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Es gibt keine Regeln für die wöchentliche Arbeitszeit von Minijobber, aber die Stunden im Monat sind begrenzt.

Geringfügige Beschäftigung

Wie viel Stunden sind im Minijob pro Woche erlaubt?

Ob Verdienstgrenze oder Stunden pro Monat, bei Minijobs müssen Betriebe einiges beachten. Gibt es auch Regeln für die wöchentliche Arbeitszeit?

Minijobber dürfen durchschnittlich nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Dabei ist laut Minijob-Zentrale nicht vorgeschrieben, wie viele Stunden sie pro Woche arbeiten dürfen. Allerdings gebe es eine maximale Stundenanzahl im Monat, sie hänge vom gesetzlichen Mindestlohn ab.

Die Anzahl der Stunden, die Minijobber pro Monat maximal arbeiten können, berechnet sich laut Minijob Zentrale wie folgt:

450 Euro im Monat / gesetzlichen Mindestlohn pro Stunde = maximale monatliche Arbeitszeit

Daraus ergibt sich bei einem gesetzlichen Mindestlohn von aktuell 9,85 Euro eine maximale Arbeitszeit von weniger als 46 Stunden im Monat (450 Euro / 9,82 Euro pro Stunde = 45,824 Stunden).

Wenn der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro steigt, hat das Auswirkungen auf die monatliche Arbeitszeit. Minijobber können dann nur noch maximal 43 Stunden im Monat arbeiten (450 Euro / 10,45 Euro pro Stunde = 43,062 Stunden.

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Die Minijob-Zentrale weist darauf hin, dass bei dieser Berechnung keine Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld berücksichtigt wurden. Enthalten seien lediglich die Arbeitsstunden, die vom Arbeitgeber vergütet werden.

Neben der Verdienstgrenze von 450 Euro und der maximalen monatlichen Arbeitszeit müssten Arbeitgeber bei Minijobs auch sämtliche arbeitsrechtlichen Regelungen beachten, so die Minijob-Zentrale. Dazu gehörten zum Beispiel die tägliche Höchstarbeitszeit oder Pausenzeiten.

Infos zu weiteren Regeln bei geringfügiger Beschäftigung finden Sie im Beitrag Kompakte Infos zu Minijobs und Midijobs im Handwerk.

Beitrag vom 1. September 2021, aktualisiert am 4. Januar 2022.

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