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5 Fehler: Darum bleiben Ihre Mitarbeiter im Zweifel lieber krank zu Hause

Viel zu tun und dann meldet sich auch noch jemand krank. Vermeiden Sie 5 typische Fehler und Sie senken Ihre Krankheitsquote.

4 Min.03.01.2020, 13:24 Uhr (Aktualisiert am 09.09.2026, 16:37 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Mann mit Bart und im karierten Hemd hat ein Thermometer im Mund und einen Schal um den Hals.
Der Umgang mit Krankheit im Betrieb kann die Verbundenheit von Mitarbeitern zum Unternehmen stärken oder schwächen. Drobot Dean - Fotolia.com

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5 Fehler: Darum bleiben Ihre Mitarbeiter im Zweifel lieber krank zu Hause. In: /betriebsfuehrung/5-fehler-darum-bleiben-ihre-mitarbeiter-im-zweifel-lieber-krank-zu-hause, 03.01.2020, /betriebsfuehrung/5-fehler-darum-bleiben-ihre-mitarbeiter-im-zweifel-lieber-krank-zu-hause (abgerufen am: 05.11.2026)

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Auf einen Blick

Wenn Mitarbeiter wirklich krank sind, gehören sie ins Bett. Aber nicht jeder, der zu Hause bleibt, ist tatsächlich schwerkrank.

Bei der Bettkanten-Entscheidung spielen viele Faktoren eine Rolle.

Entscheidend für eine Krankmeldung ist auch die emotionale Bindung an den Betrieb.

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Wenn der Laden brummt und jeder gebraucht wird, ist eine Krankheitswelle mehr als ärgerlich. Klar – wer Fieber hat, gehört ins Bett. Aber manchmal sind die Mitarbeiter gar nicht so krank, sondern entscheiden sich im Zweifel lieber dafür, zu Hause zu bleiben. Woran es liegt, wenn sich Mitarbeiter öfter krankmelden, als sie es aus gesundheitlicher Sicht müssten, weiß Anne Katrin Matyssek, Autorin und Expertin zum Thema „Fehlzeiten senken“: Bei der morgendlichen Bettkanten-Entscheidung spielten viele Faktoren eine Rolle. „Das Krankheitsgefühl ist nur einer davon.“ Die gute Nachricht: Einige dieser Faktoren können Führungskräfte beeinflussen.

1. Fehler: Sie zeigen zu selten, dass Sie die Arbeit ihrer Mitarbeiter gut finden

„Mitarbeiter bleiben daheim, wenn sie finden, dass ihre Arbeit nicht genügend gewürdigt wird“, sagt Matyssek. Wer ab und zu mal höre, dass er einen wichtigen Job macht, fühle sich stärker an den Betrieb gebunden. „Er kommt gern zur Arbeit – und meist mit guter Laune.“ Diese positive Stimmung trage dazu bei, dass etwa Kopfschmerzen nicht so intensiv empfunden werden. „Das kennen Sie auch von sich selbst“, sagt die Psychologin. „Denken Sie zum Beispiel an ein spannendes Fußballspiel: Da verschwindet Kopfweh wie von selbst. Anders sieht es aus, wenn die ungeliebte Schwiegermutter vor der Tür steht. Da fängt der Kopf oft erst recht an zu hämmern.“

Ihr Tipp: Zeigen Sie, dass Sie die Arbeit Ihres Mitarbeiters schätzen. Wie das geht?

  • Leistungen anerkennen: „Tolle Arbeit beim Kunden XY! Der ist sehr zufrieden!“
  • Zuverlässigkeit anerkennen: „Schön, dass ich mich auf dich verlassen kann.“
  • Team-Zusammenhalt würdigen: „Wir sind schon eine klasse Mannschaft!“

2. Fehler: Sie vermitteln Ihren Mitarbeitern zu wenig Wertschätzung

„Mitarbeiter bleiben daheim, wenn sie sich als Person nicht genug gesehen fühlen – sie rächen sich dafür quasi durch Abwesenheit“, nennt Matyssek einen zweiten Grund für eine negative Bettkantenentscheidung. Vielleicht haben Sie den Wunsch nach einem freien Tag nicht erfüllt oder der Mitarbeiter fühlt sich bei wichtigen Entscheidungen übergangen? „Auch wenn jemand den Eindruck hat, im Vergleich zu den Kollegen wäre sein Gehalt zu niedrig, führt das zu einer niedrigen Bindung an den Betrieb. Der Mitarbeiter fühlt sich weder dem Unternehmen, noch den Kollegen oder Kunden gegenüber in der Pflicht“, beschreibt Matyssek.

In solchen Situationen ist ein klärendes Gespräch wichtig: „Der Ärger muss auf den Tisch“, so die Psychologin.

Ihr Tipp: Zeigen Sie Interesse auch an der Person.

  • Öfter mal nachfragen: „Wie geht’s? Wie kommst du voran? Und sonst so?“
  • Geburtstage oder Jubiläum feiern: „Ein Hoch auf unsere treue Belegschaft!“
  • Sich mal Zeit nehmen für persönlichen Austausch und Konflikte früh klären.

3. Fehler: Sie nehmen Krankmeldungen nicht persönlich entgegen

„Bei fehlender Bindung ans Unternehmen bleiben Mitarbeiter eher daheim, wenn sie sich bequem krankmelden können, zum Beispiel per Whatsapp“, sagt Matyssek. Viele Betriebe nehmen Krankmeldungen per Messenger entgegen. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Wer krank ist, soll nicht auch noch schwierige Gespräche führen müssen. „Aber darum geht es gar nicht“, betont die Psychologin. „Der Arbeitgeber hat ohnehin kein Anrecht auf Nennung der Diagnose.“ Viele Chefs scheuten das Krankmeldungsgespräch, weil es ihnen zu intim vorkomme. Und natürlich haben sie auch wenig Zeit. „Aber Sie sollten sich diese Chance zur Stärkung der Mitarbeiterbindung nicht entgehen lassen“, so Matyssek.

Ihr Tipp: Nehmen Sie die Krankmeldung persönlich entgegen.

  • Bedauern ausdrücken: „Das tut mir ja leid, dass es dich erwischt hat.“
  • Fürsorge zeigen: „Wir brauchen Dich hier, aber wir brauchen Dich fit.“
  • Genesungswünsche ausdrücken: „Also, gute Besserung!“

4. Fehler: Sie misstrauen Krankmeldungen

„Mitarbeiter bleiben daheim, wenn sie den Eindruck haben, dass die Führungskraft ihnen Blaumacherei unterstellt“, beschreibt Matyssek eine eher paradoxe Situation. Dieses Misstrauen führe zu der Reaktion: „Der hat es ja nicht anders verdient – jetzt besorge ich mir ein Attest und nutze es bis zum letzten Tag aus.“ Wenn Sie als Führungskraft den Verdacht haben, dass ein Mitarbeiter es sich ein bisschen zu leicht macht mit dem gelben Schein, suchen Sie das Gespräch – aber erst nach der Rückkehr.

Ihr Tipp: Schaffen Sie Ihr Bauchgrummeln aus der Welt, indem Sie offen ins Gespräch gehen, wenn Sie einen Blaumacher-Verdacht haben.

  • Eigene Ärgergefühle ansprechen ohne Vorwürfe: „Klar, Krankheit gehört zum Leben. Aber für mich ist das ärgerlich, wenn ich umplanen muss. Das soll kein Vorwurf sein, aber dass wir hier jeden Mann brauchen, weißt du ja selbst.“
  • Bei wiederholten Kurzerkrankungen: „Was kann ich tun, damit du wieder so zuverlässig an Bord bist wie früher?“
  • Bei längeren Erkrankungen den Kontakt halten, zum Beispiel durch eine Karte: „Du fehlst uns, wir wünschen dir gute Besserung!“ Telefonisch sollten Sie den Kontakt hingegen nur halten, falls das vorher so vereinbart wurde.

5. Fehler: Sie vergessen das Willkommen-zurück-Gespräch

„Mitarbeiter bleiben daheim, wenn Erkrankungen auch nach der Rückkehr ignoriert werden und man einfach nicht darüber spricht“, ist Anne Katrin Matyssek überzeugt. Dabei gehöre Krankheit zum Leben dazu. Der Mitarbeiter fühle sich dem Chef – und dann auch den Kunden – verpflichtet. Ein Willkommensgespräch ist keine große Sache, so Matyssek. „Zeigen Sie einfach, dass Sie sich wirklich interessieren.“

Ihr Tipp: Führen Sie Willkommensgespräche nach jeder Abwesenheit, nicht nur nach Erkrankungen, sondern auch nach Urlaub oder Fortbildung.

  • Namentlich begrüßen: „Hallo XY, schön, dass du wieder da bist!“
  • Falls eine Krankheit die Ursache der Fehlzeit war: „Ist noch Schonung nötig? Hatte es mit der Arbeit zu tun?“ (kein Anrecht auf Diagnose!)
  • Über Neuigkeiten informieren: „Hast du schon gehört? Das ist passiert!“

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Porträtfoto von Anne Katrin Matyssek.
Mann mit Bart und im karierten Hemd hat ein Thermometer im Mund und einen Schal um den Hals.
Nach Einschätzung von Anne Katrin Matyssek können Wertschätzung und eine enge Bindung an den Betrieb Fehlzeiten positiv beeinflussen. https://www.handwerk.com/sites/default/files/styles/max_1300x1300/public/2020-01/anne-katrin-matyssek-web.jpg?itok=rw_TFUDV

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