Der Mitarbeiter haftet bei Fehlern im Fahrtenbuch für die Lohnsteuer.
Foto: Stockfotos-MG - stock.adobe.com

Steuern

Mitarbeiter haften für Fehler im Fahrtenbuch

Führt ein Mitarbeiter ein Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß, kann ihn der Arbeitgeber später jederzeit für die Lohnsteuer haftbar machen.

Der Fall: Ein Arbeitgeber hat wegen eines fehlerhaften Fahrtenbuchs die Privatnutzung eines Firmenwagens nachträglich nach der Ein-Prozent-Methode versteuert. Weil der betroffene Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausgeschieden war, verrechnete der Arbeitgeber die Steuern mit der vereinbarten Abfindung. Dagegen klagte der ehemalige Mitarbeiter. Unter anderem berief er sich auf eine Klausel in seinem Arbeitsvertrag, wonach jegliche Ansprüche des Arbeitgebers nach Ablauf einer gewissen Frist verfallen.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hielt eine Abmahnung für ausreichend.

Dienstauto privat genutzt: Kündigung nur nach Abmahnung

Wenn ein Mitarbeiter den Dienstwagen unerlaubterweise privat fährt, muss der Arbeitgeber zunächst abmahnen, entschied ein Gericht.
Artikel lesen

Das Urteil: Das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschied nun, dass der Mitarbeiter für die Lohnsteuer haftbar sei. Wenn er sich für ein Fahrtenbuch anstelle der Ein-Prozent-Methode entscheide, dann müsse er das Fahrtenbuch entsprechend der gesetzlichen Anforderungen führen. Der Arbeitgeber sei nicht verpflichtet, den Mitarbeiter auf mögliche Fehler hinzuweisen. Allerdings sei der Arbeitgeber berechtigt, von seinem Mitarbeiter die Erstattung nachträglich zu entrichtender Lohnsteuer zu verlangen. Das sei auch dann möglich, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Verjährung von Nachforderungen vereinbart haben. Keine Rolle spiele es dabei, ob der Arbeitgeber die Privatnutzung des Wagens freiwillig nachversteuert oder aufgrund einer Nachforderung nach einer Betriebsprüfung des Finanzamts. (Urteil vom 17. Oktober 2018, Az. 5 AZR 538/17)

Tipp: Sie wollen beim Thema Steuern auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie einfach den Newsletter von handwerk.com. Hier geht es zur Anmeldung!

Auch interessant:

Die Zahlungen sind bei Firmeneinnahmen als Betriebseinnahmen zu versteuern.

Firmenwagen: Versicherungsleistung ist Betriebseinnahme

Wenn der Firmenwagen zum Betriebsvermögen zählt, gelten Versicherungsleistungen in voller Höhe als Betriebseinnahmen – egal, wer die Police bezahlt.
Artikel lesen

Der BFH lehnt die uneingeschränkte private Nutzung ab.

Kein Firmenwagen für Ehefrau mit Minijob

Ein Firmenwagen zur uneingeschränkten privaten Nutzung – für eine Ehefrau mit Minijob? Zu viel, sagt der Bundesfinanzhof und kassiert Betriebsausgabenabzug.
Artikel lesen

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.