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Mitarbeiterführung

So schadet eine negative Fehlerkultur Ihrem Betrieb

Fehler passieren. Doch eine negative Fehlerkultur macht alles noch schlimmer. So steuern Sie nachhaltig dagegen.

3 Min.23.03.2022, 17:37 Uhr (Aktualisiert am 09.09.2026, 16:59 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Zwei Handwerker (eine Frau vorne, ein Mann dahinter) tragen gelbe Schutzhelme und eine blaue Latzhose. Die vorne stehende Frau hält sich an den Kopf und wirkt schockiert. Links neben den Handwerkers steht eine Frau in einem rot karierten Hemd und einem weißen Schutzhelm, sie schaut die Handwerkerin von der Seite an.
Anbrüllen vorm Kollegen? Das Paradebeispiel einer negativen Fehlerkultur. JackF - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

So schadet eine negative Fehlerkultur Ihrem Betrieb. In: /betriebsfuehrung/so-schadet-eine-negative-fehlerkultur-ihrem-betrieb, 23.03.2022, /betriebsfuehrung/so-schadet-eine-negative-fehlerkultur-ihrem-betrieb (abgerufen am: 03.11.2026)

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Auf einen Blick

Mit einer negativen Fehlerkultur verlieren Sie gute Mitarbeiter, Geld und riskieren den Ruf Ihres Betriebs.

Suchen Sie die Verantwortung für Fehler bei sich: Sie als Chef sind für das Arbeitsumfeld und Arbeitsbedingungen verantwortlich.

Bleiben Sie in Kontakt zum Team und sehen Sie Fehler als Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu überprüfen und zu verbessern.

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Eine negative Fehlerkultur ist der Klassiker: Wer etwas falsch macht, wird bestraft, das war schon zu Opas Zeiten so. Als Chef können Sie heutzutage damit nicht mehr punkten. Tatsächlich schaden Sie Ihrem Betrieb mit einem solchen Verhalten, warnt Unternehmensberater Axel Schröder.

3 schädliche Folgen einer negativen Fehlerkultur

  1. Sie verlieren Ihre guten Mitarbeiter: Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit – wer war Ihr Lieblingslehrer? Der, der Schüler bei Fehlern anbrüllte oder sogar in die Ecke stellte? Oder der, der die Klasse ermutigte, eigene Wege zu gehen und falsche Antworten als Umweg zur richtigen Lösung sah?  Ganz ähnlich ist es mit den Mitarbeitern. „Gerade jüngere Mitarbeiter akzeptieren es nicht, wenn Sie bei Fehlern persönlich angegangen werden“, sagt Schröder. „Sie kennen ihren Wert und wissen, dass sie sich ihren Job aussuchen können.“ Die Konsequenz: Die Mitarbeiter kündigen, „weil sich keine Lust haben, sich das jeden Tag anzutun“, so Schröder.
  2. Sie verlieren bares Geld: Jeder Fehler, der Ihren Mitarbeitern unterläuft, kostet Sie bares Geld. „Wenn Fenster falsch zugeschnitten werden, weil das Maßnehmen schlecht lief, wird das für Sie teuer und die Marge ist weg“, nennt Schröder ein Beispiel. In einer negativen Fehlerkultur führe ein Fehler zu Ärger für den Mitarbeiter, einer Entschuldigung beim Kunden und Kosten für den Betrieb. Nur das Problem löse sie nicht.
  3. Sie verlieren Ihren guten Ruf: Wenn Ihre Mitarbeiter ihre Fehler aus Angst vor Konsequenzen nicht mehr offen zugeben, sondern vertuschen, steht auch Ihr guter Ruf auf dem Spiel. Früher oder später fällt der Fehler beim Kunden auf. Selbst wenn Sie jetzt nacharbeiten: Einen Folgeauftrag und einer Weiterempfehlung dürfte es von diesem Kunden nicht geben – im Gegenteil.

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So schaffen Sie eine konstruktive Fehlerkultur

1. Schritt: Verantwortung übernehmen: Für Axel Schröder ist die Sache klar: Die Verantwortung für Fehler liegt beim Chef. „Aufgabe der Führungskraft ist es, für ein Arbeitsumfeld zu sorgen, in dem Mitarbeiter arbeiten können, ohne Fehler zu machen“, so Schröder. Auch die Arbeitsabläufe so zu organisieren und zu erklären, dass Fehlerquellen minimiert werden, sei Sache des Chefs. „Und wenn ich die Verantwortung in erster Linie bei mir sehe, gibt es keinen Grund, Mitarbeiter wegen Fehlern anzubrüllen.“

Porträtfoto von Unternehmensberater Axel Schröder.
„Viele kleine Dinge führen zu Fehlern – verantwortlich ist der Chef“, sagt Unternehmensberater Axel Schröder. Unternehmensberatung Axel Schröder

2. Schritt: eine offene Kommunikation pflegen: Dass trotzdem Fehler vorkommen, sei klar. Nun gehe es darum mithilfe guter Kommunikation mit dem Team herauszufinden, woran es hakt. „Meist kommen viele kleine Dinge zusammen, die zu großen Fehlern führen“, ist Schröder überzeugt Wenn aber die Mitarbeiter von der harschen oder desinteressierten Reaktion des Chefs auf Fehler oder Kritik frustriert seien, entwickelten sie gegenüber den kleinen Widrigkeiten eine große Frustrationstoleranz, anstatt sie offen anzusprechen. „Die Folgen sind immer wieder auftretende Fehler, deren Ursache nicht bekämpft wird“, warnt Schröder.

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