Foto: Dennis Gauert

Inhaltsverzeichnis

Fahrbericht

Ford Transit Custom: Ein Custom-Wagen zum Verlieben

Während der Große seinen soliden 3,5-Tonnen-Job erledigt, lässt Ford den kleineren Ableger zu neuen Höhen aufschwingen. Wir sind ihn gefahren.

Auf einen Blick

  • Prägnante Optik: Mit Kanten und Rundungen geht Ford beim Design des Transit Custom ganz eigene Wege. Mit Erfolg: Der Testwagen weiß nicht nur wegen der markanten Lackierung zu gefallen.
  • Knackiges Fahrverhalten: Auch ohne Assistenten fährt der Ford Transit Custom einfach klasse. Die Einzelradaufhängung und die präzise Lenkung verleihen dem Transporter eine hohe Fahrdynamik.
  • Schwach auf der Brust: Vernunft im Fuhrpark ist ja ein hohes Gut. Das gut abgestimmte Testfahrzeug schreit aber geradezu nach einem kraftvolleren Motor. Der verbaute 105 PS starke Selbstzünder hat auf alle Fälle schon mit dem leeren Fahrzeug gut zu tun. Dafür ist der Kölner aber sparsam unterwegs.
  • Unter dem Strich: Andere Hersteller sind günstiger unterwegs. Doch der Ford besticht mit einem ausgezeichneten Fahrwerk und einer Top-Ausstattung.

Ein Klassiker unter den rollenden Laderäumen: Der Transit. Das Hochdach in orange lackiert – so scheint das Nutzfahrzeug spritzig, frisch, ja etwas für Fans zu sein. Schön, dass der Metallic-Lack auch gleichzeitig verdeutlicht, was Ford von einem Transporter erwartet: Nutzwert und Fahrspaß in einem.

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Trotz 105 PS geht's gut voran

Angefangen bei der Kombination von Motor und Getriebe sind in Köln kluge Entscheidungen getroffen worden: Der eigentlich schmächtige Turbodiesel mit 105 PS läuft durch ein eng abgestimmtes Sechs-Gang-Getriebe auf leichten Sohlen. Dazu verhelfen ihm auch die erstaunlichen 360 Newtonmeter, die der 2.0-Liter-Selbstzünder über ein Drehzahlband von 1.475 bis 2.000 Umdrehungen pro Minute von sich gibt.

Der Transit Custom fährt knackig aber sparsam

Die Gänge lassen sich spielend einlegen und mit knackiger Kupplung, starkem Bremsdruckpunkt und leichtem Gaspedal kommt im Transit sogar Fahrspaß auf. Bei einem Realverbrauch von 7-8 Litern Dieselkraftstoff.

Um die Vorzüge des Custom in vollen Zügen zu genießen, empfehlen sich die stärkeren Dieselmotoren mit 130 und 170 PS. Hier bekommt der Fahrer den Ladedruck deutlicher zu spüren. Immerhin schafft sein schwächster Vertreter auf der Autobahn abgelesene 160 km/h. Das sollte für ein Hochdach auch genug sein.

Voller Nutzwert mit wilder Optik

Die nackten Fakten offenbaren auch den guten Nutzwert des Transit Custom: Mit 8,3 Kubikmetern Ladevolumen kann der Transit Custom als L2H2 manch größeren Transporter ersetzen. 3.200 Kilogramm Gesamtgewicht sind erlaubt und an den Haken gehen 2.250 Kilogramm schwere Anhänger.

Damit angelt sich Ford gleichzeitig die Freizeit-Kundschaft am See: Mit dem Transit Nugget Camper und dem Boot auf Tour fahren; hier ruft der Effektlack neue Ideen auf den Plan. Auch auf den Wiederverkaufswert kann sich die Sonderlackierung positiv auswirken.

Der Grund dafür ist die klare Anbindung des Designs an die Pkw-Modelle der Kölner. Jeck in den orangen Effektlack der Sportabteilung getaucht fällt das umso mehr auf. Die ausgeprägte Schnauze tut ihr Übriges, um sich Geltung zu verschaffen.

Dazu kommt ein grimmig-kühler Blick aus den Xenon-Brennern und LED-Leisten, dem in Verbindung mit dem wuchtigen Kühlergrill und offenen Frontabschluss markante Stabilität verliehen wird.

Pkw-Fahrer vermissen allenfalls die tiefe Sitzposition

Im Innenraum geht die Rechnung ebenso auf. Mit abwechslungsreichen Details und einem einfachen Bedienkonzept geht der Transit Custom den Weg, den seine Brüder aus der Pkw-Klasse vormachen. Großen Mehrwert bieten die vielen Ablagefächer und Halter für ganze Flaschen unten im Armaturenbrett.

Das Lenkrad und die Sitze sind in unserem Testwagen voll einstellbar, sodass man stets fest im Sattel sitzt. Einmal geschehen, setzt ungeahnter Fahrspaß ein. Die Verarbeitung ist in der Klasse einwandfrei.

Schnittiges Fahrverhalten mit hohen Versprechungen

Die elektronisch unterstützte Lenkung fühlt sich etwas synthetisch an, ist aber klar dosierbar. Durch das kurze Lenkgetriebe gelingen U-Turns und enge Abbiegungen spielend. In Einheit mit dem knackigen Schaltgetriebe vermittelt der Kölner Transporter dabei das Gefühl, mehr zu können, als er eigentlich kann.

Um Schlimmeres zu verhindern, hat der Transit Custom serienmäßig einen Seitenwindassistenten, einen Überrollschutz, einen Berganfahrassistent, adaptive Lastkontrolle sowie ESP mit an Bord. In unserem Testwagen sorgt darüber hinaus ein Abstandstempomat mit Notbremsassistent für entspanntes Gleiten über die Bundesautobahn und ein Plus an aktiver Sicherheit.

Ford Sync bietet echten Mehrwert

Hinter dem Leder-Volant wird der Blick auf Fords analoges Tachodesign im 80er-Jahre-Sportwagenstil freigegeben. Gut ablesbar und in klarem Licht kann hier zum Beispiel auch das Sync 3 aufgerufen werden. Das System selbst prangt zwischen den wuchtigen Lüftungsdüsen im Armaturenbrett.

Wie in allen Ford-Modellen lässt es sich spielend leicht per Touchscreen bedienen und liefert anständigen Sound. Die Navigation gelingt ebenfalls zielsicher und einfach. Einzig die Sprachsteuerung des Navigationssystems kann für Uneingeweihte jedoch zur Geduldsprobe werden.

Ford lockt mit günstigen Paketpreisen

Bei all der modernen Technik soll ein Transporter auch Geld verdienen. Der Grundpreis unseres Testwagens steht bei 29.756,66 Euro netto. Da wirft Ford, neben weiteren Details, bereits elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage, Tempomat, Park-Pilot vorne und hinten, Lederlenkrad, Audiosystem und Halogen-Projektorscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht in den Beutel. Das ist für einen Selbstzünder mit Sechs-Gang-Getriebe ein vergleichsweise günstiger Preis.

Für das Hochdach werden nochmal rund 578 Euro netto fällig. Unser Testwagen kommt mit dem Sicht Paket 3 inklusive Sync 3 (3.470 Euro), Metallic-Lackierung (665 Euro), Xenon-Scheinwerfern (868 Euro) und Sitz-Paket 17 mit Fenster und Durchlade (771 Euro) sowie weiteren Optionen auf stolze 37.040 Euro Endpreis. Beim Transit sind das zum Glück Luxusprobleme, da die Grundausstattung bereits völlig ausreicht. Zu empfehlen ist als Aufwertung allerdings das Ford Sync 3. Auch mit Blick auf den Wiederverkaufswert.

Fazit

Seine Testkilometer hat der Transit dank seines intuitiven Bedienkonzeptes und dem direkten Fahrgefühl mit Bravour absolviert. Der schwächste Diesel reichte für das Hochdach aus, viel mehr Drehmoment gibt es bei den stärkeren Motoren schließlich auch nicht.

In Sachen Nutzwert bringt der Transit Custom alle nötigen Tugenden mit und überzeugt auch bei der Verarbeitung. Dass auf unseren Testkilometern nur schlanke 7,5 Liter Diesel durch den unbeladenen Transporter gingen, spricht ebenfalls für eine gute Investition. Die Wartungsintervalle von bis zu 60.000 Kilometer oder 24 Monate sprechen ebenfalls für geringe Betriebskosten.

Daten

Testwagen: Ford Transit Custom 2,0 TDCi 320 L2H2 Kasten
Hubraum: 1.997ccm
Leistung: 77 kW / 105 PS bei 3.500 U/min
Max. Drehmoment: 360 Nm bei 1.375 – 2.000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
Abgasnorm: Euro 6
Verbrauch kombiniert: 7,5 Liter/100 km
CO2-Emission kombiniert: 161-172 g/km
Maximale Anhängelast: 2.250 Kg
Abmessungen in mm (L x B x H): 4.973 x 2.272 x 1.986 mm
Leergewicht: 2.039 kg
Nutzlast: 1.161 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 3.200 kg
Ladevolumen: 8,3 Kubikmeter
Maximale Ladelänge auf Bodenhöhe: 3,04 Meter
Laderaumhöhe: 1,78 Meter
Listenpreis UPE netto: 29.756,66 Euro
Preis Testwagen netto: 37.040 Euro

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