Mitarbeiter gesucht?

3 Tipps: So überzeugen Sie eine KI von Ihren Arbeitgeberqualitäten

Sie suchen Fachkräfte, aber die suchen mit künstlicher Intelligenz nach einem neuen Arbeitgeber. Drei Tipps, mit denen Ihr Handwerksbetrieb gefunden wird.

4 Min.28.01.2026, 14:29 Uhr
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Woher weiß ein KI-Agent, der das Netz durchsucht, dass Sie ein guter Arbeitgeber sind? In erster Linie von Ihrer Website. Dann muss diese Information dort aber auch gut zu finden sein.
Woher weiß ein KI-Agent, der das Netz durchsucht, dass Sie ein guter Arbeitgeber sind? In erster Linie von Ihrer Website. Dann muss diese Information dort aber auch gut zu finden sein. mod - stock.adobe.com
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Auf einen Blick

KI-Tools kommen auch bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz immer häufiger zum Einsatz. Um aber von einer KI als guter Arbeitgeber empfohlen zu werden, müssen Betriebe auch als solcher online sichtbar sein.

Nutzen Sie deshalb Ihre Website, um sich zu positionieren. Klare Strukturen helfen der KI dabei, die richtigen Informationen auszulesen.

Untermauern Sie Ihre Aussagen mit Zahlen, Zertifikaten oder Siegeln. Und auch Ihre Mitarbeitenden können einen entscheidenden Beitrag leisten.

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So könnte die Jobsuche von morgen aussehen: „ChatGPT, sag mir, wo ich als Dachdecker in der Region Braunschweig einen guten Arbeitgeber finde und warum?“ Ein schneller Test ergibt: Schon jetzt funktioniert diese Suche – je nach Tool mit guten oder zum Teil ausgedachten Ergebnissen.

Aber trotz einiger Mängel: Der KI-Assistent sucht und findet Betriebe, die im Netz als guter Arbeitgeber auftreten. Sie liefert nicht nur die Links zur Website, sondern auch die Argumente, die der Arbeitgeber für sich sprechen lässt.

Studie zeigt: So verbreitet ist die KI-Suche bei den 16- bis 29-Jährigen

Bedeutet das nun, dass Betriebe Ihre Suche nach Arbeitskräften komplett umstellen müssen? „Noch ist das ein Trend, der nicht so relevant ist“, sagt Daniel Dirkes, Inhaber der Auf Kurs GmbH und spezialisiert auf die Beratung von Handwerksbetrieben. „Aber die Entwicklung verläuft rasant, vor allem jüngere Menschen befragen direkt die KI.“ Das belegen auch aktuelle Zahlen des Branchenverbandes Bitkom: Demnach nutzen zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen die KI-Suche, davon 5 Prozent ausschließlich und 11 Prozent überwiegend.

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, einem neuen Arbeitgeber oder auch zukünftigem Beruf wird die KI-Suche also eine immer größere Rolle spielen. „Diese Suche spielt sich als Dialog ab, der darauf hinaus läuft, dass konkrete Betriebe als Arbeitgeber oder Ausbildungsbetrieb empfohlen werden – und hier sollte man dabei sein“, sagt Dirkes. Auch die klassische Google-Suche bietet seit Oktober eine KI-Zusammenfassung der Suchergebenisse. „Auch hier sollte man als guter regionaler Arbeitgeber auftauchen.“

Dass der Trend noch neu ist, sieht Dirkes als Vorteil: „Noch ist der Aufwand überschaubar. Aber die Betriebe profitieren sofort, da der Wettbewerb noch klein ist“, sagt er. Er hat drei Tipps, wie es Ihr Betrieb in der KI-Suche als Arbeitgeber ganz nach vorne schafft.

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Tipp 1: Ihre Website – Überzeugen Sie die KI davon, dass Sie ein guter Arbeitgeber sind

„Die Website Ihres Betriebes ist der wichtigste Baustein, um eine KI von Ihren Qualitäten als Arbeitgeber zu überzeugen“, sagt Dirkes. „Weil die digitalen Assistenten mit blumigen Formulierungen und flotten Allgemeinplätzen nichts anfangen können, brauchen Sie einen kurzen Text aus wenigen Sätzen, im dem ganz direkt steht, dass Sie ein guter Arbeitgeber in Ihrer Region sind und warum.“

Beispiel: „Die Dachdecker XY GmbH ist ein ausgezeichneter Arbeitgeber in der Region Verden/Aller. Unsere 15 Mitarbeiter profitieren von 30 Tagen Urlaub, übertariflicher Bezahlung und einer betrieblichen Altersversorgung. Wir sind Ausbildungsbetrieb seit 1999 und ausgezeichnet mit dem Siegel ‚familienfreundlicher Betrieb‘. Uns ist die Weiterbildung unserer Mitarbeiter und eine offene Fehlerkultur besonders wichtig.“

Diesen Text sollten Sie dann gleich an mehreren Stellen auf Ihrer Seite verwenden, rät der Unternehmensberater: „Auf der Startseite, auf der „Über uns“-Seite und selbstverständlich auch auf der Karriereseite.“

Tipp: „Wenn Sie ausbilden, sollten Sie eine Extra-Seite für Azubis anlegen und diese von der Karriereseite für Fachkräfte trennen“, sagt Dirkes. Dass sei nicht nur für die KI-Suche sinnvoll. „Oft bieten Arbeitgeber unterschiedliche Benefits für Fachkräfte oder Azubis“, erläutert der Unternehmensberater. Zudem seien die Fragen der Suchenden andere. „Mit eigener Unterseite findet jeder die passenden Antworten – auch die KI.“

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Tipp 2: Untermauern Sie Ihre Selbstdarstellung mit Fakten und externen Quellen

Sich selbst zu loben ist eine Sache. Doch um von einer KI empfohlen zu werden, brauchen Sie Zahlen, externe Siegel oder Mitarbeiterempfehlungen auf Portalen wie Kununu, betont Dirkes: „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren 100 Prozent unsere Auszubildenden übernommen“, könnte ein Satz auf Ihrer Website lauten. Oder: „Fluktuation ist bei uns kein Thema: 90 Prozent unserer Mitarbeitenden sind schon länger als fünf Jahre bei uns.“

Sie wurden von der Handwerkskammer als Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet, führen Siegel wie „Familienfreundlicher Betrieb“ oder „Handwerk ist hier auch Frauensache“? „Solche externen Auszeichnungen sucht die KI, um die Behauptungen auf Ihrer Website zu verifizieren“, erklärt der Experte. „Darum sollten sie unbedingt zu finden sein.“

Aus demselben Grund sind Bewertungen bei Arbeitgeberportalen wie Kununu wichtig. „Noch sind neun von zehn Handwerksbetrieben dort nicht vertreten, aber ein Profil ist schnell erstellt“, sagt Dirkes. „Bitten Sie Ihre Mitarbeitenden um ehrliches Feedback dort mit Text, denn diese werden von der KI ausgelesen und in die Bewertung einbezogen.“

Tipp 3: Online-Portale und Zeitungen – Wagen Sie sich in die Pressearbeit

Es kostet Sie vielleiht ein bisschen Überwindung, aber es zahlt sich aus: Starten Sie Pressearbeit für Ihren Betrieb. „Wenn Sie in Zeitungen oder Fachmedien als Beispiel für einen guten Arbeitgeber auftauchen, ist das derzeit für die Einstufung durch KI Gold wert“, sagt Dirkes. „Es ist die glaubwürdigste Form des Marketings.“

Deshalb trauen Sie sich ruhig, Redaktionen anzuschreiben oder anzurufen, wenn Sie eine interessante Geschichte über sich als Arbeitgeber zu erzählen haben. Eine andere Möglichkeit ist, Presseinformationen zu solchen Themen an Ihre lokale Zeitung zu schicken oder sie auf kostenlosen Presseportalen wie dem Portal der Wirtschaft oder Firmenpresse zu veröffentlichen. „Selbst wenn kein Journalist sie aufgreift, wird eine KI sie finden und die Inhalte auswerten“, sagt der Unternehmensberater.

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