Sie mögen einen Ihrer Mitarbeiter lieber als die anderen? Das ist menschlich, aber Sie dürfen deswegen nicht unfair zu den anderen sein.
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Sie mögen einen Ihrer Mitarbeiter lieber als die anderen? Das ist menschlich, aber Sie dürfen deswegen nicht unfair zu den anderen sein.

Inhaltsverzeichnis

Mitarbeiterführung

3 Warnzeichen: Haben Sie etwa einen Lieblingsmitarbeiter?

Wer ein Teammitglied bevorzugt, riskiert eine toxische Stimmung im Betrieb. 3 Warnzeichen, auf die Sie achten sollten, und 5 Tipps, wie Sie am besten handeln.

Auf einen Blick:

  • Wenn die Stimmung im Betrieb schlecht ist, kann das daran liegen, dass Sie ihre Mitarbeiter nicht gleich behandeln, sondern einen bevorzugen.
  • Mit einem eigenen Ranking können Sie sich auf die Schliche kommen. Wichtig ist, dass Sie Ihr Führungsverhalten hinterfragen und sich in die Lage Ihrer Mitarbeitenden versetzen.
  • Um Bevorzugungen auszuschließen helfen klare Regeln und strukturierte Arbeitsabläufe, an die sich alle halten – auch Sie!

Lieblingsmitarbeiter: Sprengsatz fürs Team

Es war schon in der Schule so: Lehrer, die einen Lieblingsschüler bevorzugten, sorgten für miese Stimmung in der Klasse. Nicht nur, dass sich alle anderen benachteiligt fühlten – auch der Liebling selbst hatte unter Umständen einiges auszustehen.

„Eine solche Situation kann auch am Arbeitsplatz entstehen, wenn der Chef einen Kollegen aus dem Team besonders schätzt und die anderen deswegen unfair behandelt“, sagt Anja Mýrdal, Unternehmercoach und systemische Beraterin. Es sei zwar menschlich, dass einem der eine Mitarbeitende sympathischer ist als der andere, aber: „Davon darf sich eine Führungskraft nicht in ihren Entscheidungen beeinflussen lassen“, so Mýrdal. „Sonst geht Vertrauen verloren und es kann eine regelrecht toxische Stimmung im Team entstehen.“

Es gibt Warnzeichen, die ein Chef ernst nehmen sollte.

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Warnzeichen 1: Die Stimmung ist schlecht

Auf Betriebsfeiern wurde früher viel gelacht, jetzt bleibt die Stimmung mau oder es kommen gar nicht mehr alle? „Auch bei der Arbeit kann schlechte Stimmung aufkommen, mit deutlichen Auswirkungen“, so Mýrdal. „Sie ist wie Sand im Getriebe – was eigentlich problemlos laufen sollte, stockt. Im schlimmsten Fall hat das auch finanzielle Auswirkungen auf den Betrieb.“

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Warnzeichen 2: Der Krankenstand steigt

Krankmeldungen gibt es immer. Doch wenn ihre Zahl plötzlich steigt, ist das ein Warnzeichen, dass etwas im Team nicht stimmt. Die Ursache kann eine unfaire Behandlung von Mitarbeitenden sein, so Mýrdal.

Warnzeichen 3: Es kommt zu Mobbing

Ein deutliches Warnzeichen für ungerecht empfundene Behandlung durch den Chef ist Mobbing. „Gibt es plötzlich Streit, wer mit wem auf die Baustelle fährt? Oder geht das Team plötzlich nicht mehr gemeinsam essen? Ist jemand bei Feiern immer außen vor? Das sind Anzeichen für Mobbing, auf die eine Führungskraft reagieren muss“, betont Mýrdal. Eine der Ursachen kann in der offensichtlichen Bevorzugung eines Mitarbeitenden liegen.

Wer sich mit solchen Warnzeichen konfrontiert sieht, sollte handeln. „Ursachenforschung ist jetzt entscheidend“, sagt die Beraterin.

Tipp1: Lieblingsmitarbeiter? So kommen Sie sich auf die Spur

Zuerst sollten Sie sich und Ihr Verhalten überprüfen. Haben Sie einen Lieblingsmitarbeitenden? Und wie wirkt sich das aus?

„Erstellen Sie ein Ranking Ihrer Teammitglieder“, rät Mýrdal. „Mit wem würde ich gern abends mal ein Bier trinken gehen? Wen würde ich auf eine private Feier einladen? Und bei wem kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen?“

Ihr Ranking ergibt eine klare Reihenfolge? Dann hinterfragen Sie Ihr Verhalten: Wie reagieren Sie, wenn Ihr sympathischer Mitarbeiter einen Fehler macht oder zu spät kommt? Und wie, wenn jemand vom unteren Ende der Rangliste dasselbe tut? „Fällt Ihre Reaktion unterschiedlich aus, machen Sie sich klar, was das für die Betroffenen bedeutet“, so Mýrdal.

Tipp 2: Bin ich ungerecht? Holen Sie sich Feedback im Team

Ihre Mitarbeitenden wissen am besten, warum es im Team nicht läuft. Holen Sie sich also Feedback.

„Manchmal ist eine offene Frage der beste Weg“, so Mýrdal. „Mir ist aufgefallen, dass die Stimmung nicht mehr gut ist. Was ist denn los? Und was können wir tun, damit wir auf der Arbeitsebene gut miteinander auskommen?“ Eine so deutliche Ansprache funktioniere allerdings nur, wenn im Betrieb eine offene Kommunikation gepflegt werde und ehrliche Antworten zu erwarten seien.

Eine andere Möglichkeit ist ein verdecktes Feedback, das anonymisiert an den Chef gegeben wird. „Hier muss eine dritte Partei eingeschaltet werden, die das Feedback einholt und so weitergibt, dass keine Rückschlüsse gezogen werden können“, betont die Unternehmerberaterin.

Tipp 3: Definieren Sie klare Prozesse im Betrieb

Um Ungerechtigkeiten zwischen Mitarbeitende zu vermeiden, helfen klar definierte Prozesse, ist Mýrdal überzeugt. „Klare Regelungen, an die sich alle halten müssen, minimieren den Raum für Bevorzugung.“

Erstellen Sie Regeln, wie die Urlaubsplanung oder die Verteilung unangenehmer Aufgaben ablaufen. Sorgen Sie nicht nur für eindeutige Zuständigkeiten, sondern auch dafür, dass sich alle daran halten.

Tipp 4: Sorgen Sie für Rollenklarheit

Gerade in Familienbetrieben, wo Verwandte mitarbeiten, kann es zu Problemen durch ungleiche Behandlung kommen. „Da ist die Führungskraft gefragt, ihre Rolle und die der anderen zu definieren“, betont die Unternehmerberaterin. Stellen Sie klar, dass im Betrieb Sie der Chef sind und Familienangehörige oder Freunde die Mitarbeiter. So trennen Sie Privates vom Geschäftlichen.

Tipp 5: Holen Sie sich Unterstützung

Klare Abläufe definieren, Feedback aus dem Team aufnehmen und umsetzen, seine Rolle klarstellen: Das sind Aufgaben, an denen man allein leicht scheitern kann. Sichern Sie sich deshalb Unterstützung. „Das kann in einem beruflichen Netzwerk geschehen, das auf Vertrauen und Austausch basiert. Bei anderen Fragen können erfahrene Führungskräfte-Coaches helfen“, so Mýrdal. Die Handwerkskammern bieten vielfältige Unterstützung, ebenso wie externe Berater. „Externe Begleiter sorgen dafür, dass die Prozesse nicht im hektischen Alltagsgeschäft untergehen – und dann versanden.“

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