Malermeisterin Britta Franke aus Ganderkesee.
Foto: Torsten von Reeken

Personal

Serie: Toller Chef, zufriedenes Team

Wo die Stimmung gut ist, spielt Fachkräftemangel oft keine Rolle. In dieser Kurzinterview-Serie verraten Unternehmer ihre Rezepte erfolgreicher Personalführung. Teil 4: Lob und Wertschätzung für das Team.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

  • In der Interview-Serie "Toller Chef, zufriedenes Team" berichten Handwerker, wie sie eine Arbeitsatmosphäre schaffen, in der Mitarbeiter gerne arbeiten.
  • Die Serie setzt auf kurze Interviews mit maximal fünf Fragen. Die Lesedauer für jedes Interview beträgt höchstens 60 Sekunden.
  • Die Unternehmer erzählen unter anderem, was sie zu guten Arbeitgebern macht und wie sie Fachkräfte finden.

Teil 4: Lob und Wertschätzung für das Team

Malermeisterin Britta Franke liegt ein angenehmer Umgangston mit ihrem Team besonders am Herzen. In ihrem 9-Mann-Betrieb in Ganderkesee schreibt die Innungsobermeisterin außerdem Weiterbildung und Qualifizierung groß.

  • Frau Franke, was sind Ihre Pluspunkte als Arbeitgeber? Ich versuche, Ziele gemeinsam mit meinem Team zu erreichen. Dazu gehört auch, dass ich Verantwortung abgebe und die Arbeit auf alle Schultern gut verteile. Meine Leute sollen und dürfen selbstständig arbeiten.
  • Wie rekrutieren Sie Nachwuchskräfte für Ihren Betrieb? Wir sind im engen Dialog mit der Berufsschule und anderen Schulen. Durch mein Engagement in der Kreishandwerkerschaft bin ich gut vernetzt in der Branche. Wir nehmen am Tag des offenen Handwerks teil, bieten Jugendlichen Praktika an. Das spricht sich bei Schülern und potenziellen Azubis herum.
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben? Aus schlechten Erfahrungen in einem anderen Betrieb habe ich gelernt, dass man Kompetenz nicht mit Herumschreien, sondern nur in einem vernünftigen Ton vermitteln kann. Ich möchte mit Fachwissen punkten und stehe in ständigem Dialog mit dem Team. Respektvoller und einfühlsamer Umgang mit meinen Mitarbeitern ist das A und O. Wir sind wie eine kleine Familie: Ich sehe morgens in den Gesichtern des Teams, wen ich wo abholen muss.
  • Was tun Sie, damit Ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen? Ich versuche, neue Herausforderungen zu schaffen: Wir probieren neue Techniken und Materialien aus, bilden uns intern und extern fort. Zum Wohlfühlen gehört aber auch, dass ich meine Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber dem Team ausdrücke und meine Leute lobe. Und wenn mal etwas schiefgeht, stärke ich meinem Team den Rücken und kommuniziere das auch gegenüber dem Kunden. Lösungen erarbeiten wir dann gemeinsam.
  • Haben Sie als Chefin eine Marotte? Ich bin manchmal sehr pingelig. Das führt ab und an dazu, dass ich Material zu genau abmesse.

Teil 3: Fördern und fordern – mit Augenmaß

Frank Grewe ist Chef des 11-Mitarbeiter-Betriebs Dachdeckerei Frank Grewe im niedersächsischen Friedland. Ein Führungsstil auf Augenhöhe und familiäres Betriebsklima sind ihm wichtig.

  • Herr Grewe, Was sind Ihre Pluspunkte als Arbeitgeber? Ich versuche, immer ein offenes Ohr für mein Team zu haben. Ich stelle mich auf die Mitarbeiter und ihre Bedürfnisse ein. Als Handwerksbetrieb sind wir familienfreundlich eingestellt: Wir können auch kurzfristig Urlaub gewähren oder einspringen, wenn mal ein Kind krank wird. Im größten Notfall haben wir Kinder auch schon hier vor Ort betreut.
  • Wie rekrutieren Sie Nachwuchskräfte für Ihren Betrieb? Wir besuchen Bildungsmessen hier in der Region und stellen den Beruf vor. In Schulen sind wir ebenfalls präsent und halten engen Kontakt. Dort gehen auch manchmal Azubis mit und berichten über ihre Ausbildung. Wir haben uns ein Netzwerk gemeinsam mit anderen Betrieben aufgebaut. Ab und an bekommen wir dadurch Anfragen für Praktika in unserem Betrieb.
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben? Auch als Chef bleibe ich gern auf Augenhöhe mit meinen Mitarbeitern.
  • Was tun Sie, damit Ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen? Ich gehe auf meine Leute zu, wenn sie Probleme haben. Ich frage gezielt nach, wie ich sie unterstützen kann. Bei verschiedenen Aufgaben gebe ich bewusst Verantwortung ab und lasse ihnen Freiräume. Das schafft Selbstbewusstsein und motiviert das Team. Ich versuche, meine Mitarbeiter individuell zu fördern und zu fordern – aber immer so, dass keiner über- oder unterfordert ist.

Teil 2: Mit guter Ausrüstung Wertschätzung zeigen

Der Elektrotechnikermeister Gerhard Nitz führt einen 5 Mitarbeiter starken Elektrobetrieb im niedersächsischen Georgsmarienhütte.

  • Herr Nitz, was sind Ihre Pluspunkte als Arbeitgeber? Wir kümmern uns auch um die persönlichen Belange unserer Mitarbeiter. Ich lege großen Wert auf gutes Werkzeug und hochwertige Kleidung. Was kaputt oder zerschlissen ist, wird ersetzt. Außerdem bieten wir unseren Monteuren Jobräder und eine betriebliche Altersvorsorge an. Für unsere Mitarbeiter ist das wertvoll und wir haben davon keinen Nachteil.
  • Wie rekrutieren Sie Nachwuchskräfte für Ihren Betrieb? Über persönliche Beziehungen. Unser aktueller Azubi kam über einen befreundeten Betrieb. Ab Sommer kommt der nächste, der ist ein Kumpel des aktuellen Lehrlings. Ich habe gelernt, dass man sich von schlechten Schulzeugnissen und Verhaltensnoten nicht abhalten lassen sollte. Manche Menschen gehen einen längeren Weg und werden dann super Monteure.
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben? Kollegial-dominant. Ich war früher noch kollegialer. Doch ich habe gelernt mich durchzusetzen. Wir sind alle per du. Aber ich bin der Chef.
  • Was tun Sie, damit Ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen? Ein-, zweimal im Jahr starten wir gemeinsame Aktionen. Da gehen wir in den Kletterwald oder machen eine Radtour. Das bringt uns viel mehr als die Kneipentour, die wir inzwischen abgeschafft haben.

Teil 1: Sport schweißt zusammen

Jens Kursawe ist Bauingenieur. Mit seinem Unternehmen Kursawe Bau hat er sich auf Hoch-, Tief- und Stahlbau spezialisiert. 20 Mitarbeiter zählt der Betrieb aus dem niedersächsischen Hameln.

  • Herr Kursawe, was sind Ihre Pluspunkte als Arbeitgeber? Wir sind ein Familienbetrieb, gehen auf unsere Mitarbeiter ein und nehmen sie als Familie wahr.
  • Wie rekrutieren Sie Nachwuchskräfte für Ihren Betrieb? Wir haben einen guten Ruf, da kommen Bewerbungen durch Mundpropaganda. Junge Leute fangen als Bauhelfer an. Wer Spaß daran hat und gut ist, macht eine Lehre.
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben? Mir ist wichtig, dass jeder Respekt vor dem anderen hat. Ich bin mit meinen Mitarbeitern auf Augenhöhe, kann aber auch streng sein. Am Ende gilt mein Wort.
  • Was tun Sie, damit Ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen? Wir unternehmen gemeinsam sportliche Aktivitäten wie Drachenbootrennen. Außerdem besuchen wir zusammen Seminare und feiern auch mal gemeinsam. Und wenn mal jemand privat Stress hat, bekommt er auch kurzfristig frei.
  • Haben Sie als Chef eine Marotte? Vielleicht bin ich manchmal ein bisschen launig. Aber dagegen mache ich viel Sport um den Kopf freizukriegen und Stress abzubauen.

Werfen Sie auch einen Blick auf unsere anderen Kurzinterview-Serien:

Serie: Gut gemacht! Handwerker verraten ihre Erfolgsrezepte

Viele Wege führen zum Erfolg. Aber welche? In dieser Kurzinterview-Reihe erzählen Selbstständige, was ihren Betrieb ausmacht. Teil 7: Jeder Wunsch wird erfüllt!
Artikel lesen >

Serie: Genial digital! So nutzen Handwerker die Digitalisierung

Was sind die beliebtesten Handwerker-Apps, welche Social-Media-Strategie hat sich im Betrieb bewährt? Das verraten Handwerker in dieser Kurzinterview-Reihe.
Artikel lesen >
Dank 18-Volt-Technik steht der GWX 18V-10 SC stromgebundenen Geräten im Durchzug nicht nach.
Foto: Thomas Vahle

Neuer Winkelschleifer

Bosch optimiert den Scheibenwechsel

Darauf hat die Welt gewartet: Bosch bringt eine Flex auf den Markt, die keine Werkzeuge mehr für den Scheibenwechsel benötigt. Wir haben sie ausprobiert.

Wer sich als Betriebsinhaber vorbereitet, kann eine Nachfolge auch finanziell erfolgreich ins Ziel bringen.
Foto: Serge Aubert - stock.adobe.com

Strategie

Kennen Sie die 3 finanziellen Hürden der Betriebsnachfolge?

Eine Betriebsnachfolge scheitert oft an Unternehmenswert, Kaufpreis und Finanzierung. Wie Sie diese Hürden meistern, weiß handwerk.com-Autor Klaus Steinseifer.

der Eisblock.
Foto: Fisher Photostudio - stock.adobe.com

Marketing und Werbung

Eiskalte Zimmerer-Aktion: die Eishaus-Wette

Ein Eisblock in der Fußgängerzone. Einziger Schutz vor der Sommersonne: Eine gedämmte Holzhütte. Wie viel Block bleibt nach 4 Wochen übrig?

Im Navara N-Guard vereinen sich Handwerk und Wochenendtrip.
Foto: Dennis Gauert

Fahrbericht

Unterwegs mit dem Nissan Navara N-Guard

Nissan putzt den Navara weiter heraus: Trendiges schwarz für die „Kriegsbemalung“ und viel Komfort im Inneren. Wir waren mit dem N-Guard auf Tour.