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Fernsehen bei Tempo 180

Fernsehen und Daten empfangen bei Tempo 180

Nicht nur das klassische TV-Angebot, auch für Radio- und Datendienste sollen künftig über das digitale terrestrische Fernsehen empfangen werden können. In Norddeutschland läuft derzeit ein Modellversuch, ab 2002 ist der Betrieb vorgesehen.

Die Landesmedienanstalten Niedersachsen, Hamburg und Bremen erproben in einem gemeinsamen Modellversuch mit Radio Bremen und der Deutschen Telekom das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T) in Norddeutschland. Der Betrieb ist ab 2002 vorgesehen. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen und der Telekom gefördert.

In der Endphase können 18 bis 24 TV-Programme in den Großräumen Hannover, Bremen und Hamburg empfangen werden, zusätzlich Radio-Programme.

Weitere Kapazitäten stehen für Datendienste zur Verfügung; sie werden vom Verlag Schlütersche, dem Ponton European Media Lab, RegioOnline GmbH und der VW AG genutzt. Erste Ergebnisse multimedialer Datendienste sind die Multimedia-Homeplattform und die mobile Anwendung in VW-Fahrzeugen, die schon heute bei einer Geschwindigkeit von 180 Stundenkilometern stabile TV-Bilder auf den Monitor projiziert. Die Datendienste übermitteln dem Nutzer zahlreiche Informationen über regionale Begebenheiten. So informieren sie über die Verkehrssituation in der jeweiligen Stadt, über Kultur- und Unterhaltungsprogramme.

Das klassische TV- und Radio-Angebot läßt sich durch weitere Dienste, angefangen bei Mediendiensten über Internetseiten bis hin zur Computersoftware, ergänzen. Mit einfachen PC-Einsteckkarten wird dieses System in Zukunft drahtlose breitbandige Datennetzzugänge eröffnen. DVB-T bietet somit auch eine Multimedia-Plattform für zu Hause und unterwegs.

Zum Empfang ist meist nur eine kurze Stabantenne nötig, die auch direkt am Fernseher oder am PC montiert werden kann. Wie zu Zeiten des Kofferradios können Empfangsgeräte überallhin mitgenommen werden. Damit ist ein Empfang unabhängig von Kabeln und Dosen möglich. Auch der mobile Empfang, etwa im Auto, in Bussen und Bahnen, wird mit dieser Technologie möglich.

"DVB-T wird der terrestrischen Verbreitung von Fernsehprogrammen eine Renaissance bescheren", sagt Joachim Lampe, Stellvertretender Intendant und Produktionsdirektor des NDR. Wirtschaftsminister Werner Müller rechnet gar mit bis zu 750.000 neuen Arbeitsplätzen in der I+K-Branche durch die Einführung des digitalen Fernsehens.

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