Holz-Aluminium-Fenster

Moderne Fenster: Was ist los im Land?

Energieeffizienz und Sicherheit sind die zentralen Themen, wenn es um moderne Fenster geht. Was bewegt die Tischlerbetriebe, die sich damit täglich auseinandersetzen müssen?

4 Min.26.03.2026, 16:13 Uhr
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Fit für die Kundenberatung: Lehrgänge zum Thema Smart Home sind für Tischler und Schreiner ideal, um über die technologischen Entwicklungen informieren zu können. golubovy - stock.adobe.com
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Auf einen Blick

Tischlermeister Oliver Reh sieht in seinem Betrieb einen klaren Trend weg vom Holfzenster hin zum Holz-Aluminium-Fenster.

Für moderne Fenster findet der Betriebsinhaber vielfältige Argumente. Nicht zuletzt das angenehme Raumklima, das sie schaffen.

Beim Einbruchschutz bei Fenstern hat sich dem Tischlermeister zufolge einiges getan. Reh erklärt, was.

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Fenster sind das Steckenpferd von Oliver Reh. Der Tischlermeister ist gleichzeitig der Inhaber der Tischlerei Albers in Bruchhausen-Vilsen. Wenn das Thema auf das Material der Fenster kommt, vertritt er eine klare Meinung, die sich aus seiner Erfahrung in der Praxis speist. „Reine Holzfenster sind bei unseren Kunden in den vergangenen Jahren brutal zurückgegangen.“

Betrieb setzt auf Holz-Aluminium-Fenster

In manchen Fällen sind die Holzfenster allerdings immer noch gefragt wie zum Beispiel bei Fachwerkhäusern. Seinen Kunden bietet der Betrieb jedoch zunehmend die Holz-Alu-Fenster an, bei denen eine langlebige Schale aus Aluminium die Außenseite des Fensterrahmens schützt. Es gab Zeiten, in denen Reh und sein Team die Holzfenster selbst hergestellt haben, bis sie sich auf die Suche nach einem Hersteller gemacht haben. Heute arbeiten mit sie einem renommierten Fensterbauer zusammen und sind damit zufrieden. „Statt auf Quantität setzen wir auf Qualität, nach dem Motto ‚Klein aber fein‘“, resümiert Reh.

Den Bau reiner Holzfenster habe der Betrieb auch deshalb aufgegeben, da sie sich nicht rentiert hätten und die Relationen zwischen den Herstellungskosten und dem Verkaufspreis verzerrt waren. „Wir hätten sehr viele Fenster verkaufen müssen, um die Herstellungskosten annähernd zu decken“, sagt Reh. Bei reinen Holzfenstern habe der Tischler zudem die Erfahrung bei den Kunden machen müssen, dass diese immer weniger Lust dazu haben, diese zu streichen.

Moderne Fenster verbessern die Wärmedämmung

Wenn Oliver Reh von Fenstern spricht, dauert es nicht lange, bis er auf das Thema Energieeffizienz kommt. Für ihn bringt ein Fenstertausch deutliche Vorteile in Bezug auf Energieeffizienz. „Mit modernen Fenstern – egal ob Holz-Alu-Fenster oder Kunststofffenster – lässt sich die Wärmedämmung eines Gebäudes deutlich verbessern, in vielen Fällen sogar um bis zu 50 Prozent.“ Sowohl moderne 2-fach- als auch 3-fach-Verglasungen tragen dazu bei. Kunststofffenster erreichen heute U-Werte von bis zu 0,64. Der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient wird dabei häufig als Maß für die Energieeffizienz eines Fensters herangezogen.

Der Fenster-Hersteller, mit dem Reh zusammenarbeitet, setze darüber hinaus auf Wärmeschutz-Glas. Außerdem hat der Betriebsinhaber ein weiteres Argument für moderne Fenster. „Die isolierenden Scheiben, optimierte Rahmen und Dichtungen schaffen ein angenehmes Raumklima“, so Reh.

Dennoch findet er auch bei dem Thema Energieeffizienz kritische Worte. Seiner Erfahrung nach gehe es den meisten seiner Kunden darum, die Förderungen für den Einbau energieeffizienter Fenster im Rahmen von Modernisierungen oder Sanierungen von Wohnungen oder Häusern zu bekommen. „Das ist aus meiner Sicht auch völlig legitim. Allerdings kenne ich niemanden, der sagt, dass man durch die energieeffizienten Fenster eine bestimmte Menge Gas oder Öl spart.“ Wer eine Förderung für die Fenster erhalten möchte, müsse grundsätzlich einen Energieberater beauftragen. „Dieser muss dann auch bestätigen, dass wir die Fenster fachgerecht eingebaut haben. Dafür kommt er dann auch auf die Baustelle“, so Reh.

Tischlermeister Oliver Reh stellt in seinem Betrieb fest, dass Kundinnen und Kunden Holz-Aluminium-Fenster verstärkt nachfragen.
Tischlermeister Oliver Reh stellt in seinem Betrieb fest, dass Kundinnen und Kunden Holz-Aluminium-Fenster verstärkt nachfragen. © Dominik Pfau www.dominikpfau.de
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Einbruchhemmender Standard für Fenster

Der Tischlerbetrieb wirbt auf seiner Webseite außerdem damit, dass er Fenster nach modernen Sicherheitsstandards einbaut. „Wir verkleben den Flügel der Fenster mit den Scheiben. Da gibt es nur eine RC2-Beschlagsanordnung“, erläutert Oliver Reh. Hierbei handelt es sich um eine Beschlaganordnung für Fenster und Türen nach DIN EN 1627. RC steht dabei als Abkürzung für Resistance Class. „Diese Beschlagsanordnung sieht unter anderem Pilzkopfverriegelungen vor“, betont Reh. Diese Pilzköpfe verhindern auch, dass das Fenster ausgehebelt werden kann. Insgesamt gibt es bei Fenstern sieben Widerstandsklassen.

Von VSG bis zur elektronischen Überwachung

In Sachen Einbruchschutz hat sich bei Fenstern in den vergangenen Jahren viel getan. Es gibt Kunden von Reh, die auf das Verbundsicherheitsglas (VSG) setzen. „Bei Fenstern mit VSG verlieren Einbrecher nach wenigen Minuten die Lust in das Haus einzusteigen.“ Die Besonderheit bei VSG: Reißfeste Folien verhindern, dass die Scheibe splittert, die Öffnung bleibt somit verschlossen und der Scheibenverbund intakt.

Zudem könne man heutzutage moderne Fenster in das Smart Home des Hauses einspeisen. „Dann sehen die Kunden auf ihrem Handy, ob das Fenster auf oder geschlossen ist. In diese Smart-Home-Lösungen wächst man rein als Betrieb“, betont Reh abschließend.

In der Vergangenheit habe er unter anderem Lehrgänge zum Thema Smart Home besucht, und tauscht sich mit seinem Fensterhersteller regelmäßig dazu aus. „Es sind ständig neue, technologische Entwicklungen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Da führt kein Weg daran vorbei“, betont Reh. Die Kunden würden in der Regel wissen, was sie wollen. „Und je besser ich mich mit dem Thema auskenne und weiß, wie man Fenster ins Smart Home einbinden kann, desto besser kann ich die Kunden beraten“, sagt Reh abschließend.

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