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Studie der Pronova BKK

Studie: 60 Prozent haben schon mal blaugemacht

Im Zweifel gegen den Arbeitgeber? Die Gründe, warum Mitarbeitende sich krankmelden, obwohl sie arbeiten könnten, sind allerdings vielfältig – nicht jeder ist einfach faul.

2 Min.15.01.2026, 11:29 Uhr
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Nur müde oder doch krank? Im Zweifel blieben vor allem junge Menschen lieber zuhause, ergab eine aktuelle Befragung.
Nur müde oder doch krank? Im Zweifel blieben vor allem junge Menschen lieber zuhause, ergab eine aktuelle Befragung. Krakenimages.com - stock.adobe.com

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Studie: 60 Prozent haben schon mal blaugemacht. In: /betriebsfuehrung/studie-60-prozent-haben-schon-mal-blaugemacht, 15.01.2026, /betriebsfuehrung/studie-60-prozent-haben-schon-mal-blaugemacht (abgerufen am: 04.11.2026)

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Sind meine Leute wirklich krank - oder machen sie blau? Eine Frage, die sich viele Chefs im Handwerk angesichts hoher Krankenstände mitunter stellen. Jetzt zeigt eine aktuelle Studie: Der Verdacht ist gar nicht so abwegig!

Denn 60 Prozent der Befragten gaben in der Studie der Betriebskrankenkasse Pronova BKK an, sie hätten sich krankgemeldet, obwohl sie arbeitsfähig waren. Immerhin: Sieben  Prozent tun dies häufig, 22 Prozent manchmal und 31 Prozent selten.

Und auch die Gründe für die Entscheidung, lieber zuhause zu bleiben, wichen deutlich voneinander ab. Mehrfachnennungen waren möglich. Die Ergebnisse:

  • Ein gutes Drittel der Befragten will damit verhindern, dass kleinere gesundheitliche Beschwerden zu ernsthaften Problemen werden.
  • Ein weiteres Drittel bleibt zuhause, weil ihnen das Arbeitspensum gerade zu viel erscheint.
  • Nahezu jeder Dritte gibt mangelnde Motivation als Grund an.
  • Fast 25 Prozent möchten so Stress oder Konflikten im Team aus dem Weg gehen.
  • Für rund 20 Prozent haben private Termine an diesem Tag Vorrang.

Auffällig ist auch, dass 45 Prozent Befragten zwischen 18 und 29 Jahren, die Generation Z, im Zweifel eher mal zuhause bleiben. Elf Prozent tun dies sogar häufig. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil deutlich ab, in der Generation 60plus liegt er nur noch bei 16 Prozent.

Selbstfürsorge oder Überempfindlichkeit?

Psychologin Patrizia Thamm sieht in diesen Zahlen zwei Trends bestätigt: wachsendes Gesundheitsbewusstsein und eine starke Empfindlichkeit gegenüber Druck. „Wenn die Krankmeldung dazu dient, bei psychischer Überlastung oder körperlichen Beschwerden rechtzeitig zu handeln und gesund zu werden, dann ist sie ein Ausdruck wachsenden Gesundheitsbewusstseins und eine legitime und wertvolle Strategie der Selbstfürsorge“, betont sie. Problematisch werde es, wenn Krankmeldungen zur Ausweichstrategie werden. Hinzu kommt: „Gerade die junge Generation legt viel Wert auf Sinn, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten. Fehlen diese Faktoren, kann das zu einem Motivationsdefizit führen“, sagt Thamm.

Für die repräsentative Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK wurden 1230 Arbeitnehmende ab 18 Jahren im Oktober 2025 online befragt. Eine Aufschlüsselung nach Berufsgruppen gab es nicht.

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