Foto: Minerva Studio - stock.adobe.com
Frau nimmt Autoschlüssel entgegen

Steuern

Firmenwagen statt Lohn für minijobbende Freundin?

Kein Gehalt, stattdessen ein SUV als Firmenwagen: Für die minijobbende Freundin dieses Chefs war das ok – aber nicht für das Finanzamt.

Erst bekam die Lebensgefährtin des Chefs einen Minijob, dann einen VW Tiguan als Dienstwagen. Den Lohn verrechnete das Paar mit den privaten Nutzungskosten. Diese Vereinbarung hat jetzt der Bundesfinanzhof (BFH) kassiert: Mit familienfremden Minijobbern würden Arbeitgeber solche Verträge nicht treffen – daher seien sie auch mit Familienangehörigen steuerlich unzulässig.

Der Fall: Ein selbstständiger Ingenieur hatte seine Freundin als geringfügig Beschäftigte mit einer Arbeitszeit von 6 Stunden wöchentlich eingestellt. Später ergänzten die beiden den Arbeitsvertrag um einen Nachtrag: Die Lebensgefährtin erhielt einen Firmenwagen zur privaten Nutzung, deren Gegenwert mit dem vereinbarten monatlichen Gehalt von 400 Euro verrechnet wurde. Anfangs betrug der Lohn nach diesem Abzug noch 221 Euro. Daraus wurden schließlich null Euro, nachdem die Freundin als Dienstwagen einen Tiguan erhielt und zur 1-Prozent-Regelung wechselte. Doch am Ende lehnte das Finanzamt den Betriebsausgabenabzug für den Arbeitslohn und die Fahrzeugkosten ab. Der Grund: Die Überlassung des Autos halte keinem Fremdvergleich stand.

Das Urteil: Das sieht auch der BFH so. „Ein Arbeitgeber würde einem familienfremden geringfügig Beschäftigten regelmäßig kein Fahrzeug überlassen, da dieser durch eine umfangreiche Privatnutzung des PKW die Vergütung für die Arbeitsleistung in erhebliche – und für den Arbeitgeber unkalkulierbare – Höhen steigern könnte.“ (BFH, Beschluss vom 21.12.2017, Az. III B 27/17)

Weitere Artikel zum Thema "Mitarbeitende Familienangehörige"

Verträge mit Verwandten – leichte Beute für den Fiskus

Verträge mit mitarbeitenden Familienangehörigen sind für die Betriebsprüfer des Finanzamts ein gefundenes Fressen. So vermeiden Sie die 5 größten Fallen!
Artikel lesen

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.

Steuern

Kein Firmenwagen für Ehefrau mit Minijob

Ein Firmenwagen zur uneingeschränkten privaten Nutzung – für eine Ehefrau mit Minijob? Zu viel, sagt der Bundesfinanzhof und kassiert Betriebsausgabenabzug.

    • Steuern, Fuhrpark
Handwerk Archiv

Investieren

Steuergünstige Rücklage für Firmenwagen möglich

Das Finanzamt muss den Investitionsabzugsbetrag für den Kauf eines Firmenwagens akzeptieren. Voraussetzung: Der Unternehmer sagt zu, den Neuwagen fast ausschließlich betrieblich zu nutzen und ein Fahrtenbuch zu führen.

    • Archiv

Steuern

Wie wird der Verkauf eines privat genutzten Firmenwagens besteuert?

Der Verkaufserlös eines teilweise privat genutzten Firmenwagens ist auch dann voll steuerpflichtig, wenn das Finanzamt die Privatnutzung zuvor als Nutzungsentnahme besteuert hat.

    • Steuern

Steuern

Wann bleibt der Firmenwagen steuerfrei?

Als Firmenwagen ein nagelneuer Kastenwagen, privat ein 15 Jahre alter Mercedes? Als Anscheinsbeweis für die private Nutzung ist das nicht genug, entschied ein Finanzgericht.

    • Steuern