Wenn Sie 5 typische Fehler vermeiden, können Sie Ihre Krankheitsquote senken.
Foto: Drobot Dean - Fotolia.com

Personal

5 Fehler: Darum bleiben Ihre Mitarbeiter im Zweifel lieber krank zu Hause

Viel zu tun und dann meldet sich auch noch jemand krank. Vermeiden Sie 5 typische Fehler und Sie senken Ihre Krankheitsquote.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Wenn Mitarbeiter wirklich krank sind, gehören sie ins Bett. Aber nicht jeder, der zu Hause bleibt, ist tatsächlich schwerkrank.
  • Bei der Bettkanten-Entscheidung spielen viele Faktoren eine Rolle.
  • Entscheidend für eine Krankmeldung ist auch die emotionale Bindung an den Betrieb.
  • Typische Fehler von Führungskräften sind mangelnde Wertschätzung und Misstrauen.
  • Sie senken Ihren Krankenstand, wenn Sie Ihren Mitarbeitern wertschätzend und interessiert begegnen.

Wenn der Laden brummt und jeder gebraucht wird, ist eine Krankheitswelle mehr als ärgerlich. Klar – wer Fieber hat, gehört ins Bett. Aber manchmal sind die Mitarbeiter gar nicht so krank, sondern entscheiden sich im Zweifel lieber dafür, zu Hause zu bleiben. Woran es liegt, wenn sich Mitarbeiter öfter krankmelden, als sie es aus gesundheitlicher Sicht müssten, weiß Anne Katrin Matyssek, Autorin und Expertin zum Thema „Fehlzeiten senken“: Bei der morgendlichen Bettkanten-Entscheidung spielten viele Faktoren eine Rolle. „Das Krankheitsgefühl ist nur einer davon.“ Die gute Nachricht: Einige dieser Faktoren können Führungskräfte beeinflussen.

Arbeitsunfähigkeit: Warum Handwerker bei der Arbeit fehlen

Wie lange sind Handwerker im Schnitt krank? Und was sind die häufigsten Gründe für eine Krankschreibung? Eine Auswertung der IKK classic liefert Antworten.
Artikel lesen >

1. Fehler: Sie zeigen zu selten, dass Sie die Arbeit ihrer Mitarbeiter gut finden

„Mitarbeiter bleiben daheim, wenn sie finden, dass ihre Arbeit nicht genügend gewürdigt wird“, sagt Matyssek. Wer ab und zu mal höre, dass er einen wichtigen Job macht, fühle sich stärker an den Betrieb gebunden. „Er kommt gern zur Arbeit – und meist mit guter Laune.“ Diese positive Stimmung trage dazu bei, dass etwa Kopfschmerzen nicht so intensiv empfunden werden. „Das kennen Sie auch von sich selbst“, sagt die Psychologin. „Denken Sie zum Beispiel an ein spannendes Fußballspiel: Da verschwindet Kopfweh wie von selbst. Anders sieht es aus, wenn die ungeliebte Schwiegermutter vor der Tür steht. Da fängt der Kopf oft erst recht an zu hämmern.“

Ihr Tipp: Zeigen Sie, dass Sie die Arbeit Ihres Mitarbeiters schätzen. Wie das geht?

  • Leistungen anerkennen: „Tolle Arbeit beim Kunden XY! Der ist sehr zufrieden!“
  • Zuverlässigkeit anerkennen: „Schön, dass ich mich auf dich verlassen kann.“
  • Team-Zusammenhalt würdigen: „Wir sind schon eine klasse Mannschaft!“

2. Fehler: Sie vermitteln Ihren Mitarbeitern zu wenig Wertschätzung

„Mitarbeiter bleiben daheim, wenn sie sich als Person nicht genug gesehen fühlen – sie rächen sich dafür quasi durch Abwesenheit“, nennt Matyssek einen zweiten Grund für eine negative Bettkantenentscheidung. Vielleicht haben Sie den Wunsch nach einem freien Tag nicht erfüllt oder der Mitarbeiter fühlt sich bei wichtigen Entscheidungen übergangen? „Auch wenn jemand den Eindruck hat, im Vergleich zu den Kollegen wäre sein Gehalt zu niedrig, führt das zu einer niedrigen Bindung an den Betrieb. Der Mitarbeiter fühlt sich weder dem Unternehmen, noch den Kollegen oder Kunden gegenüber in der Pflicht“, beschreibt Matyssek.

In solchen Situationen ist ein klärendes Gespräch wichtig: „Der Ärger muss auf den Tisch“, so die Psychologin.

Ihr Tipp: Zeigen Sie Interesse auch an der Person.

  • Öfter mal nachfragen: „Wie geht’s? Wie kommst du voran? Und sonst so?“
  • Geburtstage oder Jubiläum feiern: „Ein Hoch auf unsere treue Belegschaft!“
  • Sich mal Zeit nehmen für persönlichen Austausch und Konflikte früh klären.

3. Fehler: Sie nehmen Krankmeldungen nicht persönlich entgegen

„Bei fehlender Bindung ans Unternehmen bleiben Mitarbeiter eher daheim, wenn sie sich bequem krankmelden können, zum Beispiel per Whatsapp“, sagt Matyssek. Viele Betriebe nehmen Krankmeldungen per Messenger entgegen. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Wer krank ist, soll nicht auch noch schwierige Gespräche führen müssen. „Aber darum geht es gar nicht“, betont die Psychologin. „Der Arbeitgeber hat ohnehin kein Anrecht auf Nennung der Diagnose.“ Viele Chefs scheuten das Krankmeldungsgespräch, weil es ihnen zu intim vorkomme. Und natürlich haben sie auch wenig Zeit. „Aber Sie sollten sich diese Chance zur Stärkung der Mitarbeiterbindung nicht entgehen lassen“, so Matyssek.

Ihr Tipp: Nehmen Sie die Krankmeldung persönlich entgegen.

  • Bedauern ausdrücken: „Das tut mir ja leid, dass es dich erwischt hat.“
  • Fürsorge zeigen: „Wir brauchen Dich hier, aber wir brauchen Dich fit.“
  • Genesungswünsche ausdrücken: „Also, gute Besserung!“

Personalführung

Fehlzeiten-Gespräche führen – besser zart als hart

Wenn ein Mitarbeiter sich dauernd krankmeldet, ist ein Fehlzeiten-Gespräch nötig. Dabei kommt es ganz besonders auf passende Formulierungen an.

Mitarbeiterbindung

Zehn Tipps, damit Ihr Team bei der Stange bleibt

Die emotionale Bindung von Mitarbeitern an ein Unternehmen hängt vor allem vom direkten Vorgesetzten ab. Mit diesen Tipps bleibt Ihr Team Ihnen treu.

Personal

Platz 1: Gute Noten für Chefs im Handwerk

Laut einer aktuellen Umfrage beurteilen Fachkräften im Handwerk ihre Führungskräfte am besten von allen Branchen. Aber es gibt auch Schattenseiten.

Die 9 wichtigsten Fragen und Antworten

Was Arbeitgeber zu Krankschreibungen wissen müssen

Beim Thema Arbeitsunfähigkeit halten sich hartnäckig einige Irrtümer. Hier sind die 9 wichtigsten Fragen und Antworten für Arbeitgeber.