Politik und Gesellschaft

Mutterschutz für Selbstständige: „Bestehende Lücken schließen“

Selbstständige Frauen müssen während der Schwangerschaft oft ohne Absicherung auskommen. Der Verwaltungsrat der IKK classic fordert deshalb Änderungen am Mutterschutzgesetz.

2 Min.06.01.2026, 14:28 Uhr
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Fehlender Mutterschutz für Selbstständige: Laut IKK classic ist das eine Barriere für Frauen, die eine Selbstständigkeit oder Unternehmensgründung anstreben.
Fehlender Mutterschutz für Selbstständige: Laut IKK classic ist das eine Barriere für Frauen, die eine Selbstständigkeit oder Unternehmensgründung anstreben. picture alliance / Zoonar
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Die bestehenden Lücken im Mutterschutzgesetz müssen geschlossen werden – dafür spricht sich der Verwaltungsrat der IKK classic aus. Wie die Krankenkasse mitteilt, legt der Verwaltungsratsbeschluss  den Grundstein für eine gesundheitspolitische Initiative für die kommenden zwölf Monate. Demnach will die IKK classic 2026 mit einer Initiative für die bessere Absicherung von selbstständigen Frauen während Schwangerschaft und Mutterschaft „ein klares Signal für die Gleichstellung im Mutterschutz“ setzen.

„Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass selbstständige Frauen bei der Familiengründung ohne die vergleichbare Absicherung wie abhängig Beschäftigte dastehen“, erklärt Hans Peter Wollseifer,Vorsitzender des Verwaltungsrats der IKK classic und ehemaliger Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.Wer Verantwortung für einen Betrieb übernimmt, braucht in dieser Lebensphase Verlässlichkeit, nicht finanziellen Druck“, ergänzt er.

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Hintergrund: Selbstständige Frauen sind im Mutterschutz bislang rechtlich unzureichend abgesichert. Laut IKK classic leisten viele selbstständige Frauen während der Schwangerschaft körperlich belastende Arbeiten oder fühlen sich psychisch stark belastet. „In dieser Zeit tragen sie das gesamte Risiko: Ihr Einkommen, laufende Kosten und die Verantwortung für ihren Betrieb liegen allein in ihren Händen“, stellt die Krankenkasse klar. Besonders im Handwerk werde die fehlende Absicherung zur Barriere für Frauen, die eine Selbstständigkeit oder Unternehmensgründung anstreben.

Unternehmerinnen wie zum Beispiel Tischlermeisterin Johanna Röh fordern schon lange einen Mutterschutz für Selbstständige. Auch die Bundesregierung will das Thema laut Koalitionsvertrag in dieser Legislaturperiode angehen. Ein Gesetzentwurf gibt es bislang allerdings noch nicht.

„Die Debatte über den Mutterschutz für Selbstständige muss dringend geführt werden“, sagt Wollseifer. „Es ist an der Zeit, dass auch Unternehmerinnen während der Schwangerschaft auf die Unterstützung der Solidargemeinschaft bauen können.“

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