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Bloß nicht hier arbeiten: Im Vorstellungsgespräch können Sie Bewerber auch abschrecken.

Neue Mitarbeiter gewinnen

3 Fehler: So schrecken Sie Bewerber im Vorstellungsgespräch ab

Unvorbereitet, unkonzentriert, planlos: Wer so in ein Vorstellungsgespräch startet, schreckt gute Bewerber ab. Die 3 größten Fehler und wie Sie es besser machen.

  • In einem Vorstellungsgespräch können Sie  Bewerber mit Fehlern wie mangelnder Vorbereitung, Konzeptlosigkeit und falschen Fragen nachhaltig abschrecken.
  • Überlegen Sie sich ein Grundgerüst aus Einladung, gut gestaltetem Termin und den wichtigsten Fragen.
  • Bedenken Sie: Nicht nur der Bewerber bewirbt sich. Auch Sie werben für Ihren Betrieb. Das Vorstellungsgespräch ist ein wichtiger erster Eindruck für den Umgang mit Mitarbeitern.

Vorstellungsgespräche sind die perfekte Gelegenheit, einen Bewerber für Ihr Unternehmen zu begeistern – oder ihn total abzuschrecken. Maren Ulbrich, Expertin für zufriedene, gesunde und motivierte Mitarbeiter, kennt die typischen Fehler, die Chefs im Handwerk an diesem Punkt unterlaufen und hat Tipps, wie es besser läuft.

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Fehler 1: Sie haben keinen Plan für ein Vorstellungsgespräch

„Ich hab gehört, bei Ihnen ist eine Stelle frei.“ Fangen bei Ihnen so Vorstellungsgespräche an? Keine gute Idee. „Zwischen Tür und Angel, völlig unvorbereitet, sollte kein Gespräch stattfinden“, sagt Maren Ulbrich. „Leider ist das im Handwerk immer wieder der Fall.“ Doch so auf die Schnelle können Sie den Bewerber kaum kennenlernen – wahrscheinlich haben Sie nicht einmal Unterlagen. Und dem möglichen neuen Mitarbeiter geben Sie das Gefühl, dass Sie nicht wirklich gut organisiert sind.

Ihr Tipp: Sie brauchen kein Bewerbungskonzept wie ein Großkonzern, aber ein gutes Grundgerüst sollte schon da sein. „Wenn jemand spontan in der Tür steht, machen Sie einen zeitnahen Termin für ein Gespräch aus. Bitten Sie den Bewerber, Unterlagen vorab zu mailen oder mitzubringen“, rät Ulbrich. „Und wenn Sie nicht da sind, sollten jemand zumindest die Kontaktdaten notieren, damit Sie sich melden können. Laden Sie die Bewerber offiziell ein, zumindest per E-Mail oder Whatsapp, das schafft mehr Verbindlichkeit.“

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Fehler 2: Sie schaffen kein positives Umfeld

Sie sitzen in der dunklen Werkstattecke, es gibt weder Kaffee noch Wasser, alle zwei Minuten klingelt Ihr Handy und die Büromitarbeiterin muss auch noch dringend etwas wissen – wer so an ein Vorstellungsgespräch heran geht, wird potenzielle Mitarbeiter nachhaltig abschrecken. Denn das Gespräch signalisiert dem Bewerber: So wie es jetzt läuft, läuft es immer in unserem Betrieb. „Bewerber möchten Wertschätzung erleben“, sagt Ulbrich. „Wenn Sie als Führungskraft nicht in der Lage sind, sich für ihn Zeit zu nehmen, spricht das gegen Ihre Führungsqualitäten.“

Ihr Tipp: Planen Sie die Zeit für ein Gespräch und sorgen Sie für einen ungestörten Raum. Schalten Sie das Handy ab oder leiten Sie es um. „Wer sich nicht wahrgenommen fühlt, wird kaum in Ihrem Betrieb anfangen“, meint die Beraterin.

Fehler 3: Sie stellen nicht die richtigen Fragen

„Ein Bewerber merkt im Gespräch, ob sich der Chef vorbereitet hat oder nicht“, sagt Maren Ulbrich. „Wer sich nicht mit den Bewerbungsunterlagen auseinandersetzt, vermittelt den Eindruck, der Bewerber sei nur eine Nummer unter vielen – begeistern werden Sie so niemanden für Ihren Betrieb.“

Außerdem verpassen Sie so die Chance, die richtigen Fragen zu stellen. „Viel zu oft fragen Chefs im Handwerk nur die Basisqualifikationen ab. Die finden Sie aber auch in den Unterlagen.“ Viel wichtiger sei es, noch andere Themen zu klären: Arbeitszeiten, Anfahrtsweg, die Einstellung des Bewerbers – passt er überhaupt ins Team? „Wenn Sie solche Dinge nicht klären, fällt Ihnen das später auf die Füße“, warnt Ulbrich. „Sie stellen jemanden ein, der vielleicht in der Probezeit wieder kündigt. Damit belasten Sie nicht nur Ihren Betrieb, sondern auch Ihr Team, das den neuen Kollegen schließlich einarbeiten muss. Am Ende sind alle demotiviert.“

Ihr Tipp: Sehen Sie die Bewerbungsunterlagen gründlich durch und notieren Sie vorab ein paar Fragen und Themen, die Sie ansprechen wollen. „Wenn keine Unterlagen vorliegen, sollten Sie sie anfordern“, empfiehlt Ulbrich. Sie rät dazu, nicht nur auf die fachliche Qualifikation zu achten, sondern zu prüfen, ob der Bewerber ins Team passt: „Die Basisqualifikation muss stimmen – alles andere können die Leute lernen.“

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