Strategie

Der Kunde ist König – aber nicht um jeden Preis

Unter Druck setzen lässt sich Tina Bormann von Kunden nicht, auch wenn es dringlich erscheint. Dennoch ist in dem Handwerksbetrieb der Kunde König. So funktioniert das in der Praxis.

2 Min.13.03.2026, 15:59 Uhr
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Erfüllt Kunden nicht alle wünsche, aber bemüht sich um Lösungen und einen guten Ton: Tina Bormann.
Erfüllt Kunden nicht alle wünsche, aber bemüht sich um Lösungen und einen guten Ton: Tina Bormann. Franz Fender
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Ab und zu erreichen Tina Bormann eilige Anfragen von Kunden. Doch gilt in der Natursteinwerkstatt Bormann in Hann. Münden das Prinzip „wer zuerst kommt, wird zuerst bedient“. „Wir arbeiten in einem sehr emotionalen Bereich, weshalb aus Kundensicht das eigene Anliegen immer besonders dringlich ist“, sagt Bormann, die in dem Unternehmen für das Büro und die Organisation verantwortlich ist. Dennoch könne sie nicht die einen Kunden den anderen vorziehen und letzteren eine noch längere Wartezeit zumuten.

Die Anzahl der Betriebe nehme ab und die Nachfrage nach Handwerksleistungen zu. Qualität gehe in dem Betrieb, den ihr Mann führt, vor Schnelligkeit. Ausnahmen gebe es in dem Steinmetzbetrieb dennoch: Wurde beispielsweise vergessen, ein Beisetzungstermin mitzuteilen, entladen die Bormanns auch mal einen fertig gepackten Lkw und setzen alle Hebel in Bewegung. Denn die Vorbereitung einer Grabstätte für die Beisetzung könne nie warten. In aller Regel haben die Kunden aber Verständnis, wenn geplante Arbeiten dafür verschoben werden müssen.

Kein Preisnachlass bei Wartezeiten

Es komme manchmal auch dann zu Wartezeiten, wenn Lieferanten bestellte Materialien nicht zeitnah liefern können. „Wir kommunizieren offensiv in der Auftragsbestätigung, dass wir auf Lieferzeiten keinen Einfluss haben“, sagt Tina Bormann.

Dem Wunsch nach Preisnachlass aus diesem Grund könnten sie nicht nachkommen. Aber sie seien stets um eine einvernehmliche Lösung und einen höflichen Tonfall bemüht. „Wir schätzen unsere Kunden und haben großes Verständnis für ihren Wunsch nach Fertigstellung der Arbeit.“

Um bei 70 Wochenarbeitsstunden gesund zu bleiben, haben Peter und Tina Bormann vor einiger Zeit beschlossen, das Wochenende von Beratungsterminen auszunehmen. Hier ziehen sie mittlerweile eine klare Grenze.

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