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Bis hierher und nicht weiter: Toxische Mitarbeiter brauchen klare Ansagen.

Mitarbeiterführung

4 Schritte: So werden Sie mit toxischen Mitarbeitern fertig

Wenn ein Teammitglied permanent meckert, andere schikaniert oder respektlos ist, müssen Sie als Chef handeln, um die anderen Mitarbeiter zu schützen.

  • Zuschauen, wie ein toxischer Mitarbeiter Ihren Betrieb vergiftet? Besser handeln!
  • Eine klare Ansage zeigt dem Mitarbeiter, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist.
  • Ein Feedback-Gespräch mit einem betroffenen Kollegen kann helfen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
  • Mit der Unterstützung eines externen Coachs kann der toxische Mitarbeiter die Gründe für sein Verhalten herausfinden, um es zu ändern.
  • Hilft alles nichts, bleibt Ihnen nur, sich von dem Mitarbeiter zu trennen.

Es gibt diese Mitarbeiter: fachlich hervorragend, aber menschlich eine Katastrophe, geradezu toxisch. Sie schikanieren Praktikanten und Azubis, drangsalieren Kollegen, sind respektlos gegenüber Kunden und sorgen für schlechte Stimmung. Als Chef können Sie sich das nicht tatenlos ansehen. Doch was tun, wenn sich jemand, der gute Arbeit leistet, als unangenehmer Mensch entpuppt? Susanne Hasemann, Inhaberin von Litano Coaching und auf Handwerksbetriebe spezialisiert, nennt vier Schritte, wie Sie vorgehen können.

Warum Zuschauen keine Option ist

Wenn Sie einen toxischen Mitarbeiter in Ihrem Team haben, sollten unbedingt handeln, auch wenn sie seine fachliche Arbeit schätzen. „Viele Chefs machen den Fehler zu glauben, sie wären von einem Mitarbeiter abhängig. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wenn sich jemand dauerhaft toxisch verhält, nimmt dies oft Einfluss auf die Leistung des gesamten Teams und das ist geschäftsschädigend“, betont Hasemann. „Wenn dieser Mitarbeiter – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr für Sie tätig ist, fängt das Team oft die Aufgaben motiviert auf.“

Von alleine werde nichts wieder gut: „Stellen Sie sich eine Kiste mit gesunden roten Äpfeln vor. In einer Ecke liegt ein fauler Apfel“, beschreibt sie. „Was glauben Sie, wie lange es dauert, bis die roten Äpfel den faulen geheilt haben?“

Es wird nicht passieren. Genau so sei es mit einem toxischen Mitarbeiter: „Die anderen werden ihn nicht heilen, sondern sich entweder anstecken lassen oder die Firma verlassen“, so Hasemann.

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Schritt 1: Eine klare Ansage

Menschen, die auf den Gefühlen anderer herumtrampeln und sich ihre eigenen Regeln schaffen, sind sich ihres Verhaltens oft nicht bewusst  ̶  für sie ist ja alles in Ordnung. „Wenn Sie also so jemanden im Team haben, braucht er als erstes eine klare Ansage“, sagt Hasemann. „Sagen Sie konkret, welches Verhalten Sie kritisieren und warum.“ Signalisieren Sie, dass Sie den Betreffenden für einen fachlich guten Kollegen halten, dass aber das Menschliche ebenso wichtig ist.

Sagen Sie außerdem genauso konkret, welches Verhalten Sie erwarten und dass Sie ab sofort ein Auge darauf haben werden. „Es kann sein, dass sich der Betreffende dann tatsächlich vorübergehend anders verhält“, meint die Expertin. „Aber stellen Sie sich darauf ein, dass Sie eine solche Ansage regelmäßig machen müssen, denn viele rutschen schnell in ihr altes Verhalten zurück.“

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Schritt 2: Konfrontation mit den Auswirkungen des Verhaltens

Wenn auch regelmäßige klare Ansagen nichts helfen, rät Hasemann, den problematischen Mitarbeiter mit den Folgen seines Verhaltens konfrontieren. Dazu brauchen Sie Unterstützung. „Gut ist, wenn sich ein Kollege findet, der zu einem Feedback-Gespräch unter sechs Augen, also mit dem Chef, bereit ist. Dann kann er dem Kollegen klar macht, wie verletzend sein Benehmen wirkt und was er sich stattdessen von dem Kollegen wünscht“, sagt die Expertin.

Für so ein Gespräch müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen, betont Hasemann:

  • Es ist unbedingt vertraulich.
  • Der Kollege, der das Problem schildert, ist freiwillig dabei und hat Ihre volle Rückendeckung.
  • Der toxische Kollege nimmt das Feedback an und beginnt keine Diskussion über das warum und woher.

„Es ist möglich, dass man diese Rahmenbedingungen nicht herstellen kann. Dann bringt auch ein solches Gespräch nichts Gutes“, sagt Hasemann.

Schritt 3: Einen externen Experten hinzuziehen

Jeder hat Gründe für sein Verhalten – auch Ihr toxischer Mitarbeiter. Doch die breitet er nicht unbedingt im Betrieb aus. „Wenn Ihnen viel an dem Kollegen liegt, weil er nur schwer zu ersetzen ist, kann ein externer Coach helfen“, weiß Hasemann aus Erfahrung. Gegenüber einem neutralen Dritten können oft Dinge angesprochen werden, die auf der Arbeit keinen Raum haben. „Auch können erfahrene Coachs dabei unterstützen, dass toxische Verhalten zu ändern.“

Schritt 4: Sich von dem Mitarbeiter trennen

Sie haben alles versucht, aber nichts ist passiert? „Dann bleibt als letzter Schritt nur, sich von dem betreffenden Kollegen zu trennen“, meint Hasemann. „Wenn Sie vorab alle drei Schritte gegangen sind und keine Verbesserung eintritt, ist auch keine zu erwarten. Sie haben alles getan, was möglich ist.“ Jetzt sei es an der Zeit, die Verantwortung für die anderen Teammitglieder zu übernehmen. „In einer Kiste mit einem faulen Apfel, können am Ende alle Äpfel faul sein“, zitiert sie erneut das Bild von der Apfelkiste. „Um die anderen zu schützen, müssen Sie den faulen Apfel herausnehmen.“

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