulieren und gegenüber ihren Auftraggebern verantwortungsvoll vertreten.

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Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg: Frühere Materialpreissteigerungen

Mit Materialpreissteigerungen mussten viele Handwerksbetriebe bereits in den vergangenen Jahren Erfahrungen machen. Sowohl Lieferengpässe während der Corona-Pandemie als auch die höheren Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs hatten zuletzt für Materialpreissteigerungen gesorgt.

Handwerksbetriebe waren zum Bespiel mit folgenden Herausforderungen konfrontiert:

  • Wie können Materialpreissteigerungen an Kunden weitergegeben werden?
  • Wer haftet bei Materialengpässen?
  • Sind Preisgleitklauseln bei Verträgen mit Privatkunden möglich?

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