Mehr Licht! So bekämpfen Sie den Winterblues
Dass wir uns in der dunklen Jahreszeit häufig müde und antriebsarm fühlen, hat viel mit der Dunkelheit zu tun. So holen Sie mehr Helligkeit in Ihren Alltag – und in den Ihres Teams.
Auf einen Blick
Müde, antriebslos und schlapp – so fühlen sich viele Menschen im Herbst und Winter. Während sich Pflanzen und viele Tiere in der dunklen Jahreszeit in den Winterschlaf zurückziehen, kommt diese Option für Menschen nicht infrage. Wir müssen trotz Lichtmangel denselben Alltag bewältigen wie im Sommer.
„Der Winterblues hängt mit der Dunkelheit zusammen“, sagt Margit Urban, Expertin für psychosoziale Gesundheit in Unternehmen: „Durch das geringe Sonnenlicht im Winter kann der Körper den Tag-Nacht-Rhythmus nicht ausreichend aktivieren.“ Es fehle das Startsignal des Sonnenaufgangs: Jetzt ist es Tag, nun kann es losgehen.
Doch nicht nur zum Wachwerden ist das Sonnenlicht wichtig. Wir brauchen es auch, um wichtige Prozesse im Körper zu starten. So kann Vitamin D, das unter anderem das Immunsystem unterstützt und einen wichtigen Beitrag zur Produktion des Glückshormons Serotonin liefert, nur mit Hilfe von UV-Licht produziert werden. Um aus dem Wintertief zu kommen, hilft also mehr Licht – nicht nur Ihnen, sondern auch Ihrem Team.
Sorgen Sie für eine gute Lichtausstattung
Wenn wir im Sommer morgens in die Sonne blinzeln, fühlen wir uns wach und frisch. Im Winter mit der Nachttischlampe oder der Büroleuchte funktioniert das leider nicht so gut. Schuld ist die niedrigere Lux-Zahl der künstlichen Beleuchtung. „Zum Wachwerden brauchen wir 2.500 Lux. Eine normale Leuchte hat aber lediglich 300 bis 500 Lux“, erklärt Urban.
Helfen können Tageslichtleuchten, die das Sonnenlicht und seine Helligkeit nachahmen: ob als Tageslichtwecker, Einzellampe in der Küche oder im Büro. „Es gibt mittlerweile sogar Lichtsysteme, die einen Tagesverlauf nachahmen“, sagt die Gesundheitsexpertin. „Morgens haben sie einen großen Anteil blauen Lichts, das anregend wirkt. Gegen Abend wird dieser Anteil geringer, damit wir zu Ruhe kommen.“
Verlegen Sie Pausen nach draußen
Draußen ist es bewölkt? Sie sollten trotzdem an die frische Luft gehen. „Selbst bei geschlossener Wolkendecke bietet das Licht draußen deutlich mehr Lux als die übliche künstliche Beleuchtung“, betont Urban. Deshalb sollten Sie auch in der dunklen Jahreszeit möglichst viel Zeit draußen verbringen. „Schaffen Sie im Betrieb eine Möglichkeit, damit Sie und ihr Team die Pausenzeit draußen nutzen“, empfiehlt die Beraterin.
Ebenso wie UV-Licht trägt übrigens auch regelmäßige Bewegung zu unserem Wohlbefinden bei. „Bewegen wir uns, schüttet der Körper Endorphine und Dopamin aus – diese Stoffe sorgen dafür, dass sich die Stimmung aufhellt“, erklärt Urban. Bleiben Sie also möglichst bei Ihrem Sportprogramm aus dem Sommer – mit passender Kleidung. Oder verlegen Sie die Aktivität nach drinnen. Bewegung muntert auch mit weniger Licht auf.
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Unterstützen Sie Ihren Körper mit guter Ernährung
Es ist ein bisschen gemein: Gerade wenn es kalt und dunkel ist, steigt der Appetit auf süßes oder fettiges Essen. Passend dazu liegen bereits im Herbst die Weihnachtsleckereien im Supermarktregal, wohlmeinende Kolleginnen und Kollegen bringen riesige Keksdosen mit in den Betrieb. „Wenn wir etwas Süßes essen, schüttet der Körper Dopamin aus und wir fühlen uns erstmal gut“, sagt Urban.
Doch leider schickt die Schleckerei den Blutzuckerspiegel auf Berg- und Talfahrt. Die Folge sind Heißhungerattacken, Stimmungsschwankungen und der Wunsch nach noch mehr Süßigkeiten. „Besser ist es, die Sehnsucht nach etwas Süßem anders zu befriedigen, etwa mit Nüssen oder Obst“, erklärt die Beraterin.
Unterstützen Sie dabei auch Ihr Team. „Wer in der Mittagspause auf der Baustelle oder unterwegs ist, greift leicht zu Fast-Food oder holt ein belegtes Brötchen beim Bäcker“, sagt Urban. „Sie können als Arbeitgeber für neue Ideen für die Mittagspause sorgen und beispielsweise einen Ernährungskurs anbieten, der sich speziell mit dem Thema ‚Mittagspause unterwegs‘ beschäftigt.“
Winterblues versus Depression
Ein paar Tage mit trüber Stimmung sind im Winter ganz normal. „Wenn allerdings die Niedergeschlagenheit länger als ein paar Wochen anhält, ohne, dass es dafür einen offensichtlichen Grund gibt, ist das ein ernstes Warnsignal“, warnt Urban. Denn dann könne es sich um eine saisonale Depression handeln, die ohne Therapie nur schwer in den Griff zu bekommen sei. „Fragen Sie Ihren Hausarzt um Rat, wenn Sie sich unsicher sind“, rät die Expertin. „Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche.“
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